Neue Friedhofssatzung: Urnen bleiben die preiswerte Lösung

Von: P. St.
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Simmerath / Friedhof / Urnen
Gegenläufige Entwicklung: Während die Zahl der Erdbestattungen in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen ist, haben die (preiswerteren) Urnenbestattungen die Beisetzungen im Sarg in diesem Jahr erstmals zahlenmäßig überholt. Grafik: ZVA/Herfs

Simmerath. Wenn ab 1. Januar 2010 die neue Friedhofssatzung der Gemeinde Simmerath in Kraft tritt, dann wurde ein wichtiges Ziel nicht erreicht: Der bislang bestehende hohe Kostenunterschied zwischen einer Erdbestattung und einer Urnenbeisetzung konnte nicht ausgeglichen werden.

Dennoch schafft die neue Satzung viel Raum für neue Bestattungsformen, wie z.B. das pflegefreie Gemeinschaftsgrab. Hier erfolgen auf einer ausgewiesenen Fläche Urnen- oder Erdbestattungen, wobei die Gemeinde ein gemeinschaftliches Denkmal errichtet, an dem kleine Tafeln mit den Namen der Verstorbenen angebracht werden.

Diese Form der Bestattung, so die Vermutung, dürfte in zukünftig an Attraktivität gewinnen, aber preiswert ist das Gemeinschaftsgrab nun bei weitem nicht, da der Gesamtaufwand aufgeteilt werden muss. Demnach ergeben sich bei einer Erdbestattung Kosten in Höhe von 2700 Euro; bei einem Urnengrab sind es 1950 Euro.

Nach erneuter Beratung verabschiedete der Haupt- und Finanzausschuss die neue Satzung einstimmig in seiner Sitzung am Dienstagabend.

Die Verwaltung hatte errechnet, dass sich der Gesamtaufwand für 2010 um 17.000 Euro erhöhen wird, was auf die gestiegenen Personalkosten für die Gemeindearbeiter zurückzuführen ist. Zudem geht man von einer leicht steigenden Anzahl der Bestattungen aus (135 gegenüber 130 im Vorjahr).

Trotz steigender Zahl nimmt aber die Benutzung der Leichenhallen aufgrund der nach wie vor steigenden Feuerbestattungen weiterhin ab. Die zwangsläufige Folge ist, dass auch die Gebühr für die Leichenhalle erhöht werden muss, die übrigens bei Aufbewahrung einer Urne gleich hoch ist.

Die Verwaltung geht im Jahr 2010 trotz angenommener 135 Bestattungen von nur 75 Leichenhallenbenutzungen aus und nur 115 neuen Grabnutzungsrechten (20 Urnenbeilegungen).

Ein wesentlicher Anlass, die Friedhofssatzung zu erarbeiten, war die immer stärkende Kostendifferenz zwischen einer Urnenbestattung und einer Erdbestattung, doch nach einer ersten Kalkulation für das Jahr 2010 kann die Verwaltung keine Entlastung in Aussicht stellen, im Gegenteil: Die Gebühr für eine Erdbestattung erhöht sich von 585 auf 620 Euro, während sich Gebühr bei der Urnenbestattung um 105 Euro (von 325 auf 220 Euro) verringert.

Die Verwaltung sieht sich jedoch in der Pflicht, „verursachergerecht” die Gebühren zu ermitteln. In der Stadt Aachen zum Beispiel erhebt man für Urnen- und Reihengrab pauschal die gleiche Gebühr; in Simmerath hält man laut Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns eine solche Regelung für rechtlich problematisch.

Die Kosten für ein Gemeinschaftsgrab seien in der Tat „recht hoch”, stellte auch CDU-Sprecher Bruno Löhrer fest. Möglicherweise könne man die Gebühr nach den ersten Erfahrungen später anpassen. Man müsse andererseits aber bedenken, dass weder Kosten für Grabgestaltung noch die Pflege anfielen.

Insgesamt könne man mit der neuen Satzung noch nicht zufrieden sein, da die Urnenbeisetzungen deutlich günstiger ausfielen und sich die Hoffnung auf eine Angleichung nicht erfüllt hätten, aber eine andere Regelung sei wohl rechtlich „nicht vertretbar”. Löhrer rechnete aus, dass ein Reihengrab künftig 309 Euro teurer werde: lediglich das Doppel-Wahlgrab werde um 491 Euro günstiger.

„Nicht ganz glücklich” zeigte sich auch SPD-Sprecher Gregor Harzheim mit der neuen Satzung. Eigentlich habe man verhindern wollen, dass Bürger sich aus finanziellen Gründen für eine bestimmte Bestattungsform entscheiden würden. Dies sei nicht gelungen, aber aus rechtlicher Sicht müsse man wohl so verfahren.

Für UWG-Sprecher Claus Brust war wichtig, dass eine jährliche Überprüfung der Gebühren erfolge; soviel Vertrauen setze er in die Verwaltung.
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