Nordeifel - Neues Rursee-Schiff St. Nikolaus geht auf dem Rhein zu Wasser

WirHier Freisteller

Neues Rursee-Schiff St. Nikolaus geht auf dem Rhein zu Wasser

Von: Peter Stollenwerk
Letzte Aktualisierung:
15936212.jpg
Bald fahrbereit: Noch liegt das neue Rurseeschiff auf dem Trockenen in der Lux-Werft in Mondorf. Ab dem Frühjahr 2018 verkehrt die St. Nikolaus auf dem Obersee. Foto: Stollenwerk
15936204.jpg
Die Innenausstattung des neuen Fahrgastschiffes läuft auf Hochtouren. Foto: Stollenwerk

Nordeifel. Noch ist die St. Nikolaus ein gutes Stück weit entfernt vom Wasser, aber in weniger als zwei Monaten wird das neue Fahrgastschiff der Rurseeschifffahrt Schwammenauel erstmals in Kontakt mit dem nassen Element treten.

Dieser besondere Moment wird aber nicht auf dem späteren Heimatgewässer des neuen Schiffes, dem Obersee, stattfinden, sondern in gut 80 Kilometer Entfernung auf dem Rhein. Auf einer Werft bei Bonn entsteht derzeit das neue Fahrgastschiff für die Rurseeschifffahrt. Zur Saison 2018 sticht es in der Eifel in See.

Vorerst aber liegt die St. Nikolaus noch auf dem Trockenen direkt am Rheinufer bei Kilometer 660 in einer großen Halle der Lux-Werft in Mondorf, aber der Stapellauf ist nicht mehr fern. Die spätere Schiffsform ist bereits komplett erkennbar, und der leuchtend weiße Anstrich ist auch schon erfolgt. Jetzt kommen noch die Feinarbeiten bei der Innenausstattung, ehe dann irgendwann im Februar 2018 das sogenannte „Einwässern“ stattfindet.

Tradition wird fortgesetzt

Dazu muss lediglich das große Tor der Werft geöffnet werden, denn nur einen Steinwurf vom Unternehmen entfernt schiebt sich Vater Rhein vorbei. Die Schwimmfähigkeit des neuen Fahrgastschiffes wird nicht in Zweifel gezogen, vielmehr dient das sogenannte Einwässern dazu, festzustellen, ob das batteriebetriebene Schiff das nötige Tempo aufs Wasser bringt.

Zur Saison 2018 möchte die Rurseeschifffahrt kräftig Fahrt aufnehmen: Ab Ende März 2018 soll auf dem Obersee ein neues Schiff in See stechen, die hier seit Mitte der 1970er Jahre verkehrende „Eifel“ ablösen und sich zur ebenfalls noch recht neuen „Seensucht“ gesellen.

St. Nikolaus wird das neue Schiff heißen und damit an die fast 60-jährige Schifffahrtstradition auf dem Obersee anknüpfen. Seit Juli befindet sie sich im Bau. Das Team der Rurseeschiffahrt ist regelmäßig vor Ort, um den Fortgang der Arbeiten zu verfolgen.

Franz-Josef Heuken, Geschäftsführer der Rurseeschifffahrt, sprach kürzlich von „einer Investition in die Zukunft“, aber er und die rund 30 Mitarbeiter der Rurseeschifffahrt wissen, dass diese Investition nötig war, auch weil die „Eifel“ bei aller Nostalgie von der fahrgastfreundlicheren „Seensucht“ inzwischen ausgestochen wurde, da die Fahrgäste immer mehr Komfort erwarten.

Das erste Fahrgastschiff mit dem Namen St. Nikolaus (nach dem Schutzheiligen der Seefahrer getauft) kam 1961 auf den Obersee und wurde im Jahr 2014 außer Betrieb genommen. Heute verkehrt es auf dem österreichischen Traunsee als Eventschiff. Ersetzt wurde die St. Nikolaus durch den modernen und etwas kantigen Katamaran „Seensucht“.

Nach eigenen Plänen gebaut

Viele Menschen in Einruhr hatten damals wehmütig den Abschied vom kleinsten Schiff der Rurseeflotte und auch vom Schiffsnamen Abschied genommen, hatten sie doch stets die besondere Beziehung zum Dorf am See gesehen, dessen Pfarrpatron auch St. Nikolaus ist. Nun kehrt die St. Nikolaus in anderer Gestalt wieder auf den Obersee zurück, wenn auch deutlich größer, komfortabler und barrierefrei. Die häufig von Fahrgästen vermissten Bordtoiletten fehlen ebenfalls nicht.

Rund 250.000 Fahrgäste nutzten in der zurückliegenden Saison das Angebot der Rurseeschifffahrt, allein 120.000 davon schipperten über den Obersee. „Der Obersee ist der Renner“, sagt Franz-Josef Heuken.

Das neue Schiff wird nach den Plänen der Rurseeschifffahrt und den Vorschlägen der praxiserprobten Mitarbeiter gebaut. Bei der 1945 gegründeten Lux-Werft, die schon über 200 Fahrgast- und Fährschiffe gebaut hat, weiß man, worauf es ankommt. Das Unternehmen betreibt seit 60 Jahren auf dem Biggesee und anderen Gewässern im Sauerland eine eigene touristische Schifffahrt.

Die Vorfreude der Obersee-Mannschaft auf die neue St. Nikolaus ist jetzt schon riesig, auch wenn noch viel Detailarbeit erforderlich ist, ehe das neue Schiff nach einem kurvenreichen Transport per Tieflader dann im Frühjahr vom Eiserbachdamm in Rurberg aus in den Obersee gehoben wird.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert