Nordeifel - Natur unserer Heimat: Die erstaunliche Blindschleiche

Natur unserer Heimat: Die erstaunliche Blindschleiche

Von: Günter Krings
Letzte Aktualisierung:
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Gehört zur Familie der Echsen und nicht der Schlangen: die Blindschleiche, deren Name wohl auf den „blendenen“ Körper verweist. Foto: G. Krings

Nordeifel. Bei der Gartenarbeit kommt es immer wieder zu einer Begegnung von Mensch und Tier. Zu diesen Tieren zählt auch die Blindschleiche, die in fast allen Gebieten unserer Region auftauchen kann. Dieses Tier gehört zu den Reptilien und sieht zunächst so aus, als ob sie eine Schlange sei. Aber sie ist keine Schlange, sondern gehört zu der Gruppe der Echsen – ist also mit den Eidechsen verwandet.

Auf Röntgenbildern sind noch wenige Reste einstmaliger Beine und Füße zu sehen. Im Gegensatz zu Schlangen haben sie auch bewegliche Augenlider, das heißt, sie können ihre Augen schließen und öffnen, was Schlangen nicht können. Wie Eidechsen können sie auch bei Gefahren ihre Schwanzspitze abwerfen und so ihren Feinden entkommen, wenn die mit dem Fressen der Schwanzspitze beschäftigt sind.

Blindschleichen sind nicht blind. Der Name geht auf ein altdeutsches Wort für blenden zurück, was sich wohl auf den glänzenden Leib des Tieres bezieht. Blindschleichen kommen in vielerlei Lebensräumen vor: Heidegebiete, Moore, Laubwälder, Wiesen, Gärten, Parks, Wegränder, Bahndämme, Komposthaufen. Sie benötigen aber eine dichte, krautige Vegetation mit Feuchtigkeit und die Möglichkeit, sich in der Sonne aufzuwärmen.

Blindschleichen sind tagaktive Tiere, vor allem aber in den Morgen- und Abendstunden. Auch milde Sommernächte können zur Nahrungssuche genutzt werden. Sie jagen in erster Linie Nacktschnecken, Regenwürmer, unbehaarte Raupen, aber auch Heuschrecken, Asseln, Larven. Die Beutetiere werden mit den Kiefern gepackt und langsam im Ganzen verschlungen. Bei einem größeren Regenwurm kann das bis zu einer halben Stunde dauern.

Wenig Wohlfühlplätze

Aber wie das in der Natur so ist, können Blindschleichen auch als Nahrung für andere Tiere herhalten: Igel, Katzen, Fuchs, Dachs, Hermelin, Wildschweine, Eulen, Krähen und Elstern stellen ihnen nach und fressen sie. Aber auch in unseren Wohndörfern gibt es häufig nirgendwo mehr Möglichkeiten, wo sich Blindschleichen wohl fühlen oder leben können. Auch in unseren monotonen Grassteppen ist für Blindschleichen kein Platz. Viele dieser Reptilien werden auch Opfer im Straßenverkehr, wenn sie sich auf der warmen Straße aufwärmen wollen.

Nach der Paarung im Mai/Juni werden nach drei Monaten Tragzeit ungefähr zehn Junge geboren, die schon fast zehn Zentimeter lang sind. In der Gefangenschaft können Blindschleichen bis zu 40 Jahre alt werden, was aber in der freien Natur wohl kaum vorkommt. Sie überwintern in Kältestarre in frostsicheren Verstecken. Häufig finden sich dazu bis zu 30 Individuen zusammen.

Bei uns ziehen sich die Blindschleichen im Oktober in ihre Verstecke zurück und tauchen im April wieder auf, wenn die Witterungsverhältnisse es zulassen.

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