Imgenbroich/Mützenich - Neues Tempolimit: 30 km/h kein verspäteter Aprilscherz

Neues Tempolimit: 30 km/h kein verspäteter Aprilscherz

Von: Andreas Gabbert
Letzte Aktualisierung:
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Auf der Kreisstraße 16 zwischen Imgenbroich und Mützenich: Im Kreuzungsbereich sind 50 km/h erlaubt. Davor und dahinter gilt jetzt Tempo 30. Foto: A. Gabbert

Imgenbroich/Mützenich. Ein Aprilscherz mitten im Sommer sind die neuen Tempo-30-Schilder, die auf der Kreisstraße 16 zwischen Imgenbroich und Mützenich aufgestellt wurden nicht. Viele Autofahrer haben sich schon darüber gewundert und in den sozialen Netzwerken wird über diese Beschilderung intensiv diskutiert und gelästert. Auch bei der Stadt Monschau sind bereits Beschwerden und Anfragen eingegangen.

Kurz hinter dem Ortsausgang von Imgenbroich taucht vor einer Rechtskurve das erste neue Tempo-30-Schild auf. Direkt hinter der Kurve, vor der Kreuzung am Rochuskreuz, sind dann wieder 50 km/h erlaubt. Wer die Kreuzung passiert hat, entdeckt dann sogleich vor der Linkskurve das nächste Tempo-30-Schild. Wenige Meter weiter steht wieder ein Tempo-50-Schild.

In der nächsten Steigung muss dann wieder auf 30 km/h abgebremst werden. Das Tempo gilt bis kurz vor dem Bahnübergang, dort sind dann wieder 50 km/h erlaubt. Hinter dem Bahnübergang wird schließlich die Beschränkung auf Tempo 50 aufgehoben, bis zum Ortseingang Mützenich sind dort also bis zu 100 km/h erlaubt.

Der Hintergrund dieser Maßnahme sei die Neuordnung des ÖPNV mit dem neuen Bushof in Imgenbroich als zentralem Verknüpfungspunkt, erklärt Robert Flader als Sprecher der Städteregion auf Anfrage. Die Stadt Monschau habe den Wunsch geäußert, Buslinien künftig auch über die K 16 zwischen Imgenbroich und Mützenich fahren zu lassen. Bei einer Begehung sei dann festgestellt worden, dass die Sicht für die Busfahrer in den Kurven schlecht sei und es bei Gegenverkehr auch eng werden könnte, sagt der Sprecher.

Die Polizei habe Bedenken gehabt, den Busverkehr über die K 16 zu führen, einer Erprobungsphase mit neuen Tempolimits habe sie aber zugestimmt“, erklärt Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter.

Daraufhin habe die Städteregion der Stadt Monschau am 2. Juni die Anordnung erteilt, vor den Kurven die neuen Tempo-30-Schilder aufzustellen, sagt Robert Flader.

Dass ausgerechnet an Gefahrenstellen wie der Kreuzung oder der Querung des Vennbahnradweges Tempo 50 erlaubt ist, sei losgelöst von den neuen Schildern zu betrachten. „Das wirkt in der Tat etwas merkwürdig“, räumt der Sprecher ein. Diese Schilder seien aber vorher schon da gewesen und unabhängig von den neuen Tempo-30-Schildern zu sehen. Außerhalb der Ortschaften sei an den Querungen des Vennbahnradweges generell Tempo 50 vorgeschrieben.

„Eine endgültige Entscheidung über die Schilder ist aber noch nicht gefallen“, erklärt Flader. Die Maßnahme sei nicht unumkehrbar. Zunächst handele es sich um eine Erprobungsphase, in der man testen wolle, ob dieses Tempolimit vor den Kurven sinnvoll sei. Spätestens zum Fahrplanwechsel im Sommer 2016 würde die Sache nochmals geprüft, dann wolle die Regionalverkehr Euregio Maas-Rhein (RVE) möglicherweise kleinere Busse einsetzen, erklärt der Sprecher der Städteregion.

Je nachdem werde die Maßnahme dann beibehalten, wieder rückgängig gemacht oder es würden Änderungen in Angriff genommen. Auf die neuen Busse setzt auch die Stadt Monschau. Die zwölf Meter langen, barrierefreien Busse mit 14 Sitzen könnten Tempo 30 an vielen Stellen wieder überflüssig machen.

Ob das Tempo 30 überall in diesem Maße nötig sei, müsse zeitnah überprüft werden, sagt die Bürgermeisterin. Seit Mittwoch steuert die Linie 85 nach Kalterherberg den neuen Bushof in Imgenbroich an und nimmt dann den Weg über die K 16.

Zwischenzeitlich waren plötzlich einige der Schilder verschwunden. Eine Erklärung dafür hat weder die Stadt Monschau noch die Städteregion. Die Schilder wurden neu aufgestellt.

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