Neugestaltung des Rathausplatzes in Simmerath rückt näher

Von: Peter Stollenwerk
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Der Simmerather Rathausplatz soll ein neues Gesicht erhalten: Freundlicher und einladender soll die Fläche werden – vor allem aber rundum barrierefrei. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Derzeit wird der Posteingang bei der Gemeinde Simmerath mit besonderer Spannung geöffnet, denn man erwartet in diesen Tagen den Bewilligungsbescheid der Bezirksregierung für die Neugestaltung des Rathausplatzes.

Das kontrovers diskutierte Thema hat auch zuletzt wieder einige Kritiker auf den Plan gerufen. Unter anderem war öffentlich behauptet worden, dass es das vorrangige Ziel der Planung sei, einen „Premiumparkplatz“ zu bauen, der nachfolgende Generationen in erheblichem Maße finanziell belaste.

Dieser Darstellung widerspricht nun Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns entschieden. „Die Herrichtung des Platzes entspricht in erster Linie den Bedürfnissen von Menschen mit Beeinträchtigungen.“ Gerade dieser Punkt habe bei der Neuplanung eine wichtige Rolle gespielt und sei zudem unabdingbare Voraussetzung für eine Zuschussbewilligung.

Hermanns beruft sich dabei auf die neue „Förderrichtlinie zur Gewährung von Zuwendungen zur Förderung einer integrierten ländlichen Entwicklung“, die am 10. März 2016 in Kraft getreten ist. Der Förderantrag der Gemeinde Simmerath zur Neugestaltung des Rathausplatzes ist am 14. April 2016 der Bezirksregierung Köln vorgelegt worden. Die Bezirksregierung hat den Antrag nach Prüfung am 10. Juni 2016 dem NRW-Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz zur abschließenden Bewertung und Entscheidung vorgelegt.

Die Gesamtmaßnahme ist mit 690.000 Euro veranschlagt. Der beantragte Fördersatz beträgt 45 Prozent. Abzüglich der nicht zuschussfähigen Kosten werden 260.000 Euro Zuwendung erwartet. 43.000 Euro muss die Kommune aufbringen. Die Maßnahme soll im Herbst nächsten Jahres fertiggestellt sein.

Zur Abstimmung der abschließenden gestalterischen Elemente des Rathausplatzes habe, so der Bürgermeister, am 30. Juni eine erste Arbeitskreissitzung unter Beteiligung der politischen Vertreter stattgefunden. Weitere Arbeitskreissitzungen seien nach Erhalt des Förderbescheides geplant.

Geplante Maßnahmen

Die Neugestaltung des Rathausplatzes beinhaltet im Wesentlichen folgende Maßnahmen: Herstellung der Barrierefreiheit für den gesamten Rathausplatz für alle Zugänge von der Fuggerstraße, von der Kammerbruchstraße und vom Mitarbeiterparkplatz aus. Hier soll die große Treppenanlage entfernt werden und stattdessen der Einbau einer Rampe erfolgen. Barrierefreiheit soll auch für alle Gebäude und Geschäfte auf dem Rathausplatz hergestellt werden, womit auch eine Verbesserung der Sicherheit verbunden sein soll, insbesondere für weniger mobile Menschen.

Geplant ist ferner die Schaffung eines „Dorfplatzes“ als zentraler Aufenthaltsbereich vor dem Rathaus. Der Parkverkehr soll zudem neu geordnet werden. 24 Stellplätze bleiben auf dem Rathausplatz erhalten. Der Rathausparkplatz (Mitarbeiterparkplatz) kann künftig von jedermann zum Parken genutzt werden.

Vorgesehen ist ferner die Schaffung von Aufenthaltsbereichen (Ruheräume für Fußgänger, Flächen für Außengastronomie). Auch eine „ansprechende Platzbegrünung“ soll der Fläche mehr Flair verleihen. Auch an eine „Optimierung der Infrastruktur“ für den Simmerather Frühjahrs- und Herbstmarkt wird gedacht.

Von Ausbesserungsarbeiten am Rathausplatz hält der Bürgermeister nicht viel. Karl-Heinz Hermanns: „Würde auf eine Neugestaltung verzichtet, so wären für sofort notwendige Ausbesserungsarbeiten etwa 100.000 Euro aufzuwenden und in den nächsten fünf Jahren weitere 156.000 Euro. Langfristig (nach weiteren zehn bis 15 Jahren) wären nochmals rund 338.000 Euro bereitzustellen. Insgesamt wären für die stufenweise Instandhaltung mithin 594.000 Euro alleine aus gemeindlichen Mitteln bereitzustellen, ohne jegliche Förderung und ohne eine Barrierefreiheit zu schaffen.“

Diese Rechnung belege, so Hermanns, dass die nun gewählte Konzeption aus finanzieller Sicht für die Gemeinde der eindeutig bessere Weg sei.

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