„Nationalpark-Schule Eifel“: Schulministerin übergibt Zertifikate

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NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann als Schirmherrin des Projektes „Nationalpark-Schulen Eifel“ lobte das Engagement der 49 Schulen, die sich in den vergangenen zwei Jahren das Zertifikat verdienten. Foto: Nationalparkverwaltung, A. Olligschläger

Nordeifel. Im Kurhaus in Gemünd erhielten jetzt 49 Schulen der Region ihr Zertifikat als Nationalpark-Schule Eifel. Das Projekt, unter der Schirmherrschaft von NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann und Umweltminister Johannes Remmel schließt damit feierlich seinen zweiten Kampagnenzeitraum ab.

Alle zwei Jahre besteht die Möglichkeit einer erneuten Zertifizierung. In den vergangenen zwei Jahren integrierten 19 Grundschulen, neun Gymnasien, je acht Real- und Förderschulen, je zwei Haupt- und Gesamtschulen und ein Berufskolleg Nationalpark-Themen in ihren Unterricht. Neben Schwerpunkten im Fach Biologie wurde auch fächerübergreifend gearbeitet. Im Fach Kunst konnte die Wildnis als Chaos im Vergleich zur Ordnung in einem Wirtschaftswald kreativ umgesetzt werden, und im Fach Deutsch wurden „wilde“ Gedichte geschrieben. Schuleigene Nationalpark-Infoecken wurden eingerichtet oder weiter ausgebaut. Viele Schulen haben die Wildnis nicht nur im Nationalpark, sondern auch vor ihrer Haustür entdeckt und erforscht. So entstanden beispielsweise Wildnisbereiche in den Schulgärten.

Schulministerin Sylvia Löhrmann lobte die vielfältigen Aktivitäten und das hohe Engagement der Schulen: „Es erfordert viel Einsatz und Begeisterung, solch ein umfangreiches Projekt an der eigenen Schule zu initiieren und nachhaltig im Schulprogramm zu verankern. Themen wie Naturschutz, Wildnis- und Waldentwicklung oder Bewahrung der Artenvielfalt erhalten durch die Projekte einen regionalen und greifbaren Bezug. Die Schülerinnen und Schüler der Nationalpark-Schulen lernen, wie elementar soziale und ökologische Verantwortung für die Gestaltung ihrer eigenen Zukunft ist.“

Auf einem Markt der Möglichkeiten präsentierten die Nationalpark-Schulen ihre von einer Jury geprüften Ergebnisse und erhielten die Auszeichnung „Nationalpark-Schule Eifel“.

Horst Becker, Parlamentarischer Staatssekretär im NRW-Umweltministerium, stellte in seinem Grußwort heraus, dass es sich bei Nationalparken um Generationen-Verträge handele, mit denen man sich dazu verpflichte, das heimische Naturerbe auch für kommende Generationen zu erhalten und erlebbar zu machen: „Die Nationalpark-Schulen tragen wesentlich dazu bei, den Generationen-Vertrag Nationalpark Eifel von einer Generation zu der anderen weiterzugeben.“

Andreas Wiebe, Leiter von Wald und Holz NRW, weiß: „Ziel dieses innovativen Projektes ist es, die Beschäftigung mit dem Nationalpark Eifel und dem Wildnisgedanken in den täglichen Unterricht zu integrieren. Die Schülerinnen und Schüler sollen verstehen, was es heißt ‚Natur Natur sein zu lassen‘.“

„War unser Projekt zu Beginn 2009 in dieser Art in Deutschland einzigartig, so kann es als in der Zukunft Vorreiter für ähnliche Projekte sein. Kinder und Jugendliche sollen sich bewusst mit der Entstehung von Wildnis vor ihrer Haustür auseinandersetzen und den Eigenwert der natürlichen Prozesse erkennen. Wildnisbildung hat sehr viel mit Dynamik zu tun,“ erläutert Oliver Krischer, erster Vorsitzender des Fördervereins Nationalpark Eifel e.V. Nationalparkleiter Henning Walter ergänzt: „Dieses Bildungsangebot wird von den Schulen sehr gut angenommen. So trägt das Projekt Nationalpark-Schulen Eifel zur Identifizierung der Schülerinnen und Schüler, aber auch der Erwachsenen, der Eltern und Lehrpersonen mit „ihrem“ Nationalpark bei. Im Projektzeitraum der letzten zwei Jahre konnten wir insgesamt mehr als 17000 Schülerinnen und Schüler in ca. 500 Schulkassen erreichen“. Die Schulen erhalten neben der Auszeichnung „Nationalpark-Schule Eifel“ eine Urkunde und ein Poster sowie für den Einsatz im Unterricht Filme und Literatur zum Nationalpark Eifel.

Circa 350 Anwesende, darunter Vertreter und Vertreterinnen aller Schulformen, außerschulische Partner und interessierte Gäste bekamen an kleinen, selbst gestalteten Info-Ständen auf dem „Markt der Möglichkeiten“ einen Einblick in die Arbeit der Schule.

Auch Nationalpark-Rap

Auch ein Nationalpark-Rap der Realschule Bad Münstereifel und der Georg-Schule Dahlem sowie der Sonnengesang des Heiligen Franz von Assisi, vorgetragen von Schülerinnen und Schülern des Franziskusgymnasiums Vossenack, wurden den Gästen präsentiert. Als kulinarisches Highlight gab es für alle Gäste einen Ranger-Weckmann mit Hut.

Auch in den nächsten zwei Jahren werden die Schulen an ihren Themen weiterarbeiten. Sofern die Zertifizierungskriterien erfüllt werden, erhalten die Nationalpark-Schulen im Abstand von jeweils zwei Jahren eine Auffrischung ihres Titels in Form von einer weiteren Plakette für ihr Türschild. Neu interessierte Schulen können sich bis Ende des Jahres 2013 noch für den zukünftigen Projektzeitraum bis 2015 anmelden.

Zu den ausgezeichneten Schulen gehört die Heckenlandschule Höfen, die bereits zum zweiten Mal als Nationalparkschule ausgezeichnet. Seit 2009 ist die Heckenlandschule Höfen nun auf dem Weg und versucht, den Kindern nachhaltig eine positive Einstellung zur Natur zu vermitteln, durch die sie Pflanzen und Tiere wertschätzen und deren natürlichen Lebensraum einschätzen lernen. Das grüne Klassenzimmer mit Baumlehrpfad, Kräuterspirale, Wildkräuterfläche, Regenwurmwanderanlage, Gemüsegarten, Spielgarten, Nistkästen, Igelburg und Vogelhäuschen wurde zuletzt ergänzt durch ein Insektenhotel, das die Kinder mit ihrem Lehrer angelegt haben.

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