Neue Kunden und helfende Hände für Secondhandladen

Von: P. St.
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Gute erhaltene Möbel zu Schnäppchen-Preisen findet man beim Sozialwerk Eifeler Christen in Imgenbroich. Die Vorsitzende Waltraud Haake (li.) wirbt für neue Kundschaft. Mit Claudia Klöckner (Mi.) hat man eine neue Bürokraft gewonnen, Bernadette Rader will sich künftig ehrenamtlich engagieren. Foto: P. Stollenwerk

Imgenbroich. Erstaunlich, was Leute so alles ausrangieren: Schränke, Tische, Schlafzimmer und Sitzgarnituren, denen man kaum ansieht, dass sie genutzt wurden, landen mal schnell vor der Tür. Wenn es gut läuft, dann finden nicht mehr benötigte Möbel und Hausrat den Weg zum Sozialwerk Eifeler Christen in Imgenbroich. Hier wird das Material dann zum Verkauf angeboten.

Das Sozialwerk, ein reiner Zweckbetrieb, der seit gut 20 Jahren besteht, konnte in dieser Zeit schon so manchen Wunsch erfüllen, besonders bei Menschen mit nicht so dickem Geldbeutel. In erster Linie aber versteht sich die Einrichtung im Imgenbroicher Erlenweg in den Räumen der ehemaligen Molkerei als Secondhandladen, wo jeder einkaufen kann – und sollte!

Letzteres wünscht sich vor allem der Vorstand der Sozialwerkes, aber Wünsche und Wirklichkeit laufen derzeit eher entgegengesetzt, so dass sich die Verantwortlichen gefordert sehen, den Laden neu aufzustellen. Zwar ist man erst vor knapp zwei Monaten am alten Standort in neue und hellere Räumlichkeiten umgezogen, aber die Geschäfte könnten besser laufen, findet auch Waltraud Haake, die Vorsitzende des Sozialwerks. Sie spricht von „großen Problemen“: Es würden derzeit zu wenig Kleider und Möbel aus den Reihen der Bevölkerung abgegeben und das Sozialwerk verfüge über zu wenig Personal.

Das Sozialwerk leert als Dienstleister für die KAB auch die Altkleidercontainer in den einzelnen Orten, aber die eingeworfenen Säcke dürfen nicht geöffnet und keine Textilien für den Weiterverkauf im Geschäft herausgenommen werden, weil das Sammelgut der KAB gehört.

Wer also möchte, dass Secondhand-Textilien beim Sozialwerk in Imgenbroich zum Verkauf angeboten werden, der muss sie auch dort abliefern.

Das Personalproblem entstand, weil die Arbeitsagentur derzeit keine Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen mehr vermitteln kann, da der Arbeitsmarkt sehr angespannt ist und mitunter sogar Arbeitssuchende, die vor einiger Zeit noch in ABM-Maßnahmen eingesetzt worden wären, inzwischen auf den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden. „Der in Frage kommende Personenkreis für das Sozialwerk ist sehr überschaubar geworden“, weiß der 2. Vorsitzende, Hermann Mertens.

Damit die bewährte Einrichtung aber auch weiterhin ihre beiden Aufträge erfüllen kann, nämlich Menschen durch Wiedereingliederung Zugang zum Arbeitsmarkt zu verschaffen und zudem sozialverträgliche Angebote im Laden vorzuhalten, bedarf es einer organisatorischen Neuausrichtung.

Wegen der Personalknappheit werden daher noch dringend ehrenamtliche Helfer gesucht, männliche wie weibliche, die sich sozial engagieren wollen. In der Kleiderkammer werden ebenso helfende Hände benötigt wie beim Auf- und Abbau von Möbeln oder als Hilfe bei den Bio- und Grüncontainern.

Um den Secondhandladen attraktiver zu gestalten und für neue Kunden interessant zu machen, werden die Öffnungszeiten erweitert (jetzt auch Samstagvormittags). Die gekauften Textilien werden nicht mehr gewogen, sondern als Einzelstücke mit Festpreisen abgegeben. Zudem soll das besonders stark nachgefragte Sortiment bei Kinderkleidung erweitert werden.

Waltraud Haake möchte das Sozialwerk Eifeler Christen noch stärker im Bewusstsein der Bevölkerung verankern: „Wir sind ein Secondhandladen. Hier kann jeder einkaufen.“

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