Neuaufstellung: Das Personalkarussell bei der UWG dreht sich weiter

Von: P. St.
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Der UWG Simmerath den Rücken gekehrt: Heribert Vroemen aus Lammersdorf ist von der Entwicklung enttäuscht. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Die 1994 erstmals bei der Kommunalwahl in der Gemeinde angetretene Unabhängige Wählergemeinschaft Simmerath (UWG) unterzieht sich nach zwei Jahrzehnten einer personellen Neuaufstellung.

Im Vorfeld des Kommunalwahlkampfes 2014 dreht sich bei den Unabhängigen munter das Personalkarussell. Nachdem Anfang Januar bereits der Simmerather UWG-Ratsherr und Fraktionsvorsitzende Stephan Weber die UWG verlassen und sich stehenden Fußes der CDU-Mehrheitsfraktion angeschlossen hatte, sorgt jetzt Heribert Vroemen aus Lammersdorf für die nächste Personallücke bei den Simmerather Unabhängigen.

Der 63-jährige gehört seit fast zwei Jahrzehnten der Gruppierung an und war bis dato sachkundiger Bürger im Schulausschuss der Gemeinde Simmerath wie auch der Städteregion. Zwischenzeitlich gehörte Vroemen dem Gemeinderat für vier Jahre an, war Mitglied in mehreren Ausschüssen und bekleidete auch für anderthalb Jahre das Amt des UWG-Fraktionsvorsitzenden.

In der zurückliegenden Sitzung des Simmerather Schulausschusses erklärte Heribert Vroemen, dass er mit dem Datum 28. März 2014 aus der UWG ausgeschieden sei. Den kurzen Rest der Legislaturperiode verbringt er nun als in der Tat unabhängiges Mitglied im Ausschuss ohne Zugehörigkeit zu einer Partei. Am 25. Mai endet mit dem Tag der Kommunalwahl für Heribert das kommunalpolitische Engagement in Simmerath wie auch der Städteregion.

Abspaltung „nicht hilfreich“

Im Gespräch mit der Lokalredaktion begründet Heribert Vroemen den Rückzug aus der UWG mit der Erkenntnis, dass er hier inzwischen „nicht mehr seine politische Heimat“ vorfinde. Unabhängig von seinem Schritt hält es der 63-Jährige aber für wichtig, „dass es in Simmerath auch weiterhin eine Opposition gibt“. Der Gedanke, auf der Basis der Unabhängigkeit und ohne Fraktionszwang Kommunalpolitik nach sachlichen Gesichtspunkten mit zu gestalten, habe ihn seinerzeit veranlasst, sich der UWG anzuschließen.

Zweifel an seiner Identifikation mit der UWG kamen Heribert Vroemen aber als sich auf Ebene der Städteregion die neue UFW von der UWG abgespalten habe. „Dieser Schritt war nicht hilfreich, weil der daraus entstehende Streit auch nach Simmerath abfärbte.“

Bewusst habe er auch den Zeitpunkt für seinen Rückzug gewählt, um nicht den falschen Eindruck zu erwecken, dass er noch einmal für die UWG bei der Kommunalwahl antrete. Die internen Streitigkeiten innerhalb der Simmerather UWG hätten die politische Aktivitäten behindert. „Wir haben die letzte Legislaturperiode verschlafen“, meint er selbstkritisch.

In der „neuen UWG Simmerath“ und der daraus entstandenen „neuen Gruppe“ fühle er sich politisch nicht mehr aufgehoben. Weiterhin will Heribert Vroemen aber im Komitee „Rettet das Krankenhaus“ aktiv bleiben wie auch im Bürgerbündnis Kanal/Entsorgung (BBKE) Simmerath.

Ob er noch einmal auf kommunalpolitischer Ebene aktiv wird, steht für Heribert Vroemen derzeit in den Sternen, aber das politischen Geschehen wird er weiter engagiert verfolgen: So wünscht er sich „eine starke Hand“ beim Projekt B 258 zwischen Kalkhäuschen und Autobahn und für die Region Eifel eine Konzeption, die alte Bausubstanz in den Dörfern für junge Familien attraktiv mache.

„Wesentlich verjüngt“

UWG-Fraktionsvorsitzender und Ratsherr Claus Brust sieht die jüngste Personalie gelassen. Während er sich beim Weggang von Stephan Weber noch „geknickt“ zeigte, steht für ihn jetzt im Vordergrund, dass alle Wahlkreise besetzt worden seien und man die UWG „mit vollkommen neuen Leuten wesentlich verjüngt“ habe. „Das freut mich außerordentlich.“

Zum Ausscheiden von Heribert Vroemen meint Claus Brust, dass dieser bei der UWG-Wahlversammlung als Wahlkreisbewerber aufgestellt aber nicht gewählt worden sei. Als Spitzenkandidat bei der Kommunalwahl tritt Claus Brust an. Der aktuelle Fraktionsvorsitzende Peter Egon Krins hat sich nicht mehr als Direktkandidat aufstellen lassen und steht auf dem wenig aussichtsreichen Reservelistenplatz sechs.

Ihren Rückzug hat auch Ratsfrau Ingrid Frank aus Simmerath angekündigt. Die stellvertretende UWG-Fraktionsvorsitzende ist als Beisitzerin und Kassenprüferin am 25. März aus der UWG ausgetreten. Aus „persönlichen und familiären Gründen“ wolle sie auch nicht mehr bei der Kommunalwahl antreten.

Rückblicken bedauert auch die 66-Jährige die aktuelle Entwicklung in der Fraktion. Besonders der Wechsel von Stephan Weber sei sehr bedauerlich gewesen: „Bis auf eine Person in der Fraktion pflegen wir aber nach wie vor ein gutes Verhältnis zu ihm.“

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