Neuer Band zeigt Konzen von der Römerzeit bis in die Gegenwart

Von: Helga Giesen
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Manfred Huppertz (Mitte mit Buch)hat jetzt den Band „1125 Jahre Konzen“ vorgelegt. Foto: Helga Giesen
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Ein Klassenfoto circa 1964 an der Grundschule in Konzen aufgenommen: Dieses und viele weitere historische Dokumente finden sich in dem „1125 Jahre Konzen“, den Manfred Huppertz jetzt veröffentlicht hat.

Konzen. Einen weiten Bogen von der Römerzeit bis in die Gegenwart spannt eine neue Veröffentlichung des Vorsitzenden des Heimatvereins Konzen. Manfred Huppertz hat jetzt den Band „1125 Jahre Konzen“ vorgelegt.

Anhand mehrerer Schul- und Dorfchroniken lasse er hier die Geschichte des Ortes Revue passieren, die aber wegen der zentralen Bedeutung der Konzener Mutterkirche eine Chronik für das gesamte Monschauer – ehemals „Conzener“ – Land sei, so der Autor bei der Vorstellung des Buches im Konzener Musik- und Kulturzentrum (MUK).

Hier begrüßte Manfred Huppertz interessierte Bürger und Vertreter der anderen Heimat- und Geschichtsvereine aus der Region. Der Titel des Buches sei zwar eine Reminiszenz an das Ortsjubiläum, jedoch nicht aus diesem Anlass geschrieben worden, erklärte er.

Schule war kein Zuckerschlecken

Einen Schwerpunkt des Buches bildet die Chronik der Lehrerin Käthe Löhrer, die bis 1934 in Konzen unterrichtet hat und dann in ein Kloster eingetreten ist. Noch vielen Konzenern in Erinnerung sein dürfte ihre Schwester Maria Löhrer, die bis etwa 1950 in Konzen tätig war und in ihren Aufzeichnungen ausführlich über die Situation der Konzener Volksschule, aber auch das Schulwesen im Allgemeinen nach dem Zweiten Weltkrieg berichtet hat.

Weitere Schulchroniken, die bis in die 1960er-Jahre reichen und von Manfred Huppertz bearbeitet wurden, stammen von den Lehrern Walter Kronau und Johannes Palm sowie der Lehrerin Elfriede Huppertz. Erlebnisberichte von Zeitzeugen, die deutlich machen, dass Schule in früheren Zeiten kein Zuckerschlecken war – unter anderem wurde oft und ausgiebig vom noch bis 1969 geltenden Züchtigungsrecht Gebrauch gemacht –, eine Aufstellung der Lehrkräfte der Konzener Schule von 1800 bis 2013 sowie ein Blick auf die aktuelle Situation runden das Buch ab.

Auch Anekdoten wie die von den unverwischbaren Blutspuren im Gillardschen Haus (heute Café Kaulard) oder das Gedicht vom Welde Wiffjesloch, das die Pantomimegruppe des Konzener Eifelvereins zu ihrem viel beachteten Stück inspiriert hat, haben Eingang gefunden.

Einen besonderen Reiz machen die vielen abgebildeten Dokumente und Fotos aus, zum Beispiel Schulzeugnisse aus den 1890er-Jahren oder eine alte Skizze des Bereichs um die Belgenbacher Brücke, die belegt, dass es dort früher eine aus fünf Häusern bestehende Siedlung gegeben hat.

Wirtschaftliche Entwicklung

Die Chronik von Maria Löhrer, im Gegensatz zu den anderen handschriftlichen Aufzeichnungen mit der Schreibmaschine verfasst, behandelt sehr ausführlich nicht nur schulische Themen, sondern auch Aufzeichnungen zu den kirchlichen Verhältnissen sowie die politische und wirtschaftliche Entwicklung von Konzen und seiner Umgebung.

So gibt es unter anderem die Kapitel „Kriegsgreuel im Monschauer Land um 1543“, „Die Reformation und ihre Folgen im Amte Monschau“, „Unser Ländchen unter der Herrschaft der Franzosen“ und „Unsere Heimat unter preußischer Verwaltung“. Dabei, so merkte Manfred Huppertz an, sei wohl manches auch unkritisch aus älteren Chroniken abgeschrieben worden. Solche Passagen habe er zwar im Original stehen gelassen, sie jedoch kenntlich gemacht und ihnen die neueren Erkenntnisse gegenübergestellt.

Der stellvertretende Vorsitzende des Heimatvereins Konzen dankte Manfred Huppertz für das große ehrenamtliche Engagement, das er für sein neues Buch aufgebracht hat. Darin stecke eine lange Arbeit und viel Fachwissen. Dass der Konzener Heimatverein sich im Arbeitskreises der Heimatvereine Monschauer Land durch besondere Aktivitäten auszeichne, würdigte auch Gabriele Harzheim, die 2. Vorsitzende des Geschichtsvereins Monschauer Land.

Einen kleinen Einblick in die Arbeitswelt nach dem Ersten Weltkrieg gibt ein Bericht von „Jaaße Chress“ (Christian Schmitz, 1891–1944). Er gründete zusammen mit seinem Vater eine Spedition am Entepol, um die mit der Vennbahn am Konzener Bahnhof angelieferten Waren weiter zu transportieren. Pro Zentner zahlte man vom Bahnhof bis in den Ort 15 Pfennig, bis nach Simmerath und Bickerath 20 Pfennig. Der Transport nach Eicherscheid oder Hammer schlug mit 25 Pfennig/Zentner zu Buche.

Das Buch „1125 Jahre Konzen“ kann zum Preis von 17,50 Euro beim Autor sowie in Konzen in der Sparkasse, in der Bäckerei Prümmer und im Landgasthof „Achim und Elke“ erworben werden.

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