Imgenbroich - Neue Töne in der alten Molkerei

Neue Töne in der alten Molkerei

Von: Andreas Gabbert
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Musik und Geschichte erleben: Thomas Jansen eröffnet am Freitag sein Musikmuseum in der alten Molkerei im Erlenweg. Foto: Andreas Gabbert

Imgenbroich. Als Thomas Jansen als junger Student ein Klavier suchte und eine Anzeige aufgab, ahnte er noch nicht, was sich daraus entwicklen sollte. Nur ein Anrufer meldete sich auf seine Anzeige, zufällig bot er ein selbstspielendes Klavier an, was Jansen nichts ahnend kaufte. Das war der Beginn einer echten Leidenschaft.

Betritt man heute das neue Musikmuseum im Erlenweg 2 und hört die ersten Töne, dann fühlt man sich gleich in eine andere Zeit zurück versetzt.

50 bis 60 Exponate selbstspielender Musikinstrumente, von der kleinen Vogelorgel bis zum großen Orchestrion, und viele kleinere Gegenstände sind ab morgen in den Räumen der ehemaligen Molkerei zu bestaunen. Das älteste Ausstellungsstück stammt aus dem Jahr 1749.

10.000 Besucher

Das Konzept von Thomas Jansen ist das gleiche wie früher im ehemaligen Haus Wiesenthal, wo er seine Exponate bis zum Einzug des Carat-Hotels ausgestellt hatte. „In der ersten Saison hatten wir rund 10.000 Besucher”, erinnert sich Jansen.

„Als die Firma Welte im Jahr 1904 das automatische Klavier erfand, wurde das als achtes Weltwunder gefeiert”, weiß der mittlerweile 55-Jährige. Damals hätten sich alle Pianisten dieser Zeit auf den Instrumenten verewigt, erzählt er weiter. Auf der sogennaten Lochrolle seien alle Informationen enthalten, zum Beispiel auch die für die Stärke der Tastenanschläge. So kommt man heute noch in den Genuß Originalaufnahmen von Edward Grieg oder Alfred Grünfeld zu hören. „Solch ein Klavier ist oft die einzige Möglichkeit”, erklärt Jansen, der ein nicht gerade kleines Archiv solcher Aufnahmen pflegt.

Besondere Stücke

Ein automatisches Klavier reiht sich im Erlenweg nun ans andere. Darunter auch einige besondere Stücke, wie das beeindruckende Instrument mit Glockenspiel, Schlagzeug und Violinenregister, das ehemals in einem Tanzsaal gestanden hat, oder die sogenannte Milz-Geige, ein automatische Klavier mit einer eingebauten echten Geige, die natürlich auch automatisch gespielt wird. Erst vor wenigen Tagen hat Jansen Zuwachs in seinem Ensemble alter Schätzchen bekommen. Ein automatisches Klavier mit Notenrollenwechsler hat er aufgetrieben, einen Vorläufer der späteren Musikbox.

Das ist aber längst nicht alles, was es zu sehen gibt. Die Grammophon-Abteilung ist einen Besuch wert und auch die Werkstatt mit historischen Geräten. Dort zeigt Jansen seinen Besuchern, wie Notenrollen früher hergestellt wurden, und wie dies heute mit moderner Technik geschieht.

Die elektrischen Verstärker waren es, die Mitte der 1920er-Jahre die beeindruckenden Instrumente aus den Gasthäusern und Festsälen vertrieben. „Es wird immer schwieriger diese Instrumente zu finden”, bedauert Jansen. Doch in seinem Museum gibt es genügend davon zu bewundern.

Der Eintritt kostet 5 Euro, für Familien gibt es Ermäßigungen. Allerdings sind nur Gruppenführungen mit Anmeldung möglich, da es in dem Museum keine Absperrungen gibt. Anmelden kann man sich unter 02472 5122 oder über das Internet.
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