Nationalpark Eifel: „Eifelgold“ blüht nur mit halber Kraft

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:
5694645.jpg
Braun statt gelb: Besonders zwischen Wollseifen und der Urftstaumauer sind in diesem Jahr viele Ginsterbüsche durch Frostschäden abgestorben. Nächstes Jahr kann hier die Welt aber schon wieder anders aussehen. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. In voller Pracht blüht auch diesen Sommer in den ersten Juniwochen wieder der Ginster auf der Dreiborner Höhe im Nationalpark Eifel. Doch das so genannte „Eifelgold“ leuchtet nur partiell, denn mindestens ein Drittel der Sträucher ist braun und dürre, sie wirken geradezu verbrannt. Wanderer wundern sich über das Phänomen der abgestorbenen Büsche. Gerade im Rahmen des dritten Ginsterblütenfestes, das am vergangenen Wochenende in Dreiborn gefeiert wurde, suchten viele Naturfreunde die Offenlandfläche zwischen Dreiborn und Wollseifen auf, um in das gelbe Meer der Blüten einzutauchen.

Dass die Ginsterblüte im Frühsommer 2013 deutlich dürftiger als gewohnt ausfällt, kann auch Hennig Walter, Leiter des Nationalparkforstamtes Eifel, bestätigen, doch auch gleichzeitig die besorgten Naturfreunde beruhigen: „Dass die Ginsterblüte weniger intensiv ausfällt, ist häufiger der Fall.“

In der Tat wirkten eine Vielzahl der Büsche wie abgestorben. Dies sei zurückzuführen auf die langen Frostperioden des zurückliegenden Winters. Insbesondere die Frostphasen ohne Schnee, der sonst wie ein schützender Mantel für Pflanzen wirke, würden dem frostempfindlichen und nicht sehr widerstandsfähigen Besenginster stark zusetzen. Daher gingen bei späten Frösten ohne Schnee ja die Obstbauern auch hin, und sprühten die Obstzweige mit Wasser ein, damit sich ein schützender Eismantel bilden könne.

Da der Ginster, so Hennig Walter weiter, aber zu den Erstbesiedlern von Kahlflächen gehöre, werde er sich von der Frostattacke auch wieder schnell erholen. Im Moment sähen zwar viele Sträucher arg angegriffen aus, doch da Wurzeln nicht geschädigt seien, stehe einer kräftigen Blüte im kommenden Jahr nichts im Wege.

An den Südhängen der Eifel und in tieferen Lagen blüht der Ginster übrigens wie man es gewohnt ist.

In den Jahrzehnten zuvor ist die wechselnde Intensität der Ginsterblüte den Menschen verborgen geblieben, denn bis 2006 herrschte hier 60 Jahre lang das Militär, das vermutlich kaum einen Blick für die Blütenpracht gehabt haben dürfte.

Massive Einbrüche bei der Ginsterblüte gab es zuletzt im Jahr 2010: Damals wie heute waren viele Sträucher auf der Dreiborner Hochfläche dem Frost zum Opfer gefallen.

Ginsterbüsche werden übrigens nur 15 bis 20 Jahre alt. So kann es außerdem sein, dass zeitgleich ältere Generationen von Sträucher absterben.

Hennig Walter macht sich deshalb auch keine ernsthaften Sorgen um den Forstbestand des Besenginsters im Nationalpark Eifel: „Das ist nur eine Momentaufnahme.“

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert