Nordeifel - Nach der Flut: 20 Zentimeter tiefe Löcher in der Straße

Nach der Flut: 20 Zentimeter tiefe Löcher in der Straße

Von: Jenna Hermanns
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Nordeifel. Der Jahrhundertregen am Samstag hat seine Spuren hinterlassen. Der Sturm, der schon fast als Flut durchgehen kann, hatte es wohl besonders auf Kalterherberg abgesehen.

Spektakulär sind die Auswirkungen vor allem in der Fedderbach, wo ganze Teilstücke der linken Straßenseite (von Messeweg aus) weggeschwemmt wurden und nun Löscher mit einer geschätzten Tiefe von 20 Zentimetern zu bestaunen sind.

Ralf Kreutz vom Monschauer Bauamt war am Montagvormittag vor Ort, um die Schadenskosten zusammen zustellen. „Die Straße muss soweiso saniert werden. Ob es dieses Jahr machbar ist, die komplette Straße zu sanieren, wird sich noch herausstellen. Ansonsten ist es wichtig, die Verkehrssicherheit wieder herzustellen und die Löscher erstmal provisorisch zu zu machen”, erklärt der städtische Bauingenieur aus Kalterherberg.

Der untere Teil der Fedderbach bildet den tiefsten Punkt auf der linken Rurtalseite (aus Richtung Monschau) und so wurde die Fedderbach am Samstag zu einem richtigen reißenden Bach.

Wasser aus den oberen Teilen Kalterherbergs floß die Abhänge herunter und brachte Steine, Dreck und große Holzstücke mit. Norbert Peters wohnt mit seiner Frau in der Fedderbach und hat einige Holzbrocken von der Straße geholt.

In seiner Einfahrt befindet sich auch ein ziemlich großes Loch. „Innerhalb von Sekunden kamen hier solche Massen von Wasser runter, das war einfach unglaublich”, berichtet Peters von seinen Erlebnissen am Samstag: „Das Wasser stieg bestimmt 30 bis 40 Zentimeter an. Ich habe vom Fenster aus alles beobachtet. Ein Stein in der Einfahrt löste sich und dann war alles vorbei.”

Die Wassermengen rissen alles mit und haben sogar einen Teil seiner Hecke umgeknickt. „Wir haben schon viel aufgeräumt und sauber gemacht”, erzählt Norbert Peters. Aber die Überreste sind noch überall zu sehen. „Der kam auch mit dem Wasser hier an”, so Peters und deutet auf einen großen Stein in seinem Garten.

Auch der Sand, der vorher zwischen den Steinen der Einfahrt lag, findet man nun einige Meter weiter auf der Straße vor dem Haus der Nachbarn wieder. „Die Gullideckel schwammen über die Straße, da sie dem Wasserdruck aus der Kanalisation nicht mehr Stand halten konnten”, erinnert er sich.

Die Kosten für die Reparatur der Einfahrt übernimmt die Versicherung nicht, da seine Elemantarversicherung nur für Wasserschäden im Haus und nicht im Außenbereich gilt.

Ein Bach hat sich beim Nachbarn auf der Wiese zu einem kleinen See vergrößert. „Jetzt bin ich schon 78 Jahre alt und so etwas habe ich noch nie erlebt. Aber gegen die Macht der Natur können wir nichts tun”, so Norbert Peters, der froh ist, dass das Wasser nicht in sein Haus gelangt ist. Er hatte das Garagentor nämlich frühzeitig abgedichtet.

„Wir sind staunend von einem Fenster zum anderen gegangen und haben dabei vergessen im Keller nachzuschauen. Durch eine kleine undichte Stelle ist Wasser herein gekommen”, berichtet Christel Kremer, die mit ihrer Familie auch in der Fedderbach wohnt.

Ihr Sohn, Kevin Kremer, hat den Fluss auf der Straße gefilmt und auch die Bilder am nächsten Tag festgehalten. „Dem platten Gras am Rand nach zu urteilen muss die Rur bestimmt dreimal so breit gewesen sein”, erzählt Christel Kremer von ihren Beobachtungen.

„Die müssen jetzt was machen. Die Bordsteine liegen jetzt ja stellenweise frei und wenn es dann nochmal zu einem ähnlich starken Regen kommt, wird ein noch größerer Schaden angerichtet”, hofft sie auf eine schnelle Reparatur der Sraße.

Für eine amüsante Attraktion hat der Regen auf dem Campingplatz Perlenau gesorgt. Die Brücke, die über die Rur führt und die Verbindung zur Zeltwiese ist, ist abgetaucht. „Das ist aber keine Katastrophe, für die Gäste ist es eher ein lustig und vor allem den Kindern macht es Spaß auf der Brücke im Wasser zu spielen. Auch Autos überqueren die Brücke problemlos”, schildert Günter Rasch, Eigentümer des Campingplatzes die Situation. Der Samstag war für die Gäste auf dem Campingplatz natürlich ein nicht so lustiger Tag.

„Aber die Gäste sind hartnäckig. Es sind nur drei bis vier Urlauber abgereist, die mit Zeltenm hier waren. Das ist ja auch verständlich, wenn man sich vorstellt, dass Wasser und Schlamm sich in den Schlafsäcken breit machten”, macht Rasch die Situation der Camper deutlich. Es gaben auch einige Hagelschäden an Wohnwagen und Wohnmobilen. Darum muss Rasch noch einige Bestätigungen für Versicherungen schreiben, dass es tatsächlich gergnet hat. „Nach ein bis zwei trockenen und warmen Tagen müsste wieder alles beim Alten sein”, sagt Rasch und freut sich über jeden Sonnenstrahl.

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