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Neuer Windpark im Lammersdorfer Wald braucht Zeit

Von: ho
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Langsam scheint sich der Knoten in Sachen des geplanten Windparks im Lammersdorfer Wald zu lösen. Der künftige Betreiber hat bei der Städteregion die Genehmigung beantragt und die Messungen am Windmessmast stehen vor dem Ende. Foto: Hoffmann

Lammersdorf. Kleckerkram sind die behördlichen Genehmigungen und die Dauer des Verfahrens beim Bau des eigenen Hauses im Vergleich zur geplantes Errichtung eines Windparks. Da sind aufgrund von vielen Vorschriften und beteiligten Behörden dicke Bretter zu bohren.

Das ist beim geplanten Windpark im Lammersdorfer Wald, der südöstlich der B399 mit sieben 190 Meter hohen Windrädern entstehen soll, nicht anders.

Bereits 2011 stand er auf der ehrgeizigen energiepolitischen Agenda der Gemeinde Simmerath und scheint nun langsam Gestalt anzunehmen. Wie der künftige Betreiber, die Firma „juwi Energieprojekte GmbH“ aus dem rheinhessischen Wörrstadt, unserer Zeitung mitteilte, würden die Messungen an dem im März vorigen Jahres errichteten Windmessmast Ende Juni abgeschlossen. Laut Pressesprecher Felix Wächter erfolgt hiernach der Rückbau des Mastes, sowie die Auswertung der gesammelten Daten.

Dass in die Angelegenheit des Windparks Bewegung gekommen war, wurde schon Ende Mai deutlich. Die Firma juwi Energieprojekte GmbH hatte bei der Städteregion Aachen als zuständige Genehmigungsbehörde die Genehmigung zur Errichtung und zum Betrieb von sieben Windenergieanlagen mit einer Leistung von jeweils 3,3 MW nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) beantragt.

Die entsprechenden Antragsunterlagen konnten hiernach neben der Städteregion in den Rathäusern der angrenzenden Kommunen (Roetgen, Hürtgenwald, Monschau, Hürtgenwald und Raeren) bis zum 26. Juni eingesehen werden. Die Gemeinde Raeren hatte hierzu sogar amtliche Mitteilungen entlang der Vennbahn angebracht.

Etwaige Einwendungen gegen das Windparkvorhaben können im Übrigen noch bis 10. Juli bei der Städteregion oder der Gemeinde Simmerath vorgebracht werden. Sollte dies der Fall sein, steht der Termin für die öffentliche Erörterung auch bereits ist: Donnerstag, 20. August, ab 9 Uhr im Sitzungssaal des Simmerather Rathauses.

Über den Fortgang des lang andauernden Verfahrens zeigte sich Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns erfreut. Zum Abbau des Windmessmastes erklärte er: „Der Windmessmast wird in dieser, spätestens aber nächster Woche abgebaut werden“, und ergänzte optimistisch „Die abschließende Auswertung der Messdaten dauert dann zwar noch einige Zeit, jedoch bestätigen die erfolgten Zwischenauswertungen bereits die prognostizierte gute Windhöffigkeit des Standorts, so dass alles im ´grünen Bereich ist“.

Der bereits 2011 geplante Windpark im Simmerather Wald mit 17 Windrädern war im Zusammenhang mit dem geplanten Wasserspeicher-Kraftwerk im Gespräch. Nachdem der Stadtwerke-Verbund Trianel im Juni 2013 bekannt gab, dass er aufgrund des gesellschaftlichen Widerstandes (u.a. die Initiative „Rettet den Rursee“) die Pläne zum Bau eines Wasserkraftwerks nicht weiter verfolgen würde, forcierte die Gemeinde Simmerath mit dem Windpark Lammersdorf ihr zweites ehrgeiziges Energieprojekt.

Kein Bedenken um Artenschutz

Es erfolgte eine Änderung des Flächennutzungsplanes zum Ausbau der Windenergienutzung sowie eine Bürgerinfo zum Windpark in der Lammersdorfer Kalltalschule. Bei dieser Veranstaltung wurde das Windparkareal (253 Hektar) vorgestellt, worauf nunmehr acht bis zehn Windräder errichtet werden sollten. Im März 2014 dann plötzlich eine Entscheidung der Firma juwi, die teils für Verwunderung und Besorgnis bei den Windparkbefürwortern sorgte.

Auf dem Areal des Parks wurde ein 102 Meter hoher Windmessmast errichtet, der mindestens ein Jahr lang Messungen vornehmen sollte. Fast zeitgleich wurde im Simmerather Planungsausschuss ein 400 Seiten starkes Fachgutachten zur „Windenergienutzung im Simmerather Wald in Lammersdorf „ vorgestellt. Ein Jahr später (März 2015) schließlich im gleichen Ausschuss die Präsentation mehrerer Fachgutachten zum BImSchG, aus denen hervorging, dass keine artenschutzrechtlichen Bedenken zum Windpark bestehen.

Das „Schreckgespenst“ Schwarzstorch war damit für die Befürworter auch vom Tisch. Aus dem hydrogeologischen Gutachten ging allerdings hervor, dass einer der geplanten Standorte für ein Windrad nicht geeignet ist, womit sich die Anzahl der ehemals acht geplanten Windräder auf sieben reduzierte.

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