Neue Gedenktafel für Weltkriegsopfer

Von: fm
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In seiner Ansprache ging Vorsitzender Norbert Jansen vom Heimatverein ausführlich auf die Entstehungsgeschichte der Gedenktafel und die vielfältige Unterstützung aus der Bevölkerung und aus Sponsorenkreisen ein. Foto: Franz Mertens

Kalterherberg. In einer bewegenden Feierstunde im Eifeldom gedachte die Kalterherberger Bevölkerung im Jahr 2014 ihrer zivilen Opfer bei der Bombardierung von Malmedy. Als im Herbst 1944 die Front Kalterherberg erreichte, evakuierten die Amerikaner die Zivilbevölkerung nach Malmedy.

Der Heimatverein hat sich nach dieser Gedenkfeier der Aufgabe gewidmet, für alle zivilen Opfer des Ortes im Zweiten Weltkrieg eine bleibende Stätte der Erinnerung zu schaffen. Für die gefallenen Soldaten besteht eine solche schon seit unmittelbarer Nachkriegszeit im Eingangsbereich der Kirche und auf dem Friedhof. Etwas Vergleichbares gibt es jetzt auch für die zivilen Opfer an der südöstlichen Seitenwand der Leichenhalle.

Auf einer Bronzetafel sind die Namen aller bekannten zivilen Opfer aus der Kriegszeit festgehalten. Die feierliche Einweihung dieser Bronzetafel fand am vergangenen Wochenende nach der Vorabendmesse statt. Zu dieser Feier hatte der Heimatverein eingeladen. Auf dem Weg vom Eifeldom zur Leichenhalle begleiteten den Heimatverein neben den Besuchern der Vorabendmesse Abordnungen des Turnvereins und der Eifelvereinsortsgruppe. Vertreter des Ortskartells, aus der Politik und dem Sponsorenkreis, ohne dessen Unterstützung die Errichtung der Gedenktafel nicht möglich gewesen wäre, nahmen ebenfalls an der Feier teil. Der Gesangverein sorgte für die musikalische Begleitung der Feierstunde.

Der Vorsitzende des Heimatvereins, Norbert Jansen, betonte in seiner Ansprache, aus eigenen Kräften hätte der Verein diese Gedenktafel nie in Auftrag geben können. Dies sei nur möglich geworden durch die Spenden aus der Bevölkerung und die Unterstützung aus Mitteln, die von der Sparkasse Aachen für gemeinnützige Zwecke jedes Jahr bereitgestellt werden. Neben der finanziellen Unterstützung haben sich bei der Gestaltung der Gedenktafel und der sie einrahmenden Leuchten auch kundige ortsansässige Handwerker eingebracht.

58 Namen ermittelt

Aus den Reihen des Heimatvereins haben viele Mitglieder dazu beigetragen, die Namenslisten zusammenzustellen. Neben den 91 Gefallenen des Ortes wird jetzt auch die Erinnerung an 58 zivile Opfer des letzten Krieges wach gehalten. Ihre Namen stehen gemeinsam für die dauernde Erinnerung an die Schrecken eines Krieges und als Mahnung zum Frieden. Am Ende seiner Ansprache zitierte Norbert Jansen aus einem 1958 im damaligen Heimatkalender verfassten Artikel von Kurt Mertens: „Unsere Kriegstoten ließen nicht mehr alle im Glauben an eine gerechte Sache ihr Leben. Für manche war der Sinn einfach nicht mehr zu begreifen. Darum sollten wir alles tun, was in unserer Macht steht, unsere Heimat vor dem Wahnsinn eines neuen Krieges zu bewahren. Nur so kann das Opfer der Toten einen Sinn haben.“

Bei der Einsegnung der Tafel betonte Subsidiar Karl Schnitzler die aktive Verantwortung für Frieden und Gerechtigkeit in der heutigen Zeit. Dafür soll diese Tafel ein Zeichen sein. Mit einem gemeinsamen Gebet zum Gedenken der Verstorbenen endete die Feier.

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