Neue Trägerschaft für die Offene Ganztagsschule in Roetgen gesucht

Von: P. St.
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Vor sieben Jahren stieg Frank Lohse als Fachberater bei der OGS Roetgen ein. Foto: P. Stollenwerk

Roetgen. Eine richtig glückliche Partnerschaft war es eigentlich nie zwischen der Offenen Ganztagsschule Roetgen (OGS) und dem Verein Betreute Schulen Aachen-Land als Träger der Einrichtung. Der Verein seinerseits befindet sich in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt Aachen-Land.

Nun droht das Ende der Beziehung, die zum Schuljahr 2006/2007 aufgenommen wurde.

Mit Zustimmung aller Fraktionen beschloss der Roetgener Bildungs-, Generationen-, Sozial- und Sportausschuss, die Trägerschaft der OGS zum Schuljahr 2015/16 neu auszuschreiben. „Die OGS braucht frischen Wind“, meinte Antragstellerin Ingrid Karst-Feilen (Grüne).

Vor zehn Jahren wurde die OGS Roetgen, damals in der Trägerschaft eines Elternvereins, gestartet. Als dieser Verein mit der Organisation an seine Grenzen stieß, fand die Gemeinde in der Arbeiterwohlfahrt einen neuen Träger, der allerdings gleich zu Beginn von einigen Beteiligten argwöhnisch betrachtet wurde.

Dies hat sich bis heute nicht geändert, wie auch die 100-minütige Diskussion im Ausschuss unterstrich, wo Fachberater Frank Lohse vom Betreuungsverein über den aktuellen Sachstand der Nachmittagsbetreuung berichtete, das pädagogische Konzept („Die Schule soll Lebens- und Lernort sein“) und die erstmals angebotene Ferienbetreuung vorstellte. Derzeit besuchen 75 Kinder die OGS.

Auch wenn der Vortrag freundliche Zustimmung fand, war die latente Unzufriedenheit im Ausschuss mit dem Träger nicht zu unterdrücken. Kritik wurde an der fehlenden Transparenz geäußert, da der Verein bislang keine Verwendungsnachweise vorgelegt hatte.

Der Ausschuss folgte dem Vorschlag vom Bürgermeister Manfred Eis, dass dem Ausschuss eine detaillierte Aufstellung über die konkrete Betreuungsarbeit vom Träger vorgelegt werden soll. Und auch das Thema Ferienbetreuung läuft nach Ansicht des Ausschusses nicht wunschgemäß: „Da betteln wir seit sechs Jahren drum“, schimpfte Ingrid Karst-Feilen. Silvia Bourceau (UWG) mahnte zudem die dringende Notwendigkeit einer aktuellen Elternabfrage zum OGS-Bedarf an.

Ferienmaßnahme schleppend

Dabei wird die Ferienbetreuungsmaßnahme bereits im vierten Jahr angeboten, allerdings ohne Resonanz bisher. In den kommenden Herbstferien soll nun erstmals die Maßnahme stattfinden, die aber sehr schleppend anläuft, denn bislang haben sich nur ganze sechs OGS-Kinder angemeldet, obwohl die Kosten dafür mit 15 Euro pro Kind für eine Woche massiv gesenkt wurde.

Bislang mussten die Eltern von 150 Euro ausgehen. Nun aber hat der Verein in diesem Jahr 540 Stunden an Betreuung gekürzt, um damit die Ferienmaßnahme sozusagen zu subventionieren und das Angebot attraktiver zu machen. Diese Reduzierung, versicherte Frank Lohse, habe zwar zu Einschränkungen beim Betreuungsangebot geführt, aber es werde weiterhin Qualität angeboten.

Diese Einschätzung konnte im Wesentlichen auch Elisabeth Gerhards-Eckert, die Leiterin der Gemeinschaftsgrundschule Roetgen, bestätigen.

Auf Nachfrage der Lokalredaktion zeigte sich Frank Lohse „verwundert“ über die Debatte in Roetgen. Dennoch gehe er davon aus, dass die Arbeiterwohlfahrt sich am Ausschreibungsverfahren für die weitere Roetgener OGS-Trägerschaft beteiligen werde. Im übrigen sei zur Finanzierung der OGS endlich ein Gesetz erforderlich; bislang gebe es nur einen Erlass der Landesregierung, der höchst unterschiedliche Finanzierungsmodelle in den einzelnen Kommunen zur Folge habe.

Der Vorschlag der SPD, dass die Gemeinde selbst die Trägerschaft übernehmen könnte, wurde von Bürgermeister Eis („Eigentlich ein guter Gedanke“) aber aufgrund finanzieller und personeller Zwänge als nicht umsetzbar bezeichnet.

Der Betreuungsverein Aachen-Land betreut derzeit 500 Kinder an neun Schulen in vier Kommunen. In Roetgen beschäftigt er zehn Mitarbeiterinnen. Angeboten werden fünf Lernzeitengruppen und acht Kurse pro Woche. Mit drei Ortsvereinen hat man Kooperationsverträge abgeschlossen.

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