Neue Gewerbeflächen: noch reichlich Gesprächsbedarf

Von: hes
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Das Gewerbegebiet am Himo ist
Das Gewerbegebiet am Himo ist „voll”, und so möchte die Stadt Monschau „auf der grünen Wiese” zwischen Konzen und Imgenbroich der erfreulich starken Nachfrage Rechnung tragen. Foto: Heiner Schepp

Monschau. „Wir beginnen das Spiel von Neuem”, stellte Werner Krickel fest und sah den Monschauer Planungsausschuss „am gleichen Stand wie vor einem Jahr”. Das „Spiel” ist das Bebauungsplanverfahren Imgenbroich „Nord-West”, das in einem Dreieck zwischen Trierer Straße, Hengstbrüchelchen und Konzen Platz machen soll für neues Gewerbe.

Bei je einer Gegenstimme und einer Enthaltung brachte der Planungsausschuss das Verfahren am Ende der rund 45-minütigen Debatte erneut auf den Weg, doch die Arbeit fängt damit wohl erst richtig an.

Kaum ein Zuschauerplatz blieb leer, als der Monschauer Planungsausschuss am Dienstagabend öffentlich tagte - ein sicheres Zeichen für die unmittelbare Betroffenheit der Bürger.

Die Stadt Monschau will, ja muss laut Bürgermeisterin Margareta Ritter neuen Platz für Gewerbe schaffen, „denn das Gewerbegebiet am Himo ist praktisch ausgebucht und weitere Interessenten stehen Schlange”. Das dafür ausgeguckte Gebiet, die großen freien Flächen rechts der B258 wenn man von Konzen nach Imgenbroich fährt, halten jedoch einige Stimmen für ungeeignet. Die Anwohner, weil sie um ihre Wohnqualität fürchten, Landwirte, die ihre Bewirtschaftungsflächen schwinden sehen, und Gewerbetreibende aus der Nachbargemeinde, die neue Konkurrenz am Horizont wittern.

Der Planungsausschuss hatte nun über die während der Offenlage eingegangenen Bedenken und Anregungen zu entscheiden. Fast 30 Behörden und Träger öffentlicher Belange hatten Position bezogen, ein halbes Dutzend Stellungnahmen von Anwohnern und privaten Firmen lag vor. „Viele, sehr viele dieser Anregungen wurden in den Plan eingearbeitet, aber es gab auch einige, denen nicht zu 100 Prozent entsprochen werden konnte.

Denn Allgemeinwohl geht vor persönliches Wohl”, stellte Heinrich Jansen für die CDU fest und kündigte an, dass man „jetzt intensiv mit den betroffenen Bürgern sprechen” werde. In der Sache stehe nun das Umlegungsverfahren an, das „sicherlich einige Verhandlungen und Härten mit sich bringen” werde, und bei dem vor allem die Imgenbroicher Ratsvertreter als Vermittler zwischen Verwaltung und Bürgern gefragt seien. Jansens optimistische Aussicht: „Das ist anderswo gelungen und wird auch hier gelingen.”

Die SPD strebe ein „verträgliches Gebiet” an, seien doch Imgenbroich generell und die betroffenen Anwohner „schon genug belastet”, sagte Brigitte Olschewski. Die Sozialdemokratin aus Imgenbroich wunderte sich, dass Bürgeranregungen wie Schall- und Sichtschutz oder die Angst der Bürger vor Wertminderung ihrer Immobilie keinerlei Berücksichtigung gefunden hätten.

„Warum kann man dem Bürger hier nicht ein Stück entgegenkommen?” fragte Olschewski, die sich bei der Abstimmung enthielt. Das Gutachten sei zu dem Ergebnis gekommen, dass Schall- oder Sichtschutz „entweder nicht notwendig oder nicht wirkungsvoll” seien, erwiderte Margareta Ritter und bezeichnete eine Bepflanzung als „weitaus sinnvoller”. Die Bürgermeisterin verwies darauf, „dass Sie heute keinen Satzungsbeschluss fassen”, solche Details aber Gegenstand des weiteren Verfahrens seien. Ritter: „Vor uns liegt ein anstrengendes Jahr mit vielen Verhandlungen”.

„Wir planen dieses Gebiet nicht für einen einzigen Vollsortimenter”, entgegnete die Bürgermeisterin auf den Einwand von Dietmar Schütteler, mit einem neuen großen Markt rufe die Stadt ohne Not nach Konkurrenz für den Real-Markt. „Wenn der Real einem Umzug zustimmen würde, wäre das etwas Anderes”, sagte der Linken-Abgeordnete, der den Plan aber ohnedies ablehnt: „Diese Fülle von Einwänden, die da gekommen sind, spricht doch Bände”, hält Schütteler das Gebiet für gänzlich ungeeignet.

Bürgermeisterin Ritter verwies auf die bereits drastisch zurückgefahrene, vermarktbare Fläche und erinnerte „an die Arbeitsplätze, die hier entstehen werden”. Sie erinnerte an das Planverfahren des heutigen Gewerbegebiets am Himo im Jahr 1987. Ritter: „Schon damals kam Widerstand aus der Nachbargemeinde, die auf ihr Rollesbroicher Gewerbegebiet verwies. Wenn wir dem damals gefolgt wären, hätte die Firma Weiss nicht erweitern können und wäre heute am Aachener Kreuz.”

Konzens Ortsvorsteher Matthias Steffens (CDU) warb dafür, das Verfahren „mit den Bürgern im Schulterschluss zu entwickeln, denn wir sind zur Weiterentwicklung verpflichtet”. Es gelte dann, alle Interessen unter einen Hut zu bringen - nicht nur die der Anwohner und der Wirtschaft, sondern beispielsweise auch der Landwirtschaft und der Anlieger von Hengstbrüchelchen und Kirschensteinweg, die genauso betroffen seien.
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