Narren erleben ein jeckes Wintermärchen

Von: M. S.
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An die Formel-1 erinnerte die Besatzung dieses wuchtigen Wagens mit seinem Motorsport-Look die Besucher des Karnevalszugs in Simmerath.
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Diese urige Fußgruppe präsentierte sich als „Neandertaler vom Seligen Gerhard“.

Simmerath. Ein azurblauer Himmel wie beim Karneval in Nizza, ein farbenprächtiges Aufgebot an Motivwagen und scharenweise kreativ kostümierte Fußgruppen – Simmeraths Karnevalsumzug am gestrigen Sonntag gedieh zum wahren Wintermärchen inmitten sonnenbeschienener Nordeifeler Traumkulisse. Freilich: die Temperaturen, als sich der bunte Lindwurm Schlag 14 Uhr im Gewerbegebiet Robert-Koch-Straße in Bewegung setzte, gebärdeten sich geradezu sibirisch. Doch die froh und erwartungsvoll gestimmte, wenn auch nicht selten bibbernde Narrenschar am Straßenrand fochten diese Witterungsunbilden nicht an.

Schließlich proklamierten die Karnevalsväter und -mütter der KG „Sonnenfunken“ für diese Session das Motto „Fiere bruche mer net ze liere!“ Unter der Regie des routinierten Zugmeisters und Sonnenfunken- Vorsitzenden Torsten Gerards zogen rund 500 jecke Umzugsteilnehmer durch Simmerath, angespornt von einem tapfer der Kälte trotzenden Zuschauerspalier. Da waren beifälliges Klatschen und Alaaf-Rufe an der frischen Luft und aus voller Brust ideale Therapie fürKreislaufstärkungen und zur Erkältungsvorbeugung.

Dem Simmerather Prinzenwagen folgten die Aktiven des Spielmannszuges Strauch, dahinter die Simmerather Tanzwerkstatt (sie brachte nicht weniger als 60 Eleven in die geordneten Fastelovendsreihen). Dem für eine stilgerechte Safari ausgestatteten Fahrzeug gaben die Hansa-Blasmsusikanten schwungvolles Geleit und Fotohalali nach Noten.

„Bäuerin sucht Mann“

Der „Selige Gerhard“ hatte sich aus aktuellem TV-Anlass das Thema „Bäuerin sucht Mann“ auf die Fahnen geschrieben, die Kevelaer-Bruderschaft kündete an, die Macht nicht nur über Fastnacht feiernde Zeitgenossen ergreifen zu wollen, „dann läuft im Zentralort vieles anders“.

Der Spielmannszug Rollesbroich kam mit dem parallel rollenden Wagen der KG „Klevbotze“ daher. Die „Arche vom Hau“ und ihre Schiffsbesatzung fanden aufgrund ihrer hintersinnigen Botschaft einhellige Zustimmunmg und Gefallen am originellen Erscheinungsbild von Noahs Nachbau.

Die Tanzformation „Sugarbabes and Boys“ demonstrierte perfekten Rock´n´Roll, und das nicht nur für Nostalgiker.

Der Wagen des Sonnenfunken- Nachwuchses, die noble Karosse der Prinzengarde, die Ehrengarde und schließlich das Defilee des amtierenden Dreigestirns aus Prinz Michael, Jungfrau Gerda und Bauer Wilfried bildete den Abschluss und Höhepunkt eines illustren Spektakels.

Forstsetzung und Kehraus des ausgelassenen Treibens zum Simmerather Tulpensonntag fanden nach vielfachem Bekunden des zuvor tapfer ausharrenden Publikums in mollig warmen Simmerather Gasthäusern statt. Hier ließen die mit dem Verlauf der Präsentation zur aktuellen „fünften Jahreszeit“ zufriedenen Programmgenießer das Erlebte gern Revue passieren.

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