Mützenich - „Natur gibt die besten Vorlagen für die Kunst“

„Natur gibt die besten Vorlagen für die Kunst“

Von: P. St.
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„La Douche“ nennt Birgit Bodden eine ihrer Arbeiten zum Thema Wasser.
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Rund um das Thema Wasser dreht sich die aktuelle Ausstellung in der Kunst- und Kulturstätte „Weißes Pferdchen“ in Mützenich. Johannes Wickert freut sich besonders, wenn Schulklassen in die Ausstellung kommen. Foto: P. Stollenwerk

Mützenich. Die sieben Akteure der Künstlergruppe „Weißes Pferdchen“ haben ein großes Ziel: Sie verstehen es als gemeinsamen Auftrag, mit ihren kreativen Ausdrucksmöglichkeiten auf die bedrohte Ressource Wasser aufmerksam zu machen.

Ihre künstlerischen Sichtweisen sind seit dem 1. Mai in der Mützenicher Kulturstätte „Weißes Pferdchen“ in der themenbezogenen Gemeinschaftsausstellung „Wasser - Lebenselexier und bedrohte Ressource“ zu sehen. Rund 100 Gäste waren bei der Vernissage anwesend, und passend zum Thema gab es für die Gäste ausschließlich Wasser als Getränk.

Passend zum Thema war mit Erich Schmidt, dem Leiter des Wasser-Info-Zentrums auch die Auswahl des Schirmherrn.

„Wir wollen mit dieser Ausstellung dazu beitragen, das menschliche Verhältnis zum Wasser zu stützen oder auch zu korrigieren“, meinte Johannes Wickert für die Künstlergruppe. Man wolle hinweisen auf menschengemachte Zerstörung der Lebensgrundlage Wasser, aber auch die Ehrfurcht vor dem Wasser darstellen und dessen Faszination.

Auf sehr unterschiedliche Weise nähern sich die sieben Ausstellungsteilnehmer dem Thema Wasser. „Die Natur liefert die besten Vorlagen für die Kunst“, sagt Angelika Keller von der Künstlergruppe, die mit ihren Keramik- und Stahlarbeiten abstrahierte wie auch gegenständliche Skulpturen formt.

Birgit Bodden zeichnet in kräftigen Farben die Gegenwart des Wassers im Alltag nach, während Irene Johnen mit ihre Acryl-Collagen umweltrelevante Themen wie Dürrekatastrophen und die Vermüllung der Meere anklagt. Die Stahlbildhauerei von Heinrich Keller bringt mit hintergründiger und ausdrucksstarker Figuration die Aussage auf den Punkt, während die Fotografie von Georg Müller Klassiker der Wasser-Fotografie, von Eiszapfen bis Spiegelungen, erfasst. Martin Otten zeigt in seinen plakativen Arbeiten die ganze Bandbreite des Themas auf, vom wassergefüllten Becher des Hütchen-Spielers bis zum Kriegsschiff.

Johannes Wickert schließlich widmet sich verstärkt religiösen Themen und gibt seinen Arbeiten ein biblisches Gesicht.

Zugang zur Kunst finden

Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog erschienen. Da kann man die gesamte Ausstellung mit nach Hause nehmen“, sagt Bernhard Schrouff, der Inhaber der Mützenicher Kunst- und Kulturstätte. Zu der themenbezogenen Ausstellung gehört aber auch ein pädagogisches Konzept, denn der Künstlergruppe ist es ein Anliegen, Schüler mit einzubinden, und zwar nicht nur als Betrachter sondern als kreativ Mitwirkende.

Gestern war bereits die erste Gruppe zu Gast. 22 Schüler der vierten Klasse der Grundschule Steckenborn mit ihrer Klassenlehrerin Anke Burchardt-Sánchez erlebten einen außergewöhnlichen Vormittag in den Ausstellungsräumen. Nach einer kleinen Einführung konnten die Kinder die Arbeiten mit „Smilies“ ausstatten, je nachdem welche emotionale Wirkung durch die Bilder und Skulpturen ausgelöst wurden.

Danach konnten sich Schüler unter fachlicher Anleitung von Johannes Wickert, Irene Johnen sowie Angelika und Heinrich Keller selbst in unterschiedlichen künstlerischen Arbeitstechniken versuchen, auch dank Unterstützung der Simmerather Geschäftswelt.

Kaum ein lautes Wort vernahm man in den Ausstellungsräumen der Aktion, und Hausherr Bernhard Schrouff wie auch Angelika Keller waren berührt von dieser Atmosphäre. „Die Kinder sind die Zukunft. Gerade in jungen Jahren sollte der Zugang zur Kunst gesucht werden.“ Das Thema Wasser spielt auch in der nächsten Zeit im Unterricht noch eine große Rolle, damit die in der Ausstellung gesammelten Eindrücke noch über den Tag hinaus wirken.

Die Grundschule Kesternich hat sich für den 9. Mai angekündigt. Am Dienstag, 6. Mai, sowie am Freitag, 9. Mai, sind noch Termine frei. Am Ende des ausgefüllten und spannenden Schultages in der Mützenicher Ausstellung erhielten die Kinder dann noch einen Rheinkiesel als Geschenk – ein kleines Stück Natur, vom Wasser individuell geformt.

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