Neue Vogelbeobachtungsstation im Nationalpark

Von: Klaus Pesch
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An der Urftalsperre wurde eine Vogelbeobachtungsstation gegenüber von Vogelsang eingerichtet. Dort können sich Interessierte über verschiedene Vogelarten informieren und das Naturschauspiel miterleben.

Nordeifel. „Das ist ja eigentlich fast der schönste Platz im ganzen Nationalpark“, freute sich Dr. Judith Schilling, Geschäftsführerin des Brohler Mineral- und Heilbrunnens. Eine einladende Vogelbeobachtungsstation an der Urftalsperre - auf halbem Weg zwischen Gemünd-Malsbenden und der Urftstaumauer - konnte nun, gesponsert von ihrem Unternehmen, eröffnet werden.

Mit 7500 Euro wurden zwei robuste Fernrohre angeschafft, mit denen jetzt Wanderer und Radfahrer das imposante Vogelsang-Panorama und die Vogelwelt in Augenschein nehmen können. Stars des landschaftlich beeindruckenden Ensembles werden in den nächsten Wochen die Eifeler Kormorane sein, die sich an den reichen Jungfischbeständen im See laben.

Wie Michael Lammertz, Fachgebietsleiter Kommunikation und Naturerleben beim Nationalpark Eifel, erläuterte, wurden in diesem Bereich im letzten Jahr 50 Brutpaare gesichtet - laut Lammertz „eine sehr stabile Population“. Im April, wenn es warm genug sei, würden die Tiere dort wieder brüten. „Wenn die Alttiere im See verschwinden und mit Fischen im Hals oder schon im Bauch wieder auftauchen, ist das schon ein Riesenspektakel“, gerät der Naturfreund ins Schwärmen.

Dabei könne man hautnah dabei sein, denn die beiden Fernrohre erlauben ein kostenloses 15-fach vergrößertes Naturerlebnis. Bei manchen Anglern sei der Kormoran ein rotes Tuch, sagte Lammertz. „Der frisst uns die Fische weg“, werde gefürchtet. Dabei sei das eigentlich Blödsinn. Der Vogel fresse nämlich nur Weißfische und Barsche. Die seien für Angler ohnehin nicht interessant und würden bei einem Fang sofort wieder zurück ins Wasser geschmissen.

Interessante Vogelart

Bis zu den vierziger Jahren sei der Kormoran in Westdeutschland ausgerottet gewesen, weil er als Nahrungskonkurrent gesehen wurde. Dann sei er geschützt worden, so dass man jetzt an 20 Stellen in NRW Brutkormorane habe. Es handele sich um eine sehr interessante Vogelart, die in Asien sogar domestiziert werde. Er selbst habe dort beobachten können, wie diese Vögel zum Fischen genutzt würden. Man lege ihnen einen Metallring um den Hals, der verhindere, dass erbeutete Fische heruntergeschluckt werden könnten. Jeden zehnten Fisch dürften die Tiere allerdings fressen.

Die Fernrohre wurden in zwei unterschiedlichen Höhen montiert, damit auch Rollstuhlfahrer, Kinder und Handbiker eines der optischen Instrumente bequem nutzen können. Eine große Tafel informiert Besucher über Kormoran, Graureiher, Haubentaucher, Kanada-Gans, Stockente und Schwarzmilan. Die Holzbauwerkstatt des Nationalpark-Forstamtes, die die Geräte installierte, hat außerdem Bänke und Tische aufgestellt. Projektleiterin der Station war übrigens Pia Beckers, die diese im Rahmen ihrer Ausbildung zur Kauffrau für Tourismus und Freizeit betreut hat.

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