Neuer Anlauf für Elektroauto in Simmerath

Von: P. St.
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Wenig Freude hatte  die Gemein
Wenig Freude hatte die Gemeinde Simmerath am von der EWV testweise zur Verfügung gestellten Elektroauto. Im kalten Eifelwinter kam die Batterie nicht auf Touren. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Noch nicht so richtig in Fahrt gekommen sind die umweltfreundlichen Elektroautos. Häufig werden die leise dahin gleitenden, ressourcenschonenden Fahrzeuge als nettes Spielzeug betrachtet. Alle finden die Idee gut, aber in der Praxis traut man der neuen technischen Errungenschaft noch nicht so recht über den Weg.

Die Energie- und Wasserversorgung Stolberg (EWV) hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, den batterienbetriebenen Autos mit einer Reichweite von rund 120 Kilometern zur mehr Aufmerksamkeit und Akzeptanz zu verhelfen. Der regionale Energieversorger hat einen ausgedehnten Feldversuch gestartet, Elektroautos einem dauerhaften Test zu unterziehen. Aus diesem Grund stellt sie den Kommunen in der Städteregion abwechselnd für einen bestimmten Zeitraum eine E-Auto test- und leihweise zur Verfügung.

Anfang des Jahres 2012 war die Gemeinde Simmerath an der Reihe. Am Rathausplatz wurde Ende Januar die 13. Ladesäule in Betrieb genommen, verbunden mit der temporären Übergabe eines grün-weißen Fiat 500.

Doch die Gemeinde Simmerath, deren Mitarbeiter das Fahrzeug für dienstliche Zwecke nutzen sollten, hatte nicht viel Freude mit dem strombetriebenen Kleinwagen aus der ersten Generation. Im Februar nämlich geriet die Nordeifel fest in den Griff von Kältehoch „Dieter”. Die eisigen Temperaturen machten auch dem Elektroauto zu schaffen. Die Batterie des Prototyps war mit den Extrem-Temperaturen überfordert und mehrfach versagte der Wagen seinen Dienst. Die völlig leere Batterie des Fiat (Branchenwitz „Fehler in allen Teilen) nahm keine neue Ladung mehr auf. Mitarbeiter der Gemeinde verzichteten bei ihren Dienstfahrten daher weitgehend auf das preiswerte Auto, so dass die anderthalbmonatige Testphase wenig aussagekräftig ausfiel.

Pannen gehören zum Feldversuch

Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns teilte das Ergebnis des Härtetests der EWV mit, die im Eifelwinter zusammengetragenen Erfahrungen nun in die Auswertung ihres Feldversuchs einfließen lässt. Bei der EWV bedauert man zwar die pannenreichen Episode, andererseits ist man nun auch um wichtige Erkenntnisse reicher, wo die Schwächen des Alternativ-Mobils liegen. Pressereferentin Michaela Humphries: „Solche Pannen gehören zu einem Feldversuch dazu. Das ist kein Drama.” Vielmehr sei man froh, dass sich die Kommunen bereit erklärten, bei diesem umfassenden Test mitwirken und ihre Erfahrungen einzubringen. Durchweg habe man bislang gute Erfahrungen gemacht.

Für die EWV allerdings war es eine Selbstverständlichkeit, dass sie nach diesen wechselhaften Erfahrungen der Gemeinde Simmerath nun erneut ein Elektromobil zur Verfügung stellen wird. Spätestens ab Juni können die Mitarbeiter der Verwaltung ein zweites Mal ein Elektrofahrzeug auf seine Alltagstauglichkeit hin testen. Ein neuer Typ wird demnächst den reservierten Parkplatz an der Ladesäule vor dem Rathaus einnehmen.

Diesmal wird ein japanisches Modell, ein Mitsubishi Miev, angeliefert. Der asiatische Kleinstwagen wird bereits als Elektro-Serienfahrzeug vertrieben. Klagen der Nutzer über die Kälteempfindlichkeit des Autos dürften diesmal kein Thema sein. Die traditionelle Schafskälte, die Anfang Juni zum Wetteralltag in der Eifel gehört, dürfte dem kleinen Japaner nichts anhaben.
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