Neue Heimatlektüre: „Der zweite Weltkrieg in Rollesbroich“

Von: ho
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Heimatforscher und Buchautor H. Jürgen Siebertz hat sich an sein neues Werk gemacht. Bei seinen Recherchen ist er auf neue Details zum Kriegsgeschehen in Rollesbroich gestoßen. Foto: Hoffmann

Lammersdorf/Rollesbroich. Als Jürgen Siebertz sich Mitte 2012 in der hektischen Endphase für sein Buch über die Geschichte der Volksschule Lammersdorf befand, verkündete er noch selbstsicher: „Das wird mehr oder weniger mein letztes Buch. Danach schreibe ich noch etwas über meine Nachkriegserinnerungen aus meiner Kindheit im Monschauer Land, aber dann ist Schluss!“

Pustekuchen – zwischenzeitlich hat Heimatforscher H. Jürgen Siebertz (70), der die Freunde der Heimatliteratur bis dato mit neun viel beachteten Buchveröffentlichungen erfreute, neue Energie geschöpft und neuer Ehrgeiz gepackt. Wer ihn in den vergangenen Wochen besuchte, stolperte bereits in der Küche über vorsortierte Haufen von Papieren, Dokumenten und Fotos, die alle dem Simmerather Ortsteil Rollesbroich rund um den Herbst 1944 zuzuordnen waren.

Dies alles aus gutem Grund, da der quirlige Siebertz mitten in der Arbeit zu einer Dokumentation steckt, die Ende April in Aachen verlegt und gedruckt wird. „Der 2. Weltkrieg in Rollesbroich und die Jahre danach“ wird der Titel dieses Buches lauten, dessen Herausgabe der „Arbeitskreis Heimatgeschichte Rollesbroich“ übernimmt und dessen Herausgabe für den 4. Oktober anvisiert ist. Bei seinen Recherchen zu seinem neuen Werk ist H. Jürgen Siebertz im übrigen auf interessante und neue Details gestoßen, wozu er anmerkt: „Von wegen Rollesbroich wurde an einem Vormittag im Dezember 1944 kampflos erobert. In diesem Fall muss es erlaubt sein, die Geschichte neu zu schreiben und es ist jetzt an der Zeit, die Ereignisse publik zu machen.“

Wie Siebertz erläuterte, kam ihm die Idee zu diesem Buch, als er im vergangenen Jahr ein Referat in Rollesbroich vorbereiten musste. Dabei ging es wieder einmal um die Ereignisse am Westwall, wobei ihm neue Kriterien vorlagen, die ein weiteres Buch zum Kampf an der Westgrenze rechtfertigten. Bei Durchsicht seines Archivs waren ihm Unterlagen aufgefallen, die er vor Jahren von einem Stolberger Lehrerkollegen, dem Heimatforscher Günter von der Weiden, erhalten hatte. Dort wurde detailliert die Eroberung von Rollesbroich durch das 310. US-Regiment der 78. US-Infanteriedivision am 14. Dezember 1944 beschrieben. Das Material hatte der Kollege aus der Kupferstadt von einem Gewährsmann in den USA erhalten. „Und ab diesem Zeitpunkt brannte dieses Material förmlich auf meinem Schreibtisch, und ich musste es unbedingt in Form bringen“, merkt Siebertz zu seiner entfachten Begeisterung an.

Danach machte er sich mit viel Enthusiasmus ans Werk, bis die Eroberung von Rollesbroich, die überhastete fußläufige Flucht der Einwohner, die schwierige Heimkehr aus weiter Ferne und das Leben in den Trümmern des kleines Eifeldorfes zu Papier gebracht worden war.

Wer jetzt noch Fotos oder Schriftstücke aus der Rollesbroicher Kriegszeit, der Evakuierung oder den Nachkriegsjahren besitzt und diese in das erste „Rollesbroich-Buch“ einbringen möchte, wird um baldige Kontaktaufnahme mit dem Autor unter Telefon 02473/7917 gebeten.

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