Neuer Schulleiter: Beim Blick auf die Eifel schwach geworden

Von: Peter Stollenwerk
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Großer Wohlfühlfaktor Inmitten der Klasse 5a am Monschauer St.-Michael-Gymnasium: Der neue Schulleiter Dr. Bernd Gotzen wird am Samstag offiziell in sein neues Amt eingeführt. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. An den entscheidenden Moment, der ihn als Lehrer ans Monschauer St.-Michael-Gymnasium führte, kann sich Dr. Bernd Gotzen noch ganz genau erinnern: Er war ein eiskalter, klarer Wintertag in der Eifel, die Landschaft war weiß, und aus dem alten Musiksaal der Schule blickte er weit hinaus auf die schneebedeckten Eifelhöhen mit Mützenich und Kalterherberg am Horizont.

Und es erinnert fast ein wenig an eine Spielfilmszene, als der damalige Schulleiter Dr. Alfons Rex aus dem Hintergrund den nachdenklich wirkenden jungen Mann am Fenster mit akzentuiertem Tonfall fragte: „Könnten Sie sich vorstellen, hier zu arbeiten?“

„Da war es um mich geschehen. Den Blick aus dem alten Musiksaal werde ich nie vergessen“, sagt Bernd Gotzen, der längst ein Eifeler mit all‘ den dazugehörigen Fachkenntnissen geworden ist, und am Monschauer Gymnasium beruflich Karriere gemacht hat. Am Samstag wird der 43-jährige Oberstudiendirektor ganz offiziell als Schuleiter des St.-Michael-Gymnasiums eingeführt. Bis zuletzt hat er an seiner Einführungsrede gefeilt, auch wenn ihm die Aufgabe als Direktor längst nicht mehr fremd sein sollte. Bereits seit dem 1. Februar 2015 ist er als Nachfolger von Dr. Lothar Stresius im Amt.

„Anfangs zu hügelig“

Bernd Gotzen ist als Niederrheiner von Natur aus eigentlich dem Flachland verbunden. In Mönchengladbach wurde er geboren, aufgewachsen ist er in Viersen, wo er auch 1991 am damaligen humanistischen Gymnasium das Abitur ablegte. Nach der Bundeswehrzeit studierte er Mathematik und Informatik in Duisburg, ehe ihn sein Weg 1998 an das Referendariats-Seminar nach Jülich und zum Erft-Gymnasium nach Bergheim als Ausbildungsschule führte.

In dieser Zeit wurde er vom damaligen Schulleiter des Monschauer Gymnasiums auf einen Wechsel in die Eifel angesprochen. „Eigentlich wollte ich vom Niederrhein nicht weg“, erinnert sich Bernd Gotzen, doch nach einem weiteren Gespräch an jenem Wintertag, verbunden mit der Aussicht auf eine Festanstellung und ersten Sympathiegefühlen für die Region, war zum 1. Februar 2000 Monschau erste Wahl, selbst wenn ihm die Eifel „anfangs zu hügelig war“. Aber der neue Lehrer, der zunächst nach Aachen zog, lernte schnell: Er sattelte vom Fahrrad auf die Langlauf-Ski um, staunte über das erste „schneefrei“ an einer Schule in seinem Leben und vergaß nie wieder, dass es in der Eifel durchaus Sinn macht, die Winterreifen über den Februar hinaus am Fahrzeug zu belassen, möchte man nicht zu spät zur Schule kommen und von den Kollegen als Unwissender belächelt werden.

Heute schätzt Bernd Gotzen diese Alleinstellungsmerkmale der Eifel, ebenso auch die Menschen in der Region und die Eltern, „die immer mit anpacken, wenn es an der Schule etwas zu tun gibt“. 2003 zog er nach Roetgen und wenn er heute in seine Heimat am Niederrhein fährt, dann fühlt er sich eher wie ein Besucher.

Als Lehrer für Informatik, Mathematik und Musik wurde er schon nach kurzer Zeit eine feste Größe an der Schule. Zwischen 2003 und 2007 war er mit einer halben Stelle an der RWTH Aachen beschäftigt, wo er nicht nur promovierte, sondern auch erkannte, dass der Umgang mit Erwachsenen eine interessante Herausforderung sein könnte. Als er 2008 mit einer vollen Stelle ans Monschauer Gymnasium zurückkehrte, übernahm er immer häufiger verantwortungsvolle Aufgaben, so dass seine Berufung zum stellvertretender Schulleiter im Jahr 2010 nur folgerichtig war. Die Kooperation mit Schulleiter Lothar Stresius vertiefte sich, der seinen Stellvertreter schrittweise mit der Möglichkeit vertraut machte, einmal seine Nachfolge anzutreten. Bernd Gotzen wurde stärker in die Gremienarbeit eingebunden, und nach dieser Erprobungsphase „fühlte ich mich fit, auch das Amt des Schulleiters zu übernehmen“.

Dieses Amt möchte er nun mit eigener Note, aber aufbauend auf bewährten Strukturen ausfüllen, und sowohl mit den etwa 75 Kollegen wie auch den 840 Schülern einen konstruktiven Dialog führen. Auch die „beispielhafte Kooperation“ mit dem Schulträger möchte er fortsetzen.

Für jeden das Beste

Im Mittelpunkt seiner neuen Aufgabe steht für Bernd Gotzen der Anspruch der Schule, „das beste Ergebnis für jeden einzelnen Schüler zu erzielen“. Da bei der Wahl der Schulform der Elternwille ausschlaggebend sei, komme auf das Gymnasium verstärkt die Aufgabe zu, die Schüler mit allen Möglichkeiten zu unterstützen und den Eltern Beratung anzubieten, „besonders wenn wir in der Erprobungsstufe feststellen, dass es schwierig wird, die schulischen Anforderungen zu erfüllen“. Diese Situation verstärke auch die Notwendigkeit, mit den anderen Schulen innerhalb des Schulverbandes Nordeifel zu kooperieren: Bernd Gotzen: „Schulform und Schüler müssen einfach zusammenpassen.“ Besonders die Kooperation mit der Sekundarschule gewinne an Bedeutung , wobei sich Gotzen mehr Flexibilität vor allem bei der Klassenbildung wünscht, nicht dass es noch einmal passiere, „dass ein Kind aus Kalterherberg den Sekundarschulstandort Kleinhau besuchen muss“.

Sein „oberstes Ziel“ als Schulleiter sieht Bernd Gotzen darin, den Standort Monschau für das Gymnasium langfristig zu sichern. „Das Gymnasium gehört zur Nordeifel und ist ein wichtiges Sprungbrett für junge Menschen, um einen qualifizierten Beruf zu ergreifen.“

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