Nahles zu Gast im BGZ: Kompetenzzentrum für das Baugewerbe

Von: hes
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Leo Huppertz, Auszubildender des Tischlerhandwerks im zweiten Lehrjahr, zeigte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles, wie er formschöne Kleiderbügel aus Holz zuschneidet und verarbeitet. Links Handwerkspräsident Dieter Philipp, daneben Betriebsleiter Norbert Mauel. Foto: Heiner Schepp
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Von Oktober bis April diente das Internat am Simmerather BGZ als Notunterkunft für Flüchtlinge. Nun sollen die Gebäudetrakte B und C saniert werden und in einem neuen Integrationsprojekt der Handwerkskammer als Wohnstätte für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge dienen. Foto: Heiner Schepp

Simmerath. Am Mittwoch stellte sie im Deutschen Bundestag die Flexi-Rente vor – am Freitag schaute sie in Simmerath jungen Menschen über die Schultern, die ihr Arbeitsleben noch vor sich haben: Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles machte auf ihrer derzeit laufenden Informationstour am Freitag auch Station im Berufsbildungs- und Gewerbeförderungszentrum (BGZ) der Handwerkskammer und erfuhr von weitreichenden Plänen für das Ausbildungszentrum für Handwerker.

So plant das zwischen 1972 und 1987 in vier großen Bauabschnitten errichtete und 2002 um zwei Großhallen erweiterte Zentrum eine umfassende Sanierung mit einem Volumen von rund 16 Millionen Euro, wie Wilhelm Grafen, Leiter der Bildungsstätten und Geschäftsführer der Handwerkskammer Aachen, der Ministerin in einem Vortrag erläuterte.

Während die Planungen weit gediehen seien, sei in Sachen Finanzierung der Anteil des Landes noch offen, wie Grafen der SPD-Politikerin berichtete. Den Bärenanteil der Maßnahme hat mit 45 bis 60 Prozent der Bund zugesagt, 30 Prozent steuert die Handwerkskammer selbst bei. Möglich sei auch, dass der noch fehlende Teil durch europäische Mittel abgedeckt werde.

Grundlagen für die Generalmodernisierung von Gebäuden und Infrastruktur seien die Anpassung der Ausbildungswerkstätten an die technische Entwicklung, aber auch an die demografische Entwicklung, sagte Grafen.

Erneuerungen seien in den Bereichen Brand- und Arbeitsschutz, Gebäudeisolierung, bei den Versorgungsleitungen sowie bei den Ausstattungen der 32 Werkstätten geplant. „Wir möchten hier in Simmerath ein Kompetenzzentrum für den Baubereich schaffen“, sagte Betriebsleiter Norbert Mauel.

Zum Maßnahmenpaket gehören ferner die Modernisierung der 1980 erbauten Internate B und C und die Erneuerung von deren Innenausstattung sowie der Rückbau des ältesten Internattraktes A.

Das Internat steht auch im Zentrum des zweiten großen Projekts, das der Ministerin am Freitag vorgestellt wurde. So ist in Simmerath die Unterbringung, Betreuung und Beschulung von maximal 40 unbegleiteten minderjährigen Ausländern (UMA) geplant, mit dem Ziel, Perspektiven für die Jugendlichen zu entwickeln und ihre Sprachkompetenz zu steigern. „Im Idealfall gelingt dann die Vermittlung der jungen Menschen in Ausbildungsbetriebe“, sagte Wilhelm Grafen.

Das bemerkenswerte Projekt stemmt die Handwerkskammer indes nicht alleine; nicht weniger als neun Partner saßen Mitte Juli am Tisch, als das Projekt, das bis dahin immer wieder in den Anfängen gescheitert war, endgültig auf den Weg gebracht wurde.

Hauptentscheidungsträger ist dabei das Landesjugendamt NRW, das mit dem örtlichen Jugendamt der Städteregion unter anderem die Frage der Finanzierung klären muss. Die Handwerkskammer bekam den Auftrag, gemeinsam mit der Betreuungsorganisation ZOF (Zukunftsorientierte Förderung) ein Konzept für die Unterbringung der jungen Menschen und ihren Besuch von Lehrgängen im BGZ zu entwickeln. Auch dem benachbarten Berufskolleg, wo die jungen Flüchtlinge beschult werden sollen, kommt eine wichtige Rolle zu.

Ministerin Andrea Nahles nahm die Ausführungen mit großem Interesse zur Kenntnis und machte ihre Position bei der Bewältigung der Integration deutlich: „Ich setze da auf das Handwerk, die kleinen Betriebe und den Mittelstand. Und Rahmenbedingungen wie den Spracherwerb muss die Politik regeln“, sagte Nahles.

Die Arbeitsministerin, die aus dem pfälzischen Weiler (bei Mayen) stammt, somit ein Eifeler Mädchen ist und nach wie vor den Bauernhof ihrer Großeltern dort bewohnt, hatte anschließend nur noch eine Viertelstunde Zeit, um die zahlreichen, im BGZ vertretenen Baugewerbe im Schnelldurchlauf zu besuchen. Gleichwohl kam sie dabei kurz mit künftigen Tischlern, Malern und Metallarbeitern ins Gespräch und stellte anerkennend fest: „Das hat schon Vorbildcharakter hier!“

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