Neuer Direktor des Amtsgerichts eingeführt

Von: P. St.
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Wieder in Monschau angekommen: Als neuer Direktor des Amtsgerichtes Monschau wurde gestern Robert Plastrotmann (Mi.) eingeführt. Zu den Gratulanten gehörten auch Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter (re.), Michaela Flecken vom Personalrat und Landgerichtspräsident Dr. Stefan Weismann (re.) Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Das beständige Rauschen des Laufenbachs begleitete am Dienstag die rund 60 Gäste, die sich im Amtsgerichtsgebäude in der Monschauer Altstadt anlässlich der Amtseinführung des neues Direktors des Amtsgerichts Monschau, Robert Plastrotmann, eingefunden hatten.

Allein schon die außergewöhnliche Lage dieser kleinen Einrichtung der Justiz macht das Amtsgericht Monschau zu einem ganz besonderen Fall. Dies musste auch der Präsident des Landgerichtes Aachen, Dr. Stefan Weismann, in seiner Begrüßung der „illustren Gästeschar” feststellen.

Monschau sei nicht nur das einzige Amtsgericht, das über einen Bach gebaut sei, sondern weise wegen der unbürokratischen Vertretungsregelung der Mitarbeiter und dem gemeinsamen Frühstück der Belegschaft auch noch weitere Besonderheiten auf, so dass die Bezeichnung der Stadt Monschau als „zauberhafter Eifelschatz” in vielfacher Hinsicht zutreffend sei. Am Amtsgericht Monschau werden die 13,5 Planstellen von 20 Beschäftigten besetzt.

Visitenkarte für Rechtsuchende

Weismann stellte weiterhin fest, dass die Amtsgerichte die „Visitenkarte für die Rechtsuchenden” darstellten. Er versicherte dem neuen Direktor, dass er in Monschau „ein toll bestelltes Haus” vorfinde und das Amtsgericht sich auf einen „sehr versierten” neuen Direktor freuen dürfe.

Dabei ist für Robert Plastrotmann das kleine Amtsgericht im äußersten Westen längst eine wohl bekannte Adresse. Der heute 49-jährige Westfale war in den Jahren 1994/95 schon einmal gefordert, als er für den plötzlich verstorbenen Direktor Heinrich Endemann 15 Monate die Geschäfte in Monschau leitete.

Diese Zeit hat Robert Plastrotmann gut gefallen. „Zuerst wusste ich gar nicht, wo Monschau liegt, doch dann fühlte ich mich wie zuhause.” Und noch eine Erfahrung nahm der Richter, der in dieser Phase vor allem als Allrounder gefragt war, aus Monschau mit: „Ich lernte, wie viele unterschiedliche Farben Aktendeckel haben können.”

Die landschaftlichen Unterschiede zu seiner Heimat Westfalen seien übrigens nicht so gravierend: „In der Eifel muss man sich nur die Hügel wegdenken, und in Münster ist der Regen wärmer”.

15 Jahre später ist Plastrotmann nun ganz offiziell Direktor des Amtsgerichtes Monschau, nachdem er im Februar 2010 als Nachfolger von Rainer Harnacke (jetzt Amtsgericht Jülich) seine Stelle antrat und mit Wirkung vom 9. August 2010 bereits zum neuen Direktor in Monschau ernannt wurde. 1988 legte er in Hamm das Examen ab. Seine beruflichen Stationen führten ihn nach Krefeld, Mönchengladbach, Düsseldorf, Köln und Aachen.

„Mein Traumberuf war immer Amtsrichter”, bekannte Robert Plastrotmann, und nach der erneuten Anfrage aus Monschau habe er nicht lange zu überlegen brauchen, zumal er seit 2002 durch seine Dozententätigkeit an der Justizausbildungsstätte auf der Haag den Kontakt zu Monschau nie verloren habe.

Robert Plastrotmann ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er lebt in Burtscheid und als leidenschaftlicher Fahrradfahrer und Wanderer ist er ohnehin ein guter Kenner der Eifel.

Das Westfalenklischee wird nicht bedient

Plastrotmann, der gar nicht so recht das gängige Westfalen-Klischee des wortkargen und sturen Menschenschlages bedient, weiß auch, „dass in der Eifel die Welt noch ein bisschen mehr in Ordnung ist”, was aber vor allem daran liege, „dass man sich hier noch kümmert.”

Zuvor hatten auch Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter („Der Erhalt des Amtsgerichtes ist für uns sehr wichtig”) wie auch Dr. Dirk Kröncke, Vertrauensnotar der Notare im Landgerichtsbezirk Aachen („Unser Ziel ist ein gutes Verhältnis zu allen Zweigen der Justiz”), den neuen Direktor willkommen geheißen.

Holger Jacobs, Vertrauensanwalt für die Anwälte des Amtsgerichtsbezirks Monschau, schätzte die hohe Kommunikationsfähigkeit von Robert Plastrotmann („Das verbessert die Qualität der Gerichtsurteile”), während Michaela Flecken als Vertreterin des Personalrates am Amtsgericht Monschau den neuen Chef „mittendrin” sah.

Dieser Eindruck konnte dann anschließend im Rahmen eines Empfangs im Sitzungssaal noch vertieft werden.
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