Neue Helden wie diese braucht die Welt

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Ultraschall, Blutdruck oder EK
Ultraschall, Blutdruck oder EKG: Geduldig erklären die Ärzte im Kinderseminar „Notfallhelden” in der Eifelklinik St. Brigida alle Fragen der jungen Teilnehmer.

Simmerath. Notruf, Druckverband und stabile Seitenlage - das alles haben die meisten Erwachsenen einmal gelernt, im Zweifelsfall aber auch schon wieder vergessen. Einige von ihnen können sich nun aber einen Auffrischungskurs von ihrem Nachwuchs geben lassen.

26 Kinder lernten jetzt im Kinderseminar „Notfallhelden” in der Eifelklinik St. Brigida in Simmerath, wie sie sich beispielsweise bei einem Unfall richtig verhalten können. Dabei durften sie auch mal in einen Rettungswagen und die Zentralambulanz des Krankenhauses schnuppern.

„Was könnte denn alles für den Notarzt wichtig sein, wenn ihr vom Unfallort aus Hilfe ruft?”, lässt Notärztin Dr. Stefanie Syben die 26 Kinder im Grundschulalter raten, nachdem diese schon ganz genau wissen, welche Nummer sie überhaupt anzurufen haben. Schnell hat man hier auch die wichtigsten Informationen zusammen: Wer ruft an? Was genau ist passiert? Wie viele Verletzte und welche Verletzungen gibt es? Und wo ist der Unfall überhaupt geschehen?

Danach wird geübt. Einer spielt den Anrufer, einer die Einsatzzentrale - und der entscheidet auch gleich, welche Rettungsfahrzeuge er aussendet. So beginnt das erste Kinderseminar, das in der Eifelklinik St. Brigida veranstaltet wurde.

„Als Krankenhaus vor Ort sehen wir die medizinische Aufklärung als eine unserer größten Aufgaben an. Und wer sagt, dass diese nur etwas für Erwachsene ist?”, sagt Dr. Ulrich Mauerer, Geschäftsführer der Eifelklinik St. Brigida und selbst dreifacher Vater. „Gerade auf dem Spielplatz, am See oder beim Sport passieren viele Unfälle, die die Kinder oft überfordern. Wir möchten ihnen zeigen, wie sie sich richtig verhalten und eventuell auch schon vor Ort helfen können.”

Die kleinen Ersthelfer selbst sind Feuer und Flamme: Schnell haben sie den Dreh raus, wie man einen fachgerechten Druckverband anlegt und freuen sich, dass als Verbandmaterial durchaus auch ein zerfetztes T-Shirt, ein kleines Stofftier oder ein Schal herhalten kann. Die Wunden-Tattoos lassen alles noch viel echter aussehen. Und die stabile Seitenlage? Was viele Erwachsene ratlos dastehen lässt, ist für Lia, Maya und die anderen Kinder nach wenigen Minuten auch kein Problem mehr.

In Gruppen zieht es sie dann weiter zum Rettungswagen des Rettungsdienstes Schmitz. Toll, was es hier alles zu entdecken gibt! Stolz zeigen alle ihren Ausdruck vor, der ihnen beste Blutsauerstoffwerte bescheinigt. Was alles zum Einsatz kommt, sobald der Verletzte im Krankenhaus ist, wird schließlich auch noch vorgeführt: Ultraschall, Blutdruck, EKG. Geduldig klären die Ärzte alle Fragen der Kinder und fahren diese auch mal im Rollstuhl durch die Notaufnahme.

Nach zwei Stunden haben sie sich dann schließlich als „Notfallhelden” qualifiziert - eine Urkunde bezeugt die erfolgreiche Teilnahme.

Mit Maskottchen Artie und kindgerechtem Infoflyer in der Hand lautet die Antwort darauf, was denn nun am meisten Spaß gemacht habe: „Alles!”

Das freut auch die Eltern - nur ob man sich von den Tattoos jemals wieder trennen wird, das bleibt zu Hause noch auszufechten.
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