Neuer Bürgermeister: „Jede Fraktion in der Gestaltungsverantwortung“

Von: P. St.
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Kreativ, mit Wünschen und Geschenken, brachten sich die Grünen in Person von Christa Heners (li.) und Ingrid Karst-Feilen, bei der Amtseinführung von Roetgens Bürgermeister Jorma Klaus ein. Foto: P. Stollenwerk

Roetgen. Leichtfüßig, entspannt und gut aufgelegt brachte Jorma Klauss am Dienstagabend die erste Gemeinderatssitzung in seiner Funktion als Sitzungsleiter über die Bühne. Der neue Roetgener Bürgermeister, der kurz zuvor vereidigt worden war, verbreitete eine Atmosphäre des Wohlfühlens im Ratssaal und warb in seiner Antrittsrede um das Vertrauen der Volksvertretung.

Zugleich zeigte er aber die Grenzen seiner Möglichkeiten auf: „In Zeiten knapper Kassen ist dies nicht die Gelegenheit, große Versprechungen zu machen. Ein Mann alleine kann heutzutage nicht mehr viel erreichen – auch nicht, wenn er Bürgermeister ist.“

Die Zeit der „patriarchalischen Bürgermeister“ sei ohnehin lange vorbei. Heute zählten Netzwerke und man müsse gemeinsam Stärke zeigen. Klauss: „In einer kleinen Gemeinde wie Roetgen können wir uns Alleingänge gar nicht leisten“. Auch könne man es sich nicht leisten, auf gute Ideen zu verzichten. Unwesentlich sei dabei, wer einen Vorschlag einbringe: „Es kommt nur darauf an, ob ein Vorschlag finanzierbar und umsetzbar ist“, umschrieb Jorma Klauss seine Vorstellungen von einer effektiven und auf guter Kommunikation basierenden Kommunalpolitik.

Die Voraussetzungen in Roetgen empfindet der 41-Jährige als gut, übernehme er doch von seinem Amtsvorgänger „eine kleine, junge und gut aufgestellte Kommunalverwaltung. Von der Altersstruktur her geht es uns in Roetgen besser als vielen anderen Kommunen.“ Dennoch sehe er auch „Veränderungsnotwendigkeiten“. Einige Prozessabläufe könnten noch optimiert werden. „Es wird noch sehr viel Papier produziert. Und die Möglichkeiten, die uns das Internet bietet, sind noch weitgehend unerschlossen.“

Bürgersprechstunden

Als „veränderungsbedürftig“ empfinde er auch das Auftrags- und Projektmanagement und das Beschwerdemanagement in Roetgen. Jorma Klauss: „ Ich kann nicht 100 Prozent Zufriedenheit garantieren, ich möchte aber 100 Prozent Rückmeldung garantieren“.

Und auch was Zusammenarbeit mit anderen Kommunen anbetrifft, „kann ich mir noch mehr vorstellen“.

Seine Ziele als Verwaltungschef konnte Jorma Klauss bereits klar umreißen: „Die Gemeindeverwaltung soll selbstbewusst, sachlich und souverän agieren und die Anfragen und Aufträge der Ratsmitglieder und Bürger professionell ausführen“.

Die Situation in einem Rat mit sechs Fraktionen und einem fraktionslosen Mitglied mache „die Arbeit für den Bürgermeister nicht gerade einfach“. Umso mehr komme es auf Kommunikation und Vertrauen an, sah er auch die Chancen dieser Struktur. Angesichts der politischen Konstellation des Rates sei „jede Fraktion in der Gestaltungsverantwortung für Roetgen.“ Klauss verdeutlichte die Verhältnisse: „Es gibt keine Koalition und keine Opposition.“ Daher gelte es, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, „dass weiterhin jeder mit jedem zusammenarbeiten kann“.

Klauss kündigte auch an, Bürgersprechstunden in Roetgen und Rott einzuführen.

In einem Punkt folgte der Rat bereits dem Wunsch des neuen Bürgermeisters, indem ein gemeinsamer Beschlussvorschlag zur Besetzung der neu gebildeten Ausschüssen und Gremien vorlag, dem der Rat dann auch einhellig folgte.

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