Roetgen - Nahversorgungszentrum: Änderung des Flächennutzungsplanes beschlossen

Nahversorgungszentrum: Änderung des Flächennutzungsplanes beschlossen

Von: Ernst Schneiders
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Roetgen. Ein kommunalpolitischer Dauerbrenner war am Dienstag im Gemeinderat hinter der „3. Änderung des Flächennutzungsplanes” verborgen. Schließlich ging es darum, für das Nahversorgungszentrum an der Faulenbruchstraße das förmliche Genehmigungsverfahren einzuleiten. Dieses Vorhaben lässt in den kleinen Ort so manches Politikerauge glänzen.

Deshalb traten UWG-Fraktionschefin Silvia Bourceau und CDU-Ratsherr Ronald Borning nach dem einstimmigen Beschluss gleich auf die Euphoriebremse. „Das ist nur ein Startschuss, wenn auch ein guter, aber sonst nichts” dämpfte Bourceau alle Hoffnungen auf eine rasche Umsetzung des Vorhabens, und Borning mahnte zu Gelassenheit: „Der Bauausschuss steht dem Projekt sehr positiv gegenüber. Das heißt aber noch nicht, dass dort etwas gebaut wird.”

Das bestätigte am Mittwoch auch Dirk Meyer von der Bauverwaltung der Gemeinde auf Anfrage. Ziel dieses Aufstellungsbeschlusses sei lediglich, eine erste planungsrechtliche Grundlage für das Großprojekt zu schaffen, mehr aber auch schon nicht. Es müsse im Flächennutzungsplan zu diesem Zwecke ein Sondergebiet ausgewiesen werden. Meyer: „Dieses Verfahren wird nicht einfach sein.”

„Keinen Schritt weiter”

Trotz aller Freude, dass sich dort etwas tut, ist die Fraktionsvorsitzende der UWG unzufrieden mit dem Lauf der Dinge. Silvia Bourceau: „Bereits 2007 gab es Bekundungen, dass sich an der Faulenbruchstraße etwas tun sollte. Das ist mehr als zwei Jahre her und die Gemeinde war bisher noch keinen Schritt weiter.”

So kann Bourceau es denn auch „nicht nachvollziehen”, dass ein UWG-Antrag vom 25. Februar zum zentralen Versorgungsbereich der Gemeinde vom Rat gegen den Willen der Unabhängigen in den Bauausschuss verschoben worden ist. Dorthin hätte der Antrag bereits für die Sitzung am 9. März gehört. Die UWG kümmere sich zunehmend um Dinge, die „andere längst hätte regeln müssen”, lautet die kritische Anmerkung. „Aber”, so Silvia Bourceau, „wir sind keine Politiker, wir wollen was für die Bürger erreichen.”

Den Alleinvertretungsanspruch auf Bürgerinteressen kann die UWG allerdings nicht geltend machen, denn ihre Vorfreude auf die Nahversorgung wird nicht überall geteilt. Spätestens, nachdem „Bonafide”-Geschäftsführer Stefan Schepers in der vergangenen Woche erklärt hat, der Edeka-Markt im Bereich der Rosenthalstraße sei nicht zu halten, deshalb werde man Edeka an die Faulenbruchstraße holen, gibt es auch auch vermehrt kritische Stimmen im Ort. Es werden Befürchtungen laut, dass der Bereich um die Rosenthalstraße bei einem Weggang von Edeka veröde.

Auch wird es dem Vernehmen nach einigen Geschäftsleuten bei dem Gedanken mulmig, dass an der Faulenbruchstraße ein Komplex entstehen soll, in dem man sämtlich Einkäufe auf komprimierter Fläche erledigen kann. Anderenorts gebe es warnende Beispiele, wie aus einem florierenden Bereich eine Geisterstadt wurde, nachdem alle Einkaufsmöglichkeiten auf die grüne Wiese verlagert worden waren.

Der Fraktionsvorsitzenden der UWG sind solche Bedenken aus der Bürgerschaft auch zu Ohren gekommen, allerdings, beschwichtigt sie, könne man nicht sagen, dass der Ort im Bereich Rosenthalstraße ohne Einkaufsmarkt „kaputt” sei. Die Versorgung dieses Ortsteils bleibe ein wichtiges Thema. „Wir sind aber sowieso erst am Anfang eines Verfahrens mit ungewissem Ausgang.”
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