Neues Ausbildungsjahr in der Eifel: Noch 30 Lehrstellen unbesetzt

Von: P.St/ag
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Motiviert in einen neuen Lebensabschnitt: Zehn neue Auszubildende stellte das Speditionsunternehmen Hermanns & Kreutz aus Kalterherberg zum 1. August 2017 ein. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Das neue Ausbildungsjahr hat am 1. August begonnen. Laut Lehrstellenbörse der Handwerkskammer Aachen sind in Monschau, Simmerath und Roetgen insgesamt noch knapp 30 Lehrstellen unbesetzt. Die Handwerkskammer Aachen fügt hinzu, dass es keinen Beruf gibt, wo die Fehlzahlen besonders hoch sind.

Auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen berichtet, dass in der Eifel zum Start in das Ausbildungsjahr 2017/18 zum 1. August wieder zahlreiche Lehrstellen unbesetzt geblieben sind. „Wir können allerdings schon jetzt einen Trend absehen, dass die unbesetzten Lehrstellen weniger werden“, sagt Heike Krier, Geschäftsführerin der Abteilung Aus- und Weiterbildung bei der IHK Aachen.

Im Vergleich zu Nordrhein-Westfalen seien die prognostizierten zurückgehenden Schülerzahlen im Kammerbezirk bei den neu eingetragenen Ausbildungsverträgen derzeit noch kaum spürbar.

Am schwierigsten, neue und gute Auszubildende zu finden, ist es laut Krier nach wie vor in den Bereichen der Gastronomie, IT und Metallverarbeitung. „Es wäre schön, wenn sich mehr Frauen dafür interessieren würden“, sagt die Geschäftsführerin. Beliebt sind in allen Regionen des Kammerbezirks dagegen sämtliche Ausbildungsberufe im Dienstleistungsbereich.

Außerdem ist Krier zufolge ein weiterer Trend absehbar: „Die jungen Leute geben oft mehrere Zusagen für Lehrstellen – und treten diese dann nicht an. Das macht vor allem den Betrieben Sorgen, weil sie im August dann ohne Auszubildende dastehen.“

Um auch jetzt noch eine Lehrstelle zu bekommen, empfiehlt die Geschäftsführerin die IHK-Lehrstellenbörse, in der zahlreiche Unternehmen auch für den Beginn in diesem Jahr noch Ausbildungsstellen anbieten. Weitere Angebote sind in der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer zu finden.

Auch beim zweitgrößten Arbeitgeber der Stadt Monschau, der Spedition Hermanns & Kreutz, startete am Dienstag das neue Ausbildungsjahr. Zehn neue Lehrlinge (sechs Berufskraftfahrer, zwei Speditionskaufleute, einen Mechatroniker und einen Fachlageristen) begrüßte Geschäftsführer Bernd Kreutz auf dem Betriebsgelände am Ortsrand von Kalterherberg.

Der Unternehmer konnte sich auch diesem Jahr über einen Mangel an Interessenten, die zur Betriebsgruppe mit insgesamt 300 Mitarbeitern und 100 Fahrzeugen hinzustoßen wollten, nicht beklagen. „Die Nachwuchsschulung genießt bei uns hohe Wertschätzung“, betont Kreutz, der vor 28 Jahren das Unternehmen gründete.

Gleich zu Beginn wurden die jungen Leute auf das Selbstverständnis und die Philosophie des Unternehmens eingestimmt. In diesem Zusammenhang lobte Kreutz auch das Engagement von Ausbildungsleiter Ralf Wendorff, der zielstrebig daran arbeite, die inhaltliche Qualität in den drei Ausbildungsjahren zu optimieren.

Zusätzlichen Anreiz bieten

Ein wichtiger Baustein ist dabei die im nächsten Jahr beginnende Kooperation mit der Fachhochschule (FH) Aachen. Dann soll den Auszubildenden bei Hermanns & Kreutz der duale Studiengang „Betriebswirtschaftslehre Praxis Plus“ als zusätzlicher Anreiz angeboten werden. Nach vier Jahren haben die Studierenden sowohl einen Bachelorabschluss wie auch eine abgeschlossene Ausbildung in der Tasche. Gerade durch den Praxisanteil sehen FH und beteiligte Unternehmen optimale Voraussetzungen für den Start ins Berufsleben.

Das erste halbe Jahr des dualen Studiums verbringen die Studierenden im Unternehmen. Danach steht das Studium im Mittelpunkt, ergänzt um längere Ausbildungszeiten in den Unternehmen. Vor der IHK-Prüfung erfolgt noch ein weiteres Praxissemester im Unternehmen und abschließend dann noch zwei weitere Hochschulsemester.

Der Kontakt zur FH Aachen sei übrigens beim zurückliegenden gemeinsamen Ausbildungstag der drei Südkreiskommunen in Roetgen entstanden, sagt Kreutz.

Trotz dieser reizvollen Angebotes ist für ihn „immer das eigene Engagement der Auszubildenden entscheidend“. In diesem Punkt ist er auch weiterhin zuversichtlich: „Für das nächste Jahr liegen schon einige vielsprechende Bewerbungen vor.“

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