Kommern - „Nach der Ernte” im LVR-Freilichtmuseum Kommern

„Nach der Ernte” im LVR-Freilichtmuseum Kommern

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Unverzichtbare Helfer bei der
Unverzichtbare Helfer bei der Feldarbeit waren einst fleißige Tiere, meist starke Kaltblutpferde und -gespanne.

Kommern. Ein großer Umzug von Kaltblutpferden und Zugochsen mit historischen Karren und Wagen eröffnet am Samstag, 22. September, um 12 Uhr im LVR-Freilichtmuseum Kommern die zweitägige Traditionsveranstaltung „Nach der Ernte”.

Wie nie zuvor regt sie kleine und große Besucher zum Mitmachen bei bäuerlichen Arbeiten an, die an die Zeiten vor der Mechanisierung der Landwirtschaft erinnern. So kann unter fachkundiger Anleitung mit dem Flegel gedroschen und das Korn anschließend mit der „Windfege” gereinigt werden. Kuhmodell „Lotte” steht bereit, um sich von den Besuchern melken zu lassen.

„Kaum ein jüngerer Mensch weiß, dass nach dem Getreideschnitt die Halme von Hand zu Garben gebunden und diese zum Austrocknen aufgestellt werden mussten,” erinnert Dr. Josef Mangold, Leiter des Freilichtmuseums: „Das war eine zeitraubende und schwere Arbeit, die oft den Frauen vorbehalten blieb. Auch die Bauernkinder mussten mithelfen. Nachher durften sie unter den aufgestellten Garben Indianer spielen.” So sind auch auf der Museumsveranstaltung vor allem Besucherinnen und Kinder zur Mithilfe beim Garbenbinden eingeladen. Wie man eine Sense dengelt, können hingegen erwachsene männliche Besucher lernen.

Auch bei der historischen Flachsbearbeitung setzt das Freilichtmuseum auf tatkräftige Mithilfe der Besucher. So etwa beim Dörren des Flachses auf der historischen „Brechkaul” aus Hasselbach im Hunsrück, die nach vielen Jahren wieder in Betrieb genommen wird. Bei der Weiterverarbeitung der Flachsfasern zu Leinen können wiederum auch Kinder mithelfen.

Erstmalig kommen zwei große Dreschmaschinen zum Einsatz: „Nach dem Erwerb eines weiteren Dreschmaschinen-Oldtimers können wir nun beide Grundtypen der Dreschkästen vorführen, den Schlagleistendrescher und den Stiftendrescher,” freut sich Dr. Michael H. Faber, der die Großveranstaltung seit vielen Jahren organisiert. „Und auch verschiedene Antriebsweisen werden eingesetzt: neben einem historischen Elektromotor wird einer der vielen teilnehmenden Oldtimer-Traktoren die schweren Lederriemen zu den Dreschmaschinen antreiben.”

Auch viel traditionelles dörfliches Handwerk wird zu sehen sein: Das Dach einer alten Stallscheune, die aus Eppenrod im heutigen Rhein-Lahn-Kreis stammt, wird neu mit Reed gedeckt, und vor der aus demselben Kreis stammenden Dorfschmiede aus Bornich werden Arbeitspferde auf neue Hufeisen warten. An einer historischen Garn-Scheune aus Barmen-Öhde zeigen die „Langerfelder Garnbleicher die ausgestorbene Technik des Bleichens von Garn, mit der einst ein eigener Handwerkerstand verbunden war. Zimmerleute des Museums nehmen setzen die alte, von Wasserkraft angetriebene Sägemühle aus Niederweis im Kreis Bitburg-Prüm in Betrieb, während in der Korbmacherei aus Hilfarth, Kreis Heinsberg, Körbe für die Ernte und Lebensmittelaufbewahrung geflochten werden.

„Nach der Ernte” findet statt am Samstag, 22. September, sowie am Sonntag, 23. September, jeweils von 11 bis 18 Uhr. Die Umzüge finden am Samstag um 12 Uhr und am Sonntag um 11 Uhr statt.

Das LVR-Freilichtmuseum Kommern ist zu finden in der Eickser Straße in Mechernich-Kommern.

Der Eintritt beträgt für Erwachsene 5,50 Euro, für Kinder und Jugendliche von unter 18 Jahren ist der Eintritt frei. Es wird eine Parkgebühr von 2,50 Euro erhoben.

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