Nationalpark Eifel: Kahlschläge nur noch mit Genehmigung

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Hat für viel Diskussionsstoff gesorgt: Der Fichten-Kahlschlag bei Wahlerscheid. Foto: Archiv/Hilgers

Nordeifel. Der umstrittene Beitrag im ARD-Magazin „plusminus“ über einen 8,2 Hektar großen Kahlschlag im Nationalpark Eifel hat bundesweit Wellen geschlagen. Jetzt hat sich auch das Forest Stewardship Council, das man unter dem verbreiteten Kürzel FSC kennt und ein System zur Zertifizierung nachhaltiger Forstwirtschaft darstellt, zu Wort gemeldet.

Der Bericht habe, so meint die in Freiburg ansässige Arbeitsgruppe Deutschland des FSC, „bei zahlreichen Naturschützern und Forstleuten einen intensiven Diskussionsprozess ausgelöst“. Es handele sich um einen Streit aufgrund verschiedener Ansichten zum Naturschutz.

Auf der einen Seite werde die Position vertreten, „dass Naturschutzziele im Wald am besten durch größtmögliches Zulassen natürlicher Prozesse erreicht werden könnten“. Das hätte bedeutet, dass junge Laubbäume unter einem Schirm von Fichten angebaut worden wären. Auf der anderen Seite werde hingegen die Meinung vertreten, dass Naturschutz auch durchaus die Aufgabe habe, natürliche Prozesse zugunsten bestimmter Arten oder Biotope aufzuhalten oder in extremen Fällen sogar zurückzudrehen. Für letzteres habe man sich halt in der Eifel entschieden.

Der FSC verbiete zwar grundsätzlich Kahlschläge. Ausnahmen seien aber dann erlaubt, wenn Eingriffe eine Steuerung hin zu mehr Naturnähe beinhalteten. Der Nationalpark habe versucht, mittels intensiver fachlicher Bewertungen und der Einbindung örtlicher Experten dem Konflikt mit dem Naturschutz Rechnung zu tragen. Der Landesbetrieb Wald und Holz, der die Kahlschläge mit Naturschutz-Zielen begründete, habe sich aus Sicht des Zertifizierers an alle Vorgaben gehalten. Ob solche Eingriffe öffentlich tragbar seien, bleibe jedoch eine subjektive Bewertung.

Das NRW-Umweltministerium habe bereits mittels eines Erlasses reagiert. Künftig seien derartige Kahlschläge nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Ministeriums erlaubt. Den Eifeler Kahlschlag hatte noch das Gemünder Nationalpark-Forstamt nach einem groß angelegten Abstimmungsprozess sich selbst genehmigt.

Manchmal schwer zu vermitteln

Michael Blaschke vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW bestätigte, dass Kahlschläge über zwei Hektar künftig vom Umweltministerium genehmigt werden müssten. „Was fachlich richtig sein kann, kann man manchmal trotzdem nicht machen, weil es öffentlich schwer vermittelbar ist.“ Im übrigen seien im Nationalpark im Lauf der nächsten zwei Jahre an kleineren Bachteilen, die freigestellt werden müssten, noch weitere Kahlschläge geplant.

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