Rurberg/Einruhr - Neue barrierefreie Brücke für Einruhr

Neue barrierefreie Brücke für Einruhr

Von: Gudrun Klinkhammer
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Langsam und behutsam wurde zunächst der neue Ponton mit einem Kran vom Paulushofdamm aus auf die Wasseroberfläche des Obersees gesetzt. Foto: Gudrun Klinkhammer
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Ein Blick auf die neue, barrierefreie Brücke, die auf einem normalgroßen LKW angeliefert werden konnte. Foto: Gudrun Klinkhammer

Rurberg/Einruhr. Der Paulushofdamm erzitterte, als ihn der überbreite Schwerlaster langsam, aber stetig befuhr. Am Donnerstagmorgen noch vor Sonnenaufgang wurden in Rurberg eine neue, barrierefreie Brücke und ein dazugehöriger Ponton, also ein großer Schwimmkörper, für den Anleger in Einruhr angeliefert und hintereinander weg per Kranwagen auf das Wasser des Obersees gehoben.

Franz-Josef Heuken, der gemeinsam mit seiner Ehefrau Waltraud Heuken die Rurseeschifffahrt betreibt, beaufsichtigte das Manöver, das nicht ganz ungefährlich war. Der Ponton wiegt knapp 15 Tonnen, der obere Teil, die eigentliche Brücke, drei Tonnen. Das Gewicht musste so verteilt werden, dass der Kranwagen beim Abheben und Absenken der großen Metallkörper nicht umkippte, was nach einigem Austesten der Lastenverteilung mit schweren Ketten auch einwandfrei funktionierte.

Heuken nannte Fakten: „Der Ponton ist 4,80 Meter breit, 25 Meter lang und rund drei Meter hoch.“ Ein Schwerlasttransporter fuhr den sperrigen Schwimmkörper von Andernach durch die Nacht in die Eifel. Um 6 Uhr musste der Schwerlasttransporter von der öffentlichen Straße runter sein. Anders die eigentliche Brücke, die von einem gängig breiten und zwölf Meter langen Lkw nach Rurberg gefahren wurde und dort eine Stunde später eintraf.

In Andernach fertigte ein Stegbauer die beiden Bauteile in seiner Werkstatt vor. Auf dem Obersee wurden sie dann zusammengeschraubt und von der „Eifel“ gegen Mittag nach Einruhr geschleppt. Nicht nur Franz-Josef Heuken, auch einige Rurseekapitäne halfen fleißig mit.

Kapitän Klaus Blumberg fuhr und bediente einen kleinen Frontlader, der als Hebebühne und Aufzug diente. Senior-Kapitän Herbert Harth, bereits offiziell in Pension, fasste tatkräftig mit an und scherzte zwischenzeitlich bezüglich seiner Mitarbeit augenzwinkernd: „Ab jetzt wird es aber langsam teuer.“

Heuken berichtete während des Termins, dass sich der Tourismus am Rursee und am Obersee seit einigen Jahren wieder im Aufschwung befinde: „Vor allem Busgruppen mit älteren Herrschaften nutzen gerne die Gelegenheit, die wunderschöne Landschaft, mitten im Nationalpark Eifel gelegen, mit einem Schiff zu erobern.“ Der alte Anleger in Einruhr stammt wahrscheinlich noch aus den Anfängen des Obersees, also aus dem Jahr 1956. Heuken: „Ich wüsste nicht, dass der schon mal ausgetauscht worden ist.“

Im Jahr 2014 verkaufte Familie Heuken die in die Jahre gekommene „Nikolaus“ und ließ dafür den modernen Katamaran „Seensucht“ zu Wasser. Im Parterre-Bereich ist die „Seensucht“, die bis zu 250 Personen fasst, komplett barrierefrei. Sogar die Sanitäreinrichtungen sind für Rollstuhlfahrer geeignet. Nicht barrierefrei war bisher allerdings der Zugang zu den Ausflugsbooten.

Mit der neuen Brücke ist nun auch dieser Weg vom Festland auf das jeweilige Schiff, entweder die „Seensucht“ oder die „Eifel“, die den neuen Anleger nun über Tag abwechselnd anfahren, barrierefrei. Ein Gefälle von sechs Prozent sorgt moderates dafür, dass Rollstuhlfahrer und natürlich auch Leute mit Kinderwagen keine Probleme mehr beim Ein- und Auschecken haben.

Über den Preis der neuen Anlage wollte Franz-Josef Heuken nichts sagen. Die Maßnahme geschah in Absprache mit dem Wasserverband Eifel-Rur (WVER), dem Eigner der Talsperren.

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