Nordeifel - Nationalpark ist Modellregion für barrierefreies Naturerleben

Nationalpark ist Modellregion für barrierefreies Naturerleben

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Großes Lob erfuhr der barrierefreie Naturerkundungspfad „Der Wilde Weg“: Hier ein ehrenamtlicher Nationalpark-Waldführer bei einer geführten Wanderung über den Wilden Weg. Foto: H.-D. Budde
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Mit den Ergebnissen der Studie zur Qualität barrierefreier Angebote in der Nationalparkregion Eifel zufrieden: Die Projektbeteiligten mit Fachexperten und den Interviewpartnern vor dem Nationalpark-Tor in Heimbach.

Nordeifel. Die Nationalparkregion Eifel ist beispielhaft für eine Urlaubsregion, die auf Naturerlebnis und Barrierefreiheit setzt. Dies ist das wichtigste Ergebnis der Studie, die im Rahmen des Europarc-Projektes „Vielfalt (er)leben ohne Barrieren: Barrierefreiheit und Inklusion in den Nationalen Naturlandschaften“, erstellt und öffentlich präsentiert wurde.

Für die Untersuchung wurden im Nationalpark Eifel und im Naturpark Nordeifel ausgewählte Angebote auf ihre Barrierefreiheit hin überprüft. Deutlich wurde, dass die attraktive Angebotspalette für zahlreiche Gäste der Nationalparkregion Eifel ein wichtiger Grund ist, in diese Region zu fahren. „Das bedeutet auch, dass das Angebot an barrierefreiem Naturerleben ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal der Nationalparkregion Eifel ist, das weiter gestärkt werden sollte“, heißt es von Seiten der Nationalparkverwaltung.

Sowohl die Verwaltung des Naturparks Nordeifel als auch des Nationalparks Eifel haben sich vor über zehn Jahren das Ziel gesetzt, die attraktiven Naturlandschaften auch für Menschen mit Behinderungen durch entsprechende Angebote erlebbar zu machen.

„Die Schaffung von barrierefreien Naturerlebnisangeboten war das bisher umfangreichste und eines der erfolgreichsten Projekte der Nationalparkregion“, so Lothar Gerhards, der Geschäftsführer des Naturparks. „Die partnerschaftliche Realisierung der Ziele einer barrierefreien Nationalparkregion ist hier dem Nationalpark Eifel gemeinsam mit dem Naturpark Nordeifel vorbildlich gelungen“, lobt Europarc-Projektleiterin Kerstin Emonds. Im Mittelpunkt des Projektes stehe die ungehinderte Teilhabe von Menschen mit Behinderung an Naturerlebnisangeboten. Hier sei die Region wegweisend für die Nationalen Naturlandschaften.

Große Anerkennung erfuhren der durchweg barrierefreie Naturerkundungspfad „Der Wilde Weg“ und der Naturerlebnisraum Wilder Kermeter im Nationalpark Eifel sowie das hohe Maß an Sensibilität und Hilfsbereitschaft beteiligter Akteure und Touristiker. Die wichtigsten und attraktivsten Angebote beider Großschutzgebiete wurden durch die unabhängigen Institutionen Neumann Consult, ein Beratungsbüro für Regionalentwicklung aus Münster und die Internationale Hochschule Bad Honnef Bonn (IUBH) geprüft.

Die Ergebnisse gewannen die Institute aus Interviews mit Touristikern, Beherbergungsbetrieben, Rangern, Waldführern, Mitarbeitern sozialer Organisationen sowie Betroffenen. Unter der Leitung von Prof. Dr. Marcus Herntrei führten Studierende der IUBH Duales Studium zudem zahlreiche Interviews mit Gästen in der Nationalparkregion durch. Der Fragebogen lag zudem in Deutsch, Englisch und Niederländisch an den Nationalpark-Toren und weiteren Einrichtungen aus und konnte zudem im Internet beantwortet werden.

Zwar sei die barrierefreie Servicekette noch nicht vollständig geschlossen, so Dr. Kai Pagenkopf, vom Beratungsbüro NeumannConsult bei der Präsentation der Ergebnisse, jedoch gäbe es viele gute Ansätze, wie das Beispiel der Kombination der Umweltbildungseinrichtung „Wildniswerkstatt Düttling“ der Nationalparkverwaltung in Verbindung mit dem fußläufig gelegenen barrierefreien Nationalpark-Gästehaus der Nationalpark-Stadt Heimbach zeige.

Befragt nach ihrer Einschätzung zu den Erfolgsfaktoren des barrierefreien Naturerlebens im Naturpark und im Nationalpark, nannten die Interviewten neben den Schulungen und Sensibilisierungsveranstaltungen für Anbieter auch das frühe Einbinden von potenziellen Partnern aus Tourismus, Politik und Verwaltung. Die enge Kooperation mit Betroffenenverbänden gehört selbstverständlich dazu sowie die kompetente Beratung durch den externen Partner NatKo (Tourismus für Alle Deutschland e.V.) bei der Entwicklung von Produkten.

„Natürlich werden wir auch in Zukunft die Einbindung zahlreicher Partner aus unterschiedlichsten Bereichen weiter fortführen. Von diesem Vorgehen profitieren ja alle Beteiligten“, betonte Michael Lammertz von der Nationalparkverwaltung Eifel. „Meinen besonderen Dank möchte ich an dieser Stelle auch den zahlreichen Betroffenen, Experten und Helfern aussprechen, die uns während der vielen Jahre ehrenamtlich mit Rat und Tat unterstützt haben“, so Lammertz, „ohne ihr Engagement läge unser Ziel der barrierefreien Nationalparkregion Eifel noch wesentlich entfernter“.

Die Ergebnisse der Studie sollen in einen Leitfaden mit Best Practice Beispielen für andere Nationale Naturlandschaften fließen.

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