Nächstes Lebensmittelgeschäft kämpft ums Überleben

Von: Sarah Maria Berners
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Der Parkplatz bleibt oft leer,
Der Parkplatz bleibt oft leer, die Regale im Laden sind schon arg geräumt: Mit dem Frischmarkt in Steckenborn kämpft das nächste Dorfgeschäft derzeit massiv ums Überleben. Foto: Sarah Maria Berners

Steckenborn. Schon wieder kämpft ein kleines Lebensmittelgeschäft ums Überleben. Das Gerücht machte in Steckenborn schon seit einiger Zeit die Runde, am Samstag kam die Information schriftlich in alle Haushalte.

Ortsvorsteher Alex Stiel hatte ein Schreiben aufgesetzt. Normalerweise beginnen diese mit „Was Sie noch wissen sollten”. Dieses Mal hatte der Ortsvorsteher seinen Brief mit den Worten „Worüber Sie einmal ernsthaft nachdenken sollten” begonnen.

Biolädchen floriert

Stiel erinnert in seinem Brief daran, dass es in Steckenborn einmal vier Lebensmittelgeschäfte gegeben hat. „Heute sollten wir froh sein, dass wir - neben einem gut florierenden Biolädchen - immerhin noch einen Frischmarktladen haben. Einen Laden - so sagte mir die Betreiberin - der nun wirklich massivst ums Überleben kämpft.”

Vor allem für die älteren Steckenborner ist der kleine Lebensmittelmarkt wichtig. Hier können sie alleine einkaufen gehen. Sie können ihn zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen und sind nicht auf die Hilfe anderer angewiesen.

Aber auch wenn einige jüngere, mobile Steckenborner bewusst einige Einkäufe im Frischmarkt erledigen, es reicht nicht: „Wie man mir unter Beilegung von Zahlen glaubhaft versichert, ist die Beibehaltung dieses Geschäfts derzeit nur noch unter privat finanzieller Bezuschussung haltbar”, erklärt Stiel weiter. Und er schlussfolgert: „Das ist eine Situation, die - selbst vorübergehend - aus kaufmännischer Sicht natürlich völlig indiskutabel ist.

Stiel beschreibt, dass der Einzelhandel in den Dörfern durch den demografischen Wandel und den großflächigen Einzelhandel einen „ungemeinen Schaden” erleidet.

„Ich - als Ortsvorsteher - appelliere deshalb an Sie alle, mich selbst natürlich nicht ausnehmend, sich diese Situation einmal zu Gemüte zu führen”, schreibt Stiel weiter. Und zum Nachdenken gibt er den Steckenbornern ein Rechenbeispiel an die Hand. Allein der Weg in den vom Ort aus am nächsten gelegenen Supermarkt betrage hin und zurück zehn bis zwölf Kilometer, daraus folgert Stiel Kosten - „nicht nur der derzeitigen Spritpreise wegen” - von drei bis fünf Euro. Wie Stiel schreibt, ein Betrag, den man „hier bei uns in Steckenborn” schon zum Einkaufen verwenden könnte.

„Es wäre doch schade und für ältere, nicht motorisierte Mitbewohner schier unerträglich, wenn auch dieser Markt in absehbarer Zeit wegen Unrentabiliät wirklich schließen müsste”, heißt es weiter. Stiel möchte mit seinem Denkanstoß dazu anregen, die „noch vorhandene Einkaufsmöglichkeit” zu erhalten. „Es wäre doch schade, wenn sich die ansonsten doch recht gute Infrastruktur in unserem Ort noch weiterhin verschlechtern würde.”
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