Neue Ortspläne verlangen noch viel Geduld

Von: Peter Stollenwerk
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Wie viel touristische Information ist notwendig? Um diese Frage dreht sich auch die Diskussion, ob es in der Gemeinde Roetgen der Aufstellung weiterer Ortstafeln bedarf. Foto: P. Stollenwerk

Roetgen. Über die grundsätzliche Notwendigkeit der Maßnahme lässt sich sicher streiten, aber unstrittig ist, dass die Aufstellung von neuen Ortsplänen an markanten Punkten im Gemeindegebiet Roetgen eine äußerst zähe Angelegenheit ist und sowohl die Verwaltung wie auch die Mitglieder der Umwelt-, Touristik- und Forstausschusses auf eine echte Geduldsprobe stellt.

Zum vierten Mal innerhalb der zurückliegenden anderthalb Jahre stand das Thema jetzt zur Beratung an, was für Rainer Nießen (UWG) zuviel des Guten war. „Ich würde den Verlag zum Teufel jagen“, schimpfte er, und weil es gegenüber den zurückliegenden Beratung im Frühjahr auch keine Fortschritte gebe, sei auch der Sachstandsbericht der Verwaltung „für die Tonne.“

Eigentlich ist die Sache einfach: Der in Nordhorn ansässige BVB-Verlag soll Ortspläne an markanten Punkten aufstellen, die über Werbung finanziert werden. Für die Kommune ist die Sache kostenneutral, da sich der Verlag über Werbung finanziert. Nur bei der Auswahl der Standorte ist die Kommune behilflich, denn es eine Häufung von Karten und Infotafeln soll vermieden werden.

Beim jüngst stattgefunden habenden Gespräch bei der Gemeindeverwaltung stellte der Verlag nun eine neue Konzeption vor: Die Ortspläne würden nunmehr ohne Werbung gestaltet, stattdessen sollen die frei werdenden Flächen mit touristischen Hinweisen, vom Schwarzwildpark bis zur Gastronomie, gefüllt werden.

Neues Gesamtkonzept

Das Interesse in den Orten selbst scheint aber nur gering zu sein, denn die für Rott und Mulartshütte zuständigen Vertreter können inzwischen überhaupt keine Notwendigkeit für die Aufstellung von Ortsplänen erkennen. Auch für Roetgen wurde bislang kein Standort benannt, da man einen Schilderwald befürchtet.

Da es zudem dem Verlag bislang nicht gelungen ist, trotz mehrfacher Erinnerung einen vorzeigbaren Entwurf für einen Ortsplan vorzulegen, fiel auch der Sachstandsbericht der Verwaltung entsprechend mager aus.

Stephan Speitkamp CDU) zeigte sich überrascht, dass das Verlagskonzept nun plötzlich ohne Werbung funktionieren soll, wobei sich auch für ihn die grundsätzliche Frage stelle, ob man die Ortspläne überhaupt brauche.

Annika Thelen von der Gemeindeverwaltung räumte ein, dass der BVB-Verlag in der Tat „etwas sprunghaft“ sei, aber das Finanzierungskonzept beruhe auf der Erwartung, dass sich der Verlag als Folgeauftrag den Druck von Faltplänen von der Gemeinde sichere. Auch Bürgermeister Jorma Klauss, der den Zwischenbericht auf Grund eines Ausschuss-Beschlusses vorgelegt hatte, zeigte sich nicht glücklich mit der „Performance“ des Verlages.

Am Ende einigte sich der Ausschuss aufgrund eines Vorschlages von Rainer Nießen auf einen Kompromiss. Demnach soll unter Beteiligung aller Akteure (dazu zählt auch ein interfraktionelles Gespräch) ein neues Gesamtkonzept erstellt werden. In der nächsten Sitzung des Ausschusses soll die Verwaltung dann über die weiteren Schritte berichten.

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