Neue Kunst belebt die alte Burg Heimbach

Von: Peter Stollenwerk
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Inmitten der Betriebsamkeit der Internationalen Tourismus Börse in Berlin stellten Dürens Landrat Wolfgang Spelthahn (li.) und Heimbachs Bürgermeister Bert Züll das Projekt Internationale Kunstakademie Heimbach vor. Foto: P. Stollenwerk

Heimbach. Was vor Jahresfrist noch als visionäre Skizze dargestellt wurde, nimmt jetzt greifbare Gestalt an: Unter dem Motto „Neue Kunst in alten Mauern” soll in wenigen Monaten die Internationale Kunstakademie in der Burg Heimbach ihren Lehrbetrieb aufnehmen.

Nach einer Aufbauphase sollen hier, inmitten des Nationalparks Eifel, einmal 100 Kurse pro Jahr angeboten werden.

Für Aufmerksamkeit sorgte die im Aufbau befindliche Bildungs- und Ausbildungsstätte für das künstlerische Schaffen nun auch weit abseits der Eifel - in der Bundeshauptstadt Berlin. Im Rahmen der soeben zuende gegangenen Internationalen Tourismus Börse in Berlin (ITB) wurde das Projekt am Präsentationsstand des NRW-Tourismus vorgestellt.

Der Dürener Landrat Wolfgang Spelthahn und Heimbachs Bürgermeister Bert Züll haben das Projekt mit Leidenschaft und Überzeugungskraft auf den Weg gebracht und hegen keinen Zweifel am langfristigen Erfolg der Einrichtung auf der altehrwürdigen Burg Hengebach.

Dass man die Aufbauphase bislang ohne jede öffentliche Förderung geschafft hat, verkünden die beiden Initiatoren nicht ohne Stolz. Anfang September soll der Startschuss hoch über den Dächern der romantischen Rurtal-Stadt fallen.

Keineswegs unvorbereitet hat man sich in das Abenteuer Kunstakademie gestürzt, wie der Landrat betont. Man habe sich zuvor erfolgreich arbeitende Einrichtungen mit ähnlicher Konzeption angeschaut. Daraus wuchs auch die Erkenntnis und schließlich die Gewissheit, dass die Burg Heimbach einen idealer Standort darstellt. Wolfgang Spelthahn bei der Präsentation in Berlin: „Der Tourismus befindet sich im Wandel. Mit einer Kunstakademie in Heimbach lassen sich Natur, Kultur und Wirtschaftsförderung ideal miteinander verbinden.”

Auch eine Machbarkeitsstudie wurde erstellt, die prognostiziert, dass die Akademie nach drei Jahren in der Lage sein wird, sich selbst zu tragen.

Bereits 34 Künstler, Dozenten und Referenten, national wie international, wurden bisher gewonnen, die die gesamte Bandbreite künstlerischer Aktivitäten abdecken sollen. Weitere acht Kräfte sollen bis 1. September hinzukommen. Als Akademie-Direktor wurde Prof. Dr. Frank Günter Zehnder gewonnen.

„Alleinstellungsmerkmal” lautet heute das Zauberwort bei der touristischen Vermarktung, und im Falle der Kunstakademie bedeutet dies, dass Heimbach einen deutlichen Schwerpunkt auf die Bereich Film und Fotografie setzt.

Als „Glücksfall” bezeichnet es Heimbachs Bürgermeister Bert Züll, dass für das Projekt ein Investor gefunden wurde. Ein Geschäftsmann aus Köln habe sich in die Burg regelrecht verliebt, sodass die Ideen für eine neue Nutzung nur so sprudelten. Nach dreijährigem Leerstand soll die Burggaststätte mit dem Start der Akademie wiederbelebt werden werden. Vom Ortszentrum soll ein Aufzug direkt auf die Burg führen, was den oft kritisierten beschwerlichen Anstieg der Vergangenheit angehören lässt.

Zwei Millionen Euro will der Investor einbringen; unter anderem plant er als Rendite auch den Ausbau von vier Eigentumswohnungen auf der Burg, die übrigens in vollem Umfang weiterhin öffentlich zugänglich bleibt.

Übernachtungsmöglichkeiten für Akademie-Teilnehmer werden unter anderem im Nationalpark-Gästehaus angeboten. Überhaupt versprechen sich die Initiatoren von der Akademie eine Besucher-Belebung sowie als Nachfolge-Investionen Geschäfte und Hotelansiedlungen. Hier verweist man auf das erfolgreiche Modell der Kunstakademie in Bad Reichenhall, die der Stadt rund 19.000 Übernachtungen im Jahr zusätzlich beschert.

So hoch will man sich die Ziele in Heimbach noch nicht stecken, aber ausgehend von einem Einzugsgebiet, dass rund 1,8 Millionen Menschen, auch in Belgien und den Niederlanden erfasst, sind alle Voraussetzungen gegeben, dass auch die Internationale Kunstakademie Heimbach eine Erfolgsstory wird.
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