Neu in Monschau: Essen und Entspannen nach der sechsten Stunde

Von: hes
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Monschau. Für die weiterführenden Schulen der Stadt Monschau beginnt im Sommer eine neue Zeitrechnung. Mit der Einrichtung von Schulmensen am St. Michael-Gymnasium, an der Elwin-Christoffel-Realschule sowie an der Gemeinschafts-Hauptschule wird erstmals eine Übermittagsbetreuung möglich. Gleichzeitig erfolgt der Einstieg in die Ganztagsbetreuung.

Was noch vor zwei Jahren bei einer Elternbefragung auf eher abwartendes Echo stieß, schreibt der Gesetzgeber nun bald vor: Schüler der Sekundarstufe I, die eine siebte oder gar achte Unterrichtsstunde haben, müssen künftig mit einer warmen Mahlzeit versorgt werden und haben nach der sechsten Stunde Anrecht auf eine Pause von 60 Minuten.

Der Beschluss der Landesregierung spricht sogar von einer „pädagogischen Übermittagsbetreuung”, die Schulen ohne Ganztagsbetrieb aber mit verpflichtendem Unterricht nach der sechsten Stunde leisten müssen. Das Landesprogramm wurde vor allem vor dem Hintergrund der Schulzeitverkürzung bis zum Abitur (12 statt 13 Jahre) und wegen der wachsenden Bedeutung des Ganztags aufgelegt.

Begleitet wird das Programm von einer Förderung, die sich an der Schülerzahl orientiert und die als jährlicher Zuschuss oder in Form einer zusätzlichen Stelle gewährt wird („Geld oder Stelle”). „Alle städtischen weiterführenden Schulen haben sich für das Geld entschieden”, berichtete Andrea Compes vom Schulamt der Stadt Monschau am Dienstag im Schulausschuss. Danach erhalten die Elwin-Christoffel-Realschule und das St. Michael-Gymnasium jeweils 25.000 Euro als Jahresbeitrag, die Hauptschule 15.000 Euro für den laufenden Betrieb der Übermittagsbetreuung.

Voraussetzung für die Übermittagsbetreuung sind entsprechende Räume, also eine Mensa und Aufenthaltsräume in jeder Schule. Auch beim Bau oder Umbau dazu gibt es Geld vom Land - vorausgesetzt, der Schulträger - in diesem Falle die Stadt Monschau - finanziert die neuen Räume in gleicher Höhe mit. Da die Stadt Monschau sich den Bau neuer Ess- und Aufenthaltsräume am Gymnasium 235.000 Euro und an der ECR 194.000 Euro kosten lassen wird, ging am 11. März der Bewilligungsbescheid aus Düsseldorf ein: Monschau erhält aus dem so genannten „1000-Schulen-Programm” für das Gymnasium den Höchstzuschuss von 100.000 Euro und für die Realschule die Hälfte der Kosten, also rund 97.000 Euro.

Bis zu den Sommerferien sollen die (Um-)Baumaßnahmen an beiden Schulen abgeschlossen sein, damit die Übermittagsbetreuung zum neuen Schuljahr starten kann. „Eigentlich war der Einstieg in die Übermittagsbetreuung schon im laufenden Schulajhr geplant, scheiterte aber an der räumlichen Umsetzung”, berichtete Andrea Compes.

Martin Breuer vom Bauamt der Stadt erläuterte die Bauplanung und verwies darauf, dass an der Hauptschule kein Um- oder Ausbau erforderlich sei, da dort die vorhandenen Räume des „Dreizehn-plus-Programms” hervorragend für die Übermittagsbetreuung genutzt werden könnten.

Am St. Michael-Gymnasium wird für die neue Mensa gleichsam der Kunstsaal „geopfert” und zu einem Essraum mit zunächst 50 Sitzplätzen sowie Vorratsraum, Beiküche und Ausgabetheke ausgebaut. Wenn der daneben liegende Warteraum mit genutzt werde, könnten sogar 100 Schülerinnen und Schüler gleichzeitig essen, berichtete Breuer. Andrea Compes ergänzte, dass nicht jeder Schüler essen müsse, sondern es auch Räume für Freizeitangebote geben werde, beispielsweise Sport.

An der städtischen Realschule wird die Mensa mit Essraum, Küche und Vorratsraum im Bereich des bisherigen Fotolabors entstehen, als Aufenthaltsbereich wird die jetzige Aula teilweise umgestaltet, erläuterte Martin Breuer.

Getragen werden soll die pädagogische Übermittagsbetreuung an allen drei weiterführenden Schulen von einem Trägerverein, entsprechende Gespräche laufen derzeit, versicherte die Verwaltung.

Micha Kreitz begrüßte die baldige Umsetzung des Landesprogramms in Monschau, „damit vollführen unsere drei weiterführenden Schulen das, was an der privaten Mädchenrealschule seit jeher in vorbildlicher Art und Weise praktiziert wird”, lobte der schulpolitische Sprecher der CDU das Silentium an St. Ursula.

Kreitz zeigte sich erfreut über die Landesmittel und hält es für richtig, einen Trägerverein für alle drei Übermittagsangebote ins Leben zu rufen: „Der Verein wird den Schulträger insbesondere bei der Verwaltung des Personals für den Ganztag entlasten”, zeigte sich der CDU-Sprecher überzeugt.
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