Nordeifel - Neues Jagdgesetz: Kuckelkorn erläutert die Auswirkungen

Neues Jagdgesetz: Kuckelkorn erläutert die Auswirkungen

Von: ho
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Karl-Heinz Kuckelkorn, Jagdbeauftragter der Städteregion, macht darauf aufmerksam, dass das neue Jagdgesetz auch Auswirkungen für den Otto-Normalverbraucher hat. Foto: Hoffmann
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Ein Marder im Haus oder ein Fuchs im Garten konnte bislang von einem Jäger mit einer Lebendfalle gefangen werden. Das ist jetzt rechtlich nicht mehr so einfach möglich. Foto: A. Gabbert

Nordeifel. „Der Bürger muss lernen, mit Wildtieren im häuslichen Umfeld zu leben“, stellt Karl-Heinz Kuckelkorn, Jagdbeauftragter der Städteregion, unmissverständlich als Fazit zu den Auswirkungen des neuen Jagdgesetzes in Nordrhein-Westfalen (LJG) für Otto-Normalverbraucher fest.

Ohne sich in die Reihe der nicht enden wollenden Diskussionsrunden um das vom nordrhein-westfälischen Landtag verabschiedete neue ökologische Jagdgesetz einklinken zu wollen, weist Kuckelkorn auf einige Dinge hin, von denen der Bürger betroffen ist.

„Wer früher beispielsweise in seinem Garten, einem sogenannten befriedeten Bezirk, einen toten Fuchs gefunden hat, dann habe ich den abgeholt und entsorgt“, geht Kuckelkorn ins Detail und ergänzt: „Das ist für den Jäger heute nicht mehr möglich; außer nach Aufforderung durch die Polizei. Ansonsten muss der Kadaver durch die Polizei entsorgt werden.“ Völlig neu sei im zwischen Jägern, Landwirten, Waldbauern und Naturschützern noch immer heftig umstrittenen LJG auch eine weitere Regelung. „In Paragraph 28a des neuen Jagdgesetzes ist dazu festgehalten, dass jeder, der ein Fahrzeug führt und damit Schalenwild verletzt oder getötet hat, verpflichtet ist, dies unverzüglich bei einer Polizeidienststelle anzuzeigen. Dabei spielt es keine Rolle, ob am Fahrzeug ein Schaden entstanden ist“, erklärt der Jagdbeauftragte. Schalenwild seien im Übrigen Rehe, Mufflons, Wildschweine und Rotwild.

Neben der Problematik der angesprochenen Wildunfälle ist es Karl-Heinz Kuckelkorn wichtig einen weiteren Tatbestand anzusprechen, der nicht nur im ländlichen Umfeld unserer Region gelegentlich auftritt: Wildkaninchen, die im Garten ihr Unwesen treiben. Diese konnte der Grundstückseigentümer bisher fangen und erlegen. „Jetzt darf der Bürger das nicht mehr machen, sondern muss dies einer sachkundigen Person, einem Jäger oder Falkner überlassen“, hält Kuckelkorn fest. In diesen Fällen sei es schon irgendwie schizophren, wenn beispielsweise der Kaninchenzüchter Hand an seine eigenen Langohren legen könnte, aber bei Wildkaninchen in solchen Fällen einen Jäger oder Falkner bestellen müsse.

Ein Marder im Haus oder ein Fuchs im Garten sind für Kuckelkorn bekannte Fälle. „In der Regel bekomme ich einmal in der Woche einen solchen An- und Hilferuf“. Nach Genehmigung durch die Untere Jagdbehörde sei dann ein Sachkundiger (Jäger) beauftragt worden, das Tier mit einer Lebendfalle zu fangen. „Die Zeiten sind vorbei. Das geht nicht mehr“, sagt der Jagdbeauftragte und erklärt die neue Rechtslage: „Wer Fallen aufstellt, also mit Fanggeräten jagen will, muss einen Fangjagdlehrgang absolviert haben – muss also ein geprüfter Fallenjäger sein, und diesen Fangjagdschein haben nicht alle Jäger.“

Zudem müsse der Hauseigentümer der Unteren Jagdbehörde nachweisen, welche Person und welche Falle er zum Einsatz bringen will. „Der Hauseigentümer muss sich also auf die Sache nach jemand machen, der einen Fangjagdlehrgang absolviert hat“, bringt Kuckelkorn die Problematik auf den Punkt.

Zudem sei die Zeit der altbekannten Lebendfallen laut Kuckelkorn endgültig vorbei. In Zukunft müssen die Fallen mit einem elektronischen Fangmeldesystem ausgestattet sein, das im „Erfolgsfall“ ein Signal an den Aufsteller sendet. Dann müsse der Jäger so schnell wie zumutbar zur Falle eilen. Da sich vielfach die hauseigene Katze in der Falle verirre, könne man sich vorstellen, wie oft der eventuell entfernt wohnende Jäger vergeblich zur Lebendfalle eilen müsse. Darüber hinaus sind die Fallen täglich morgens und abends zu kontrollieren. Zu den Kosten einer Lebendfalle mit elektronischen Fangmeldesystem kann Karl-Heinz Kuckelkorn momentan keine Angaben machen. Zu den finanziellen Auswirkungen und dem nun geltenden Prozedere hält er aber zusammenfassend fest: „Das wird sich sicher keiner antun wollen.“ Letztlich kämen die Kosten aber auf den betroffenen Hauseigentümer zu, da der Jäger sicher nicht für Gottes Lohn zum regelmäßigen Kontrollieren der Falle komme.

Am Ende weist der Jagdbeauftragte der Städteregion noch auf eine Bußgeldvorschrift des neuen Landesjagdgesetzes hin: „Ordnungswidrig handelt ferner, wer vorsätzlich oder fahrlässig Hunde oder Katzen, die ihm gehören oder seiner Aufsicht unterstehen, in einem Jagdbezirk unbeaufsichtigt laufen lässt“. Dafür kann eine Geldbuße bis zu 5000 Euro fällig werden.

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