Roetgen - Neujahrsempfang: „Zeiten der Wohltaten und Wahlgeschenke vorbei”

Neujahrsempfang: „Zeiten der Wohltaten und Wahlgeschenke vorbei”

Von: Helga Giesen
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Beim Neujahrsempfang von Roetgens Bürgermeister Manfred Eis standen ein Rück- und Ausblick ebenso auf dem Programm wie ein Dialog zur demografischen Entwicklung der Gemeinde zwischen Professor Gerd Wassenberg (rechts) und Dr. Axel Thomas (links). Foto: H. Giesen

Roetgen. Mit dem Neujahrsempfang von Bürgermeister Manfred Eis wurde in Roetgen auch offiziell der Jahreswechsel vollzogen. Gemeinsam mit Frau Marion hatte der Verwaltungschef viele Hände zu schütteln, denn rund 120 Gäste waren seiner Einladung gefolgt.

Neben vielen Bürgern, den Vertretern von Vereinen, Institutionen und Kirchen, Repräsentanten aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung konnte er im Sitzungssaal des Rathauses unter anderem auch seine Amtskollegen aus den deutschen und belgischen Nachbarkommunen sowie Politiker aus der Städteregion begrüßen.

Ein besonderes Willkommen galt dem Wirtschaftswissenschaftler Professor Gerd Wassenberg und dem Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Städteregion, Dr. Axel Thomas, die die Tradition der Gastredner zu einem jeweils aktuellen Thema beim Roetgener Neujahrsempfang fortsetzten und im Dialog die Auswirkungen der demographischen Entwicklung auf die Gemeinde Roetgen beleuchteten. Musikalisch gestaltet wurde der Neujahrsempfang vom Jugendorchester des Musikvereins Rott.

Kurz ließ der Bürgermeister die Themen und Ereignisse Revue passieren, die die Gemeinde im vergangenen Jahr besonders bewegt hatten und richtete den Blick auch auf das neue Jahr.

Im Rückblick schlug er den Bogen vom Richtfest für die Schulerweiterung über die Einweihung des neuen Waldfriedhofs in Rott bis zum ersten Spatenstich für die geplante Ravel-Radroute. „Jetzt hoffen wir noch auf einen Sponsor für eine Brücke über die Himmelsleiter”, wies er auf noch ungelöste Probleme für dieses Projekt hin und fügte mit einem Augenzwinkern an, er hoffe, dass sowohl die Birkhühner und Braunkehlchen als auch die Jagdpächter als schützenswerte Spezies ihren Lebensraum behalten können.

Aus sportlicher Sicht bemerkenswert über die Gemeindegrenzen hinaus war für Manfred Eis der Aufstieg des SV Rott in die Mittelrheinliga, und eine besondere Würdigung erfuhr noch einmal das große ehrenamtliche Engagement der Mitglieder des TV Roetgen, die die Einweihung des dritten, in Eigenregie errichteten Hallenteils feiern konnten. Ein Anlass zum Feiern war auch das 35-jährige Bestehen der Partnerschaft mit der nordfranzösischen Stadt Wervicq-Sud.

Hinsichtlich der derzeitigen Diskussion, ob sich die Kommune an der Ausweisung einer Windkraftkonzentrationszone durch die Stadt Aachen beteiligen solle, warnte Eis vor voreiligen politischen Statements aufgrund rein ästhetischer Gesichtspunkte.

Wenig erfreulich sei der Blick auf die wirtschaftliche Situation der Gemeinde, die sich nicht nur wegen der negativen Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise auf die öffentlichen Haushalte, sondern auch durch „hausgemachtes falsches Finanzgebaren bei der Schulfinanzierung” im Nothaushalt befinde, erklärte Eis und forderte aus dem politischen Raum mehr Einsichtsbereitschaft für Sparmaßnahmen.

Leider hätten noch nicht alle Mandatsträger verstanden, dass „die Zeiten der mit öffentlichem Geld finanzierten Wohltaten und Wahlgeschenke vorbei” sei.
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