Naturpark oder Windpark Eifel?

Von: nap
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Ein Blick in die Zukunft? So könnte der neue Windpark von Relais Königsberg aus über das Münsterwäldchen blicken. Vorher müssten aber noch einige Hürden genommen werden. Foto: Robert Flader/Collage: Horst Thomas Foto: Robert Flader/Collage: Horst Thomas

Roetgen. Die Frage brennt vielen Roetgener Bürgern heiß auf den Nägeln: Baut Aachen an der Grenze zu Roetgen eine Windkraftanlage? Ob das Vorhaben der Bebauung des Münsterwaldes tatsächlich umgesetzt wird, steht momentan noch in den Sternen. Nichts desto trotz sind viele Bürger beunruhigt und verunsichert. Um ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, hatte die FDP Roetgen zu einem Ortsbesichtigungstermin geladen.

Die Gemeindeverwaltung, vertreten durch Dirk Meyer von der Bauverwaltung, sowie Fraktionssprecher Franz-Josef Zwingmann (FDP) informierten. Bereits im November hatten die Grünen in Roetgen in einer Bauausschusssitzung die gemeinsame kommerzielle Nutzung von Windenergie mit der Stadt Aachen beantragt.

Die Partei, so deren Fraktionsvorsitzender Gerd Pagnia, begründet ihren Antrag unter anderem damit, dass der Marktanteil der Energieerzeugung durch Windkraft zu erweitern sei, um dadurch den Schadstoffausstoß von CO2 zu verringern. Weiterhin könnten der Gemeindekasse Roetgen durch Pachtzins finanzielle Mittel in der Größenordnung von 20.000 Euro zufließen.

Das Größte, was überhaupt machbar ist

Fest steht, dass die Stadt Aachen an insgesamt vier Standorten die Errichtung eines Windparks beabsichtigt. „Ein Standort befindet sich im Münsterwald, die übrigen im Norden der Stadt in Richtung der niederländische Grenze”, weiß Zwingmann. Die Standort im Aachener Norden bedürfen jedoch keiner ausgiebigen Prüfung mehr, da aus früheren Verfahren genügend Erkenntnisse vorlägen. Der Münsterwald vor Roetgen ist daher um so mehr in den Fokus gelangt.

Hier wie im Norden sollen die so genannten Anlagen der hochmodernen Bauart aufgestellt werden. „Hochmodern bedeutet: neueste Technik und sehr hohe Leistungsfähigkeit von circa zwei bis drei Megawatt je Anlage”, erklärt der FDP-Sprecher. „Es ist zu erwarten, dass im Münsterwald das Größte an Windkraftanlagen gebaut werden soll, was zurzeit technisch überhaupt umsetzbar ist. Je höher um so leistungsfähiger.” Die geplanten Windräder erreichen mit ausgestrecktem Flügel eine Gesamthöhe von knapp 160 Metern - zum Vergleich: Der Kölner Dom ist 157 Meter groß.

Warum aber ein neues Terrain für einen Windpark, wenn andere geeignete Flächen bereits bestehen, wie beispielsweise am Standort Orsbach oder dem Gewerbegebiet Avantis? Der Fraktionssprecher weiß zumindest zu letzterem, dass dieses nicht in Betracht käme, da man dort Gewerbe ansiedeln möchte.

Zurück also zu den geplanten Windanlagen im Münsterwald, die - sollten sie Fundament an Fundament aufgestellt werden - eine Gesamtgrundfläche von 25.000 Quadratmetern benötigten. „Da bezüglich der Fundamente aber noch Abstände zu berücksichtigen sind, errechnet sich tatsächlich eher ein Gesamtflächenverbrauch von mindestens 100000 Quadratmetern”, so Zwingmann. Dabei noch nicht berücksichtigt seien Flächen für Zuwege und sonstige Abstandsflächen.

Der FDP-ler stellt weiter fest: „Es ist zu vermuten, dass viele Vögel dem Flügelschlag der Windkraftanlagen zum Opfer fallen werden, darunter auch besonders zu schützende Arten.” Eine genaue Statistik über Schäden an der Natur durch den Bau von Windkraftanlagen scheint es bis dato zwar noch nicht zu geben, dennoch befürchtet Zwingmann: „Mitten im Naturpark Nordeifel wird eine sehr große Fläche zerstört werden.”

Daher hat er für seine Partei die Ablehnung des Beschlussvorschlags im Grundsätzlichen deutlich gemacht, nicht alleine deswegen, weil nach ihm Roetgen bereits über eine ausgewiesene Windkraftzone verfüge.
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