Neue Brücke am Tivoli: Diskussion geht von vorne los

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
kanalegrandebild
Steht bald wieder auf der Tagesordnung: Die Brücke über die Krefelder Straße zum neuen Tivoli ist aus Sicht von Verkehrsgutachtern nach wie vor für die Sicherheit der Fußgänger unabdingbar. Auch der Anfang des Jahres gestoppte geschwungene Entwurf ist noch nicht aus dem Rennen.

Aachen. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Und so flammt die heiße Diskussion über eine Fußgängerbrücke am neuen Tivoli über die Krefelder Straße hinweg bald wieder auf. Nach AZ-Informationen gehen Verkehrsgutachter nach wie vor davon aus, dass eine solche Brücke her muss, um die Sicherheit der Fußgänger zu gewährleisten.

Diese Meinung hatten sie auch schon in ihren Expertisen kundgetan, die sie im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens anfertigten. Nach der Kostenexplosion einer von der Politik favorisierten geschwungenen Variante hatte die Verwaltung zum Jahreswechsel das Verfahren gestoppt. Die Kosten bewegten sich seinerzeit schon auf die Drei-Millionen-Euro-Marke zu. Danach kam die Frage auf, ob eine solche Brücke überhaupt notwendig sei.

Diese Frage wird wohl mit Ja zu beantworten sein. Und die ganze Debatte wird von vorne losgehen. Die Verwaltung hat in den aktuellen Etat für ein solches Bauwerk wieder - wie anfangs - 800.000 Euro eingeplant. Aber: Die Verwaltung hatte nach dem Aus der letzten Pläne bekundet, 300.000 Euro Planungskosten müssten trotzdem berappt werden.

Dazu kommen 200.000 Euro, um das noch im Vorplatz klaffende Loch zu schließen. Dort sollte der markante Pylon der Brücke eigentlich hin. Angesichts dieser Summen überlegt mancher Politiker, ob sich die Realisierung der bisherigen Pläne da nicht doch rechnen könnte, wenn man die Gesamtkosten auf der anderen Seite noch gedrückt bekommt. Mit einer „08/15”-Brücke mag mancher an diesem Stadteingang nach wie vor nicht vorlieb nehmen.

Zwischenzeitlich wurden noch einige pikante Details darüber bekannt, warum es rund um den Tivoli zu einer Kostenexplosion kam. Bislang hatte die Verwaltung zum Beispiel hinsichtlich der Brücke mehrere Gründe genannt - etwa mehr benötigter Stahl oder auch einen von der Stawag gebauten Kanal, der mit dem geplanten Brückenfundament kollidierte. Jetzt aber ist ein anderer Hauptgrund ausgemacht: ein großer Kabelkanal der Telekom, der in den 70er oder 80er Jahren auf den Grundstücken des Post-Telekom-Sportvereins und des ALRV verlegt wurde.

Völlig unerwartet sei man auf diese Kabeltrassen gestoßen, hieß es im nicht-öffentlichen Teil des Planungsausschusses. Anlass für die Erläuterungen war eine Anfrage von Ratsherr Hans-Dieter Schaffrath (FWG) gewesen. Offenbar habe nicht einmal die Telekom selbst genau gewusst, dass die Trassen dort verlaufen. Als nun die Bauarbeiter auf die Kabel stießen, war guter Rat teuer. Im Wortsinn. Schnell wurde klar, dass eine Verlegung enorm aufwendig gewesen wäre - insgesamt 24 Kabelkanäle sind dort im Boden versteckt.

Die Kabel sind für die regionale Versorgung so wichtig, dass die Schachtabdeckungen sogar alarmgesichert sind. Was nun auch noch zu erhöhtem Aufwand - und zu höheren Kosten - beim Vorplatzbau führte. So mussten Schachtabdeckungen maßgefertigt werden, die über die vorhandenen Schächte der Leitungen gesetzt wurden. Die Statik der Brücke musste umgeplant, die Gründung des Pylons an anderer Stelle vorgesehen werden. 305.000 Euro Mehrkosten resultierten daraus - ohne den Zusatzaufwand mit den Schächten, der von der Stadt nicht beziffert wird.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert