Nationalpark-Ausstellung in Vogelsang zieht Besucher an

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Das Besucherzentrum des Forum Vogelsang IP: Über 270 000 Besucher kamen im vergangenen Jahr hierhin, an den Akademieprogramm nahmen knapp 8000 Schüler teil und reisten auch bundesweit an. Foto: Vogelsang IP / Roman Hövel

Vogelsang. Vor gut einem Jahr wurde in der ehemaligen NS-Ordensburg Vogelsang das Forum Vogelsang IP eröffnet. Die Erlebnisausstellung „Wildnis(t)räume“ des Nationalpark-Zentrums Eifel einerseits und der Denkmalbereich sowie die Dauerausstellung der NS-Dokumentation Vogelsang andererseits sind seitdem die beiden Hauptattraktionen am „Internationalen Platz“ Vogelsang, der bis 2005 als belgisches „Camp Vogelsang“ militärisch genutzt wurde.

272.000 Besucher fanden im letzten Jahr den Weg in das neue Besucherzentrum am historischen „Adlerhof“. Sie waren durchschnittlich 46 Jahre alt und legten bei der Anreise im Durchschnitt rund 125 Kilometer zurück. 40 Prozent der Besucher von außerhalb kamen nach eigener Angabe wegen Vogelsang in die Region. Mehr als 100.000 kamen von deutschen Fernzielen oder aus den europäischen Nachbarländern. 85 Prozent der Besucher kamen wegen des historischen Geländes bzw. der beiden Ausstellungen, für weitere 15 Prozent war das Forum Start, Ziel oder Zwischenstopp auf einer Nationalparkwanderung.

Neben der hohen Gesamtzahl an Besuchern und der weit über die Landesgrenzen von NRW hinaus reichenden Ausstrahlung bilden die Angebote und Programme zum historischen Ort Vogelsang einen weiteren Schwerpunkt. Diese werden von der Akademie Vogelsang IP entwickelt. Die Angebote der Akademie am historischen Ort würden gut angenommen, sagte jetzt Prof. Dr. Jürgen Rolle als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung angesichts der nahezu ausschließlich positiven Erfahrungen aus dem ersten Betriebsjahr. „Unser Konzept geht auf.“

So hätten im Jahr seit der Eröffnung immerhin 80.900 Menschen, etwa 30 Prozent aller Besuchenden, die Angebote der Akademie wahrgenommen. Die eine Hälfte von ihnen erkundete die neue Dauerausstellung „Bestimmung: Herrenmensch. NS-Ordensburgen zwischen Faszination und Verbrechen“, die andere Hälfte nahm an einem historischen Geländerundgang, einem Studientag oder beispielsweise einer kulturhistorischen Wollseifen-Wanderung teil. Insgesamt wurden in dem Jahr seit Eröffnung von den derzeit 35 zertifizierten Referenten der Akademie 2240 Gruppen geführt.

Die Zahl von im letzten Jahr 7800 an den Akademie-Programmen teilnehmenden Schülern hat sich gegenüber den Vorjahren verdoppelt. Nicht nur dies freut den Aufsichtsratsvorsitzenden Manfred Poth (Kreis Euskirchen) sehr: „Mittlerweile haben zudem bereits 15 Schulen zwischen Blankenheim und Leverkusen eine Bildungspartnerschaft mit der Akademie abgeschlossen.“ Dass fast 60 Prozent der Schulen von außerhalb der Region Aachen zwischen Heinsberg und Euskirchen kommen und teilweise bundesweit anreisen, sei Ausdruck der überregionalen Bedeutung der ehemaligen NS-Ordensburg als außerschulischer Lernort. Insgesamt stellt Poth fest: „Der Umbau des Forums und die Investitionen in die NS-Dokumentation haben sich aus meiner Sicht bereits jetzt voll gelohnt.“

Ausbau als Tagungsstandort

Stefan Wunsch, dem wissenschaftlichen Leiter der Akademie Vogelsang IP, liegt insbesondere die regionale und überregionale Vernetzung und Kooperation im Bereich der historisch-politischen Bildung am Herzen. Beispielsweise entwickelt sein Team zurzeit mit dem Kreis Euskirchen ein „Integriertes lokales Handlungskonzept gegen Rechtsextremismus und Rassismus“.

Auch in der Fachwelt ist die Expertise der Akademie Vogelsang IP bzw. der NS-Dokumentation Vogelsang gefragt, sei es in der Beratung von Museen, in der Kooperation mit anderen Gedenkstätten, Erinnerungsorten und Universitäten oder bei pädagogisch/wissenschaftlichen Tagungen, Workshops und Kongressen. In der näheren Region hat die Akademie beispielsweise bei der Weiterentwicklung der Erinnerungslandschaft Hürtgenwald eine beratende Funktion übernommen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt für Geschäftsführer Albert Moritz in der nächsten Zeit auf Gruppenreisen und der Etablierung als Tagungs- und Seminarstandort. Trotz der im letzten Jahr zusätzlich zu den Schulen bereits 1030 gebuchten Gruppen mit insgesamt 20.200 Teilnehmenden sieht er hier nach eigenen Worten „noch viel Luft nach oben.“

Der bisherige Erfolg des Forums hat laut Moritz verschiedene Gründe: „Wir haben 365 Tage im Jahr von 10 bis 17 Uhr geöffnet, sind mit den beiden Ausstellungen, den Seminar- und Tagungsräumen sowie der Panoramagastronomie nunmehr eine perfekte Ganzjahresdestination, haben eine Reihe von spannenden Themen im Programm, das denkmalgeschützte Kulturkino mit bis zu 1000 Sitzplätzen und nicht zuletzt beeindruckende Wandermöglichkeiten im Nationalpark Eifel“.

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