Neujahrsempfang: Wenig Geld, aber viel Sicherheit

Von: Helga Giesen
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Mit Zahlen und Fakten für die
Mit Zahlen und Fakten für die Gemeinde Roetgen warteten Bürgermeister Manfred Eis (re.) und Aachens Polizeip räsident Klaus Oelze auf. Foto: Helga Giesen

Roetgen. Viele Hände hatten Roetgens Bürgermeister Manfred Eis und seine Frau Marion am Samstagmorgen zu schütteln. Zum Neujahrsempfang der Gemeinde drängelten sich zahlreiche Besucher aus Roetgen und der Region im Sitzungssaal des Rathauses, die einen bunten Querschnitt des öffentlichen Lebens darstellten.

Der Verwaltungschef hieß unter anderem aus dem Geschäftsleben stellvertretend den Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Aachen, Hubert Herpers, ebenso willkommen wie die Repräsentanten der Kirchen sowie aus der Bürgerschaft die Vertreter der örtlichen Vereine, Institutionen und Betriebe.

Auch viele Vertreter aus der kommunalen Politik und Verwaltung gaben sich neben Gästen aus der Region wie Städteregionsrat Helmut Etschenberg, dem Landtagsabgeordneten Axel Wirtz oder dem Bundestagsabgeordneten Helmut Brandt sowie den Bürgermeister-Kollegen oder ihren Vertretern aus Monschau, Simmerath, Raeren und Lontzen ein Stelldichein.

Einen weiteren Überraschungsgast begrüßte Manfred Eis erst nach seiner eigenen Ansprache, die einige Themen aus dem kommunalen Leben des Jahres 2011 noch einmal in Erinnerung rief und einen Ausblick auf das gerade begonnene Jahr 2012 gab. Er stellte Polizeipräsident Klaus Oelze vor, der die Tradition der Gastredner beim Roetgener Neujahrsempfang fortsetzte. Die musikalische Begleitung der Veranstaltung hatte das Jugendorchester der Musikvereinigung Roetgen unter der Leitung von Harry Brandts übernommen.

In chronologischer Folge ließ der Bürgermeister einige Ereignisse Revue passieren. Mit Beginn des Jahres 2011 war in Roetgen die Biotonne an den Start gegangen, die sich trotz aller Unkenrufe zu einem Erfolg entwickelte. Mit mehr als 1600 Gefäßen wurde eine erstaunliche Quote von 45 Prozent erreicht, freute sich der Verwaltungschef über den Erfolg der lange kontrovers diskutierten Lösung.

Mit finanzieller Beteiligung der Gemeinde konnte Rott - bisher ein weißer Fleck auf der DSL-Landkarte - mit einer optimalen Internetanbindung versorgt werden. Auch für die Feuerwehr habe die Gemeinde tief in die Tasche gegriffen und 285.000 Euro für ein neues Löschfahrzeug für die Löschgruppe Rott bereitgestellt, berichtete der Verwaltungschef weiter. Mit dem Ankauf von Grundstücken durch die Roetgener Bauland GmbH für 24 neue Baugrundstücke sowie die bevorstehende Erschließung eines Baugebietes an der Greppstraße wurden die Weichen für weiteres Wachstum der Gemeinde gestellt.

Heiß diskutierte Themen waren unter anderem die Ansiedlung eines Aldi- Marktes und auch der von der Stadt Aachen im Münsterwald geplante Windpark habe die emotionalen Wogen hochgehen lassen. Als „100 Prozent in Ordnung” sieht der Bürgermeister das Engagement der Bürger, die Ratsvertreter jedoch mahnte er zu etwas mehr Nachdenklichkeit und weniger Populismus beim Umgang mit diesem Thema.

Einen Blick auf die kommunale Finanzlage im Jahr 2012 könne man unter das Motto „nichts Neues” stellen, sah der Bürgermeister eine unerfreuliche Zukunft. Auch im Jahr drei nach der Schuldenfreiheit drohe der Nothaushalt, weil weder Haushaltssicherungskonzept noch der Haushalt selbst genehmigungsfähig seien. Das bedeute eine Beschränkung auf Pflichtaufgaben und den Abschied von den angenehmen Seiten des politischen Haushaltsgebahrens.

Für die Schulerweiterung, deren Gesamtpaket der Bürgermeister mit derzeit 7,1 Millionen Euro bezifferte, müssten 1,9 Millionen Euro bereitgestellt werden. 250.000 Euro werden in die Sanierung des Lehrschwimmbeckens gesteckt, für die Mittel aus dem Konjunkturprogramm II fließen. Ein neuer Rüstwagen für die Feuerwehr wird mit circa 260.000 Euro zu Buche schlagen.

Als eine „Insel der polizeilichen Glückseligkeit” sah Polizeipräsident Klaus Oelze die Gemeinde Roetgen. Zahlreiche Daten und Fakten, die dies belegten, verpackte er in einen kurzweiligen Vortrag. Unter dem Strich sei Roetgen gemessen an der Kriminalitätsqoute die sicherste Kommune in seinem Zuständigkeitsbereich, zog er ein sehr erfreuliches Fazit. Nur ein Raub und zweimal Körperverletzung waren in der letzten Statistik zu finden. Selbst bei den Wohnungseinbrüchen, die im zurückliegenden „Katastrophenjahr” um insgesamt 18 Prozent zugenommen hätten, sei in Roetgen ein Rückgang um 23 Prozent auf 29 Fälle zu verzeichnen.

Bei den Verkehrsunfällen rangiere die Gemeinde trotz der Lage an der B 258 ebenfalls ganz am Ende der Statistik. Besonders erfreulich: Es hat keinen Schulwegunfall gegeben.

Auch die Zahl der Einsätze nach Alarmierung, zum Beispiel durch den Notruf 110, war in Roetgen mit nur 567 signifikant geringer als in allen anderen Kommunen.

Zu der oft geäußerten Befürchtung, die Polizei sei in den Eifelkommunen nicht ausreichend präsent, um die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten, erklärte der Polizeipräsident, dass die Beamten so viel wie möglich auf der Straße seien. Ein „Eifelwagen” sei speziell für den Südkreis reserviert, auch wenn sich dies angesichts der Einsatzzahlen wirtschaftlich gesehen eigentlich nicht „lohne”. Von einem Anruf bis zum Eintreffen des Streifenwagens vergingen durchschnittlich 20 Minuten. Das sei grausam lang, wenn man wartet, gab Oelze zu, jedoch müssten die Ressourcen für alle reichen.

„Dem müssen wir alle miteinander entgegentreten”, erklärte der Polizeipräsident unter dem Beifall der Zuhörer zum Thema Rechtsextremismus in der Region. „Wir sind nicht auf dem rechten Auge blind, aber an Recht und Gesetz gebunden”, machte die Gratwanderung deutlich, die etwa die Neonazi-Aufmärsche in Stolberg den Behörden abverlangten. „Jedes Mosaiksteinchen hilft”, forderte er die Bürger auf, durch ihre Aufmerksamkeit die Behörden zu unterstützen.
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