Neuer „Graffiti“-Anstrich für die Jugendherberge

Von: Max Stollenwerk
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Moderne Graffiti-Kunst für die modernisierte Jugendherberge Monschau-Hargard: Lara Brammertz, Streetworkerin der Städteregion Aachen (hinten, 3. v. l.), plante und setzte das Graffiti-Projekt zur Verschönerung des Partyraums gemeinsam mit einem Team Jugendlicher und den Herbergseltern Thomas und Sieglinde Ritter (h. r.) um. Foto: Max Stollenwerk

Monschau. Nachdem das Dach und die Dämmung des Gebäudes im letzten Jahr erneuert wurden, Nasszellen für jedes Zimmer installiert wurden und auch die Eingangshalle neu gestaltet wurde, stand in der Jugendherberge Monschau-Hargard jetzt die Verschönerung des Partyraums auf dem Programm.

„Wir haben überlegt, was in unserem Partyraum gut passen würde, da er viele weiße Wände hat und die farbliche Komponente fehlte. Dann haben wir von der Möglichkeit eines Graffiti-Projektes erfahren“, sagte Herbergsmutter Sieglinde Ritter erfreut. „Der Gedanke, etwas Neues zu machen, bei dem Jugendliche etwas für Jugendliche tun, war für uns eine sehr schöne Sache“, ergänzte Herbergsvater Thomas Ritter.

Gemeinsam mit Streetworkerin Lara Brammertz, die beim Amt für Kinder, Jugend und Familienberatung bei der Städteregion Aachen beschäftigt und für die Nordeifel zuständig ist, wurde das Projekt dann umgesetzt. „Die Herbergseltern haben angefragt, ob es eine Möglichkeit gibt, den Partyraum zu gestalten, was wir natürlich mit dem Graffiti-Projekt gerne unterstützen“, erklärte Brammertz, die in Simmerath für das Jugendcafé zuständig ist.

Sie habe im Anschluss unter anderem in sozialen Netzwerken Werbung für die Aktion gemacht, bei der Jugendliche etwas für Jugendliche erschaffen sollten. „Die Jugendlichen wissen doch am besten, was den Gleichaltrigen gefällt“, so Herbergsvater Thomas Ritter. Schnell meldeten sich auch einige Jugendliche aus Monschau, Simmerath und Roetgen, aus denen Brammertz eine kleine Gruppe aus sechs Jugendlichen zusammenstellte.

Nur der Feinschliff kommt vom Profi

Sie habe die Gruppe dabei bewusst klein gehalten, um besser auf alle eingehen zu können. Als Verstärkung für ihr Team hat sie sich Marcel Precha, der von Beruf Maler und Lackierer ist, an ihre Seite geholt. „Ich gebe den Arbeiten am Ende den letzten Feinschliff, aber das meiste erarbeiten die Jugendlichen selbstständig“, sagte Precha, der auf Anfrage öfters an solchen Projekten teilnimmt.

Bei strahlendem Sonnenschein konnten die Jugendlichen zwischen 13 und 21 Jahren ihrer Kreativität freien Lauf lassen. „Es ist zunächst immer schwierig, einen Anfang zu finden, wenn man vor der großen Leinwand steht. Doch jetzt sind viele stolz auf ihre Bilder und wollen ein Selfie von sich und ihrem Bild machen“, sagte Brammertz schmunzelnd und war erfreut darüber, dass man das Projekt an beiden Tagen draußen veranstalten konnte.

Jeder Gast ist willkommen

Ziel war es auch, mit der Aktion, die Samstag und Sonntag jeweils von 12 bis 17 Uhr stattfand, „das Selbstbewusstsein der Jugendlichen zu stärken“, unterstrich Brammertz. „Viele der Jugendlichen machen das zum ersten Mal und dafür sind tolle Ergebnisse entstanden“, lobte die Streetworkerin. „Wenn wir fertig sind, werden die Leinwände im Partyraum aufgehängt. Sie sollen die Jugendherberge Hargard auch als multikulturelle Jugendherberge zeigen“, erläuterte Brammertz. „Denn bei uns ist jeder Gast willkommen“, sind sich Thomas und Sieglinde Ritter einig. Das fleißige Team der Graffiti-Künstler erhielt als Dank Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen von der Jugendherberge.

Angesprochen auf das Ergebnis waren sich die Herbergseltern einig: „Wir sind begeistert und schon gespannt, wie es im Partyraum aussieht, wenn die Graffiti-Bilder dort hängen“, zeigten sich Thomas und Sieglinde sehr erfreut über die vielen Kunstwerke, die Herbergsvater Thomas Ritter nach der umfangreichen Modernisierung im letzten Jahr als „Tüpfelchen auf dem I“ bezeichnete. Die Graffiti-Arbeiten würden zu der Modernisierung der Jugendherberge passen und seien „etwas Einmaliges“, so die Herbergseltern.

Und auch insgesamt läuft es gut seit der Neueröffnung des Hauses im September des letzten Jahres. „Die Umgestaltung des Hauses und unser großes Außengelände kommen bei allen Gästen sehr gut an“, versicherten die Herbergseltern. Neben vielen Familien besuchten auch viele Gruppen die Herberge.

Dass der Betrieb seit der Neueröffnung gut angelaufen ist, belegen auch die Zahlen: „Wir haben für 2017 schon über 20.000 Buchungen – und das im März“, zeigten sich Thomas und Sieglinde mehr als zufrieden. Vor der Modernisierung habe man jährlich zwischen 15.000 und 16.000 Übernachtungen verzeichnet, diese Zahl ist bereits jetzt im noch jungen Jahr deutlich übertroffen.

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