Neues Programm: „Don Jupp“ begeistert in Bestform

Von: ani
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In Bestform präsentierte sich Jupp Hammerschmidt in Mützenich im Weissen Pferdchen bei der Präsentation seines neuen Programms. Seine Ausführungen zum Ritt auf dem Bohnerblock und seine Geschichten aus der wunderschönen Eifel begeisterten das Publikum. Foto: A. Hoffmann

Mützenich. So intensiv wie er früher schon einmal mit der Wäscheschleuder über die Bühne getanzt ist, ritt er am Samstagabend in Mützenich mit dem Bohnerblock nicht durch das Weisse Pferdchen, was der Begeisterung des Publikums aber überhaupt keinen Abbruch tat.

Jupp Hammerschmidt stellte dort vor ausverkauftem Haus sein neues Programm vor, wobei der Eifel-Comedian in der ihm eigenen Art erneut Anekdoten und Geschichten aus der Urzeit der Eifel zum Besten gab, wozu dann auch das Linoleum und der freitägliche Ritt auf dem Bohnerblock gehörten.

Wenn auch hier und da Bekanntes im neuen Programm war, was aber letztlich von der Fangemeinde des Altmeisters der Eifel-Comedy gefordert wurde, ist es immer wieder erstaunlich, welche alten Geschichten und Begebenheiten „Don Jupp“ dem Publikum in Erinnerung ruft.

Dazu braucht Hammerschmidt keine große Kulisse. Die Bühnenausstattung besteht aus einem Tisch, etwas Technik und ihm. Damit kommt der in Aachen lebende und aus Höfen stammende Mittsechziger ohne jedes Backstage-Team problemlos aus, da er die Kunst beherrscht, seinem Publikum eine rhetorische Show aus seiner wunderschönen Eifel zu bieten.

Das zelebrierte er dieses Mal im zweitschönsten Ort der Eifel, wobei er sich auch an diesem Abend kleine Seitenhiebe auf die lieben Nachbarn aus Kalterherberg nicht verkneifen konnte. Allerdings hätten sich die Zeiten diesbezüglich geändert. Gemeinsame Aktivitäten mit Kalterherbergern seien heute kein Straftatbestand mehr.

Zunächst wurde das Publikum jedoch über das wöchentliche Ritual der Linoleum-Pflege mit Hilfe des Bohnerblocks in Kenntnis gesetzt. Selbiger war auch beim Anlegen einer Eisbahn zu gebrauchen, glitt jedoch ansonsten im Innenbereich über das mit Perserteppich-Muster versehene Linoleum im Flur.

Die Geschichten und Anekdötchen aus der Zeit, als die Welt in der Eifel noch in Ordnung war, wurden auch an diesem Abend von Hammerschmidts Jupp mit feinen, hintergründigen Tönen bis hin zur rustikalen und derben Darbietung zum Besten gegeben. Da durften zwischendurch natürlich auch nicht Klassiker wie das Gedicht von der Kaffeemühle und sonstige „philosophische Versenktexte“ fehlen.

Höchst interessant war auch das im Akkord ausgeführte Kreuzwegbeten zur Fastenzeit und die Erstellung von Familienfotos durch den väterlichen Technikfreak mit der guten, alten „Agfa Silette“ per Selbstauslöser. Da war der Zwischenapplaus selbstverständlich.

Köstlich war die von Hammerschmidt vorgetragene Buchkritik im Stil von Marcel Reich-Ranicki, an deren Höhepunkt die Lektüre schließlich zerfleddert und durch die Gegend geschmissen wurde.

Den heimatgeschichtlichen Horizont konnte man an diesem Abend gleichfalls erweitern. So waren laut Hammerschmidt Keilhosen an St. Ursula strikt verboten. Infrage stellte er jedoch, ob Kalterherberg tatsächlich das neue Berlin sei und ob bei älteren Vätern ein Kinderwagen tatsächlich die Anschaffung eines Rollators erspare.

Am Ende ertönte dann das „ganz alte klassische Eifellied“, bei dem das Publikum begeistert mitsang. Damit war nach langanhaltendem Applaus die Zugabe programmiert, die mit zum Höhepunkt des Programms zählte. Mit neuen Strophen ergänzt, erfüllte „Zömmermanns Jupp, dä ärme Schlupp“, der erste Rap der Menschheitsgeschichte, alle Voraussetzungen, um in den Charts den ersten Platz zu erobern.

Der nächste Auftritt von Jupp Hammerschmidt in unserer Region ist am 23. April in Heimbach
Weitere Termine auf der Internetseite: www.jupphammerschmidt.de

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