Nächtliche „Festbeleuchtung” bei Einbruch in Mützenich

Von: ess
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Die Polizei appelliert an die
Die Polizei appelliert an die Bürger, ihr Hab und Gut in der dunklen Jahreszeit vor Einbrechern (Symbolbild) zu schützen und die Beratungsangebote der Polizei in Anspruch zu nehmen. Foto: imago

Nordeifel. Von einem „relativ großen Problem” sprach neulich Helmut Wälter, Leiter der Direktion Kriminalitätsbekämpfung im Aachener Präsidium, und meinte die kontinuierlich steigenden Einbruchszahlen. Denn im Winterhalbjahr haben Einbrecher Konjunktur.

Dabei sind es längst nicht mehr nur Einzeltäter. Zunehmend sind es organisierte Banden, nicht selten aus Osteuropa, die ihre Objekte tagelang ausgucken, fachmännisch zu Werke gehen, gezielt suchen und schnell wieder in die Nacht verschwinden.

Dem Tun dieser Langfinger will die Polizei mit der Sonderkommission „Flex” einen „Riegel vorschieben”. 20 Ermittler, bei Bedarf auch mehr, darunter Fachleute für Einbruchskriminalität, Spurensicherung und Prävention, fahnden gezielt nach den Tätern.

Tresor geknackt

Arbeit gibt es für diese SoKo jetzt auch in der Eifel, denn am Wochenende gab es zwei Einbrüche im Stadtgebiet Monschau. In der Waldstraße in Alzen statteten zwischen Freitag und Sonntagvormittag bisher unbekannte Täter einem frei stehenden Einfamilienhaus einen Besuch ab. Nachdem sie die Terrassentür aufgehebelt hatten, durchwühlten sie laut Polizeibericht alle Schränke und Behältnisse und knackten auch noch einen in der Wand verankerten Tresor. Der Umfang der Beute steht noch nicht fest.

Von Samstagabend bis Sonntagmorgen war ein Haus an der Straße Bongert in Mützenich Ziel einer Einbruchstour. Die Täter knackten das Türschloss und ließen nach Polizeiangaben einen Flachbildschirm mitgehen. Diese Angaben decken sich nicht mit denen des Geschädigten gegenüber der Lokalredaktion. Neben dem Fernseher war von Playstation, Handy, Bargeld und zwei Rucksäcken voller hochwertiger Kleidung und Schuhe des Geschädigten und dessen Sohnes die Rede.

Die Einbrecher scheuten offensichtlich nicht das Licht, denn gegen 22 Uhr sei im ganzen Haus „Festbeleuchtung” gewesen. So etwas habe der Eigentümer noch nie gemacht, sollen Nachbarn geäußert haben. Man habe dem allerdings keine Bedeutung beigemessen.

Genau dort setzt die Polizei an, so deren Sprecherin Sandra Schmitz: „Da hätten die Nachbarn am besten noch ein zweites Mal hingeschaut.” Wer in seinen Umfeld eine ungewöhnliche Beobachtung mache wie diese, der solle nicht den Helden spielen und sich in Gefahr begeben, aber noch einmal genau hinschauen und gegebenenfalls den Polizeinotruf 110 wählen.

Auch wenn Häuser oder Gärten mehrmals aus einem geparkten oder extrem langsam fahrenden Auto heraus beobachtet werden, oder wenn Fremde suchend umhergehen, kann das ein Hinweis auf eine bevorstehende Straftat sein. Wenn man Glas splittern hört, wenn Holz bricht, wenn zu ungewöhnlicher Uhrzeit gebohrt oder gehämmert wird, sind wahrscheinlich Einbrecher am Werke.

Das gilt auch, wenn aus einer Wohnung das flackernde Licht einer Taschenlampe dringt, wenn man Gestalten umherhuschen sieht, wenn Fenster provisorisch verhängt sind oder wenn die Rollläden in unüblicher Art und Weise oder zu unüblicher Zeit geschlossen sind.

Psychische Belastungen

Die Polizei spricht dabei nicht von Lappalien, denn in ganz NRW gab es im vergangenen Jahr fast 45.000 Einbrücke, mit einen Gesamtschaden von mehr als 138 Millionen Euro und dauerhaften psychischen Belastungen vieler Opfer.

Die Hauseigentümer sollten es den Einbrechern so schwer wie möglich machen, appelliert Polizeisprecherin Sandra Schmitz, die Beratungsangebote der Ordnungshüter in Anspruch zu nehmen und seine vier Wände hinreichend zu sichern.

„Die Einbrecher wollen schnell rein und möglichst schnell wieder raus. Wenn es aber schon beim Eindringen Probleme oder gar Hindernisse gibt, dann geben die auf, weil es zu beschwerlich wird und zu lange dauert.” Die Polizei wolle deshalb „die Bürger mit ins Boot holen”.
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