Nach dem Einbruch bleibt die Angst

Von: Pia Sonntag
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Vor sechs Jahren versuchten Diebe in das Haus der Müllers einzubrechen, doch sie scheiterten. Dieses Mal sind sie in das Haus eingedrungen und stahlen das Auto der Familie. Die Polizei konnte das gestohlene Auto in Antwerpen ausfindig machen. Symbolbild: stock/Jochen Tack Foto: Stock/ Jochen Tack

Rott. „Man hat einfach immer das Gefühl beobachtet zu werden“, sagt Heike Müller (der Name der Familie wurde geändert). Die Eheleute sind Ende Oktober Opfer eines Einbruchs geworden. Mitten in der Nacht kamen die Diebe, obwohl sie zu Hause waren.

Sie befanden zu der Zeit im Schlafzimmer und bekamen erst am nächsten Morgen den Schock ihres Lebens.

Franz Müller ist immer noch fassungslos über das Geschehene. Seit dem Überfall haben sie fast keine Nacht mehr durchgeschlafen. Die Angst sitzt immer noch tief. Am Morgen fiel Heike Müller zunächst auf, dass die Badezimmertür offen stand. „Komisch“, dachte sie, da sie sich sicher war, die Tür am Abend zuvor geschlossen zu haben.

Dann bemerkte sie, dass einige Gegenstände nicht mehr an ihrem Platz standen. Die Schubladen waren geöffnet und durchwühlt und als sie ins Wohnzimmer ging, fand sie ein nach ihren Worten „unvorstellbares Chaos“ vor. Die Terrassentür im Wohnzimmer war mit Hilfe eines Bohrers gewaltsam geöffnet worden und stand offen, die Terrassentür, alle Schranktüren und Schubladen standen ebenfalls offen und verschiedenste Gegenstände lagen auf dem Boden verteilt.

Die Diebe hatten anscheinend jeden Raum heimgesucht, sogar im Keller waren ihre Spuren zu finden. Neben Bargeld nahmen sie teure Kleidung unter anderem Skijacken, Schmuck und Franz Müllers Aktenkoffer mit. Das wertvollste Diebesgut war aber mit Sicherheit das Auto, das in der Hauseinfahrt stand. Damit ergriffen die Diebe die Flucht. Mittlerweile hat die Polizei das gestohlene Fahrzeug im belgischen Antwerpen ausfindig gemacht. Von den Tätern fehlt bislang jede Spur.

„Wir stehen unter Schock. Wir hätten nie gedacht, dass uns das passieren könnte“, sagt die Familie Müller. Sie seien vor allem aber froh, dass sie selber unversehrt geblieben seien. Im Nachhinein seien sie erleichtert, während des Einbruchs tief und fest geschlafen zu haben.

Sie hätten ansonsten nicht gewusst, wie das Aufeinandertreffen mit den Dieben verlaufen wäre. „Dass wir von dem Bohren nicht wach geworden sind, zeigt mit welcher Professionalität die Einbrecher vorgegangen sein müssen“, sagt Franz Müller. Er glaubt, dass mindestens drei Diebe an dem Einbruch beteiligt waren.

„Vor sechs Jahren haben Diebe schon einmal versucht bei uns einzubrechen. Da haben sie noch versucht mit Brecheisen reinzukommen, sind aber glücklicherweise gescheitert. Aus diesem Grund haben wir es auch nicht mehr für nötig gehalten eine Alarmanlage zu installieren. Wir waren in dem Glauben sicher zu sein“, sagt Heike Müller. Bei jedem noch so kleinem Geräusch würde jetzt sie zusammenzucken, erzählt sie.

„Wir sind beide ein Stück weit traumatisiert. Die psychischen Folgen sind schlimmer als die materiellen. Es fühlt sich einfach komisch an. Man fühlt sich im eigenen Zuhause nicht mehr wohl. Wenn jemand Fremdes in den persönlichsten Sachen stöbert, ist die Privat- und Intimsphäre einfach massiv gestört“, sagt Franz Müller. Jetzt wollen die Eheleute eine Alarmanlage installieren, um wieder ein besseres und vor allem sicheres Gefühl zu bekommen.

Wie die Opfer eines Einbruchs nach der Tat betreut werden, erklärt Petra Wienen von der Pressestelle der Polizei in Aachen. Opfernachsorge werde bei der Polizei groß geschrieben. Geschädigte würden schon direkt bei der polizeilichen Aufnahme der Tat vor Ort von den eingesetzten Beamten adäquat betreut. Falls entsprechende Nachsorge gewollt sei, würden die Geschädigten weiter durch fachkundige Beamte beraten, sagt Wienen. Des Weiteren zeige die Polizei Möglichkeiten auf, wie sich die Bürger schützen könnten.

Im Moment ermittelt die Polizei in der Nordeifel in drei Fällen von Fahrzeugdiebstählen. Im Bekanntenkreis der Müllers wurde auch ein Auto gestohlen und in ihrer Straße sind ihnen aus den letzten Jahren vier Einbrüche bekannt. „Früher wäre sowas nicht so schnell geschehen“, sagt der Betroffene. „Vor 30 Jahren musste ich mein Auto noch nicht mal abschließen und es ist nichts passiert, aber mittlerweile häufen sich selbst in der Eifel die Fälle.“

Aus diesem Grund, hat sich das Ehepaar auch dazu bereit erklärt, über seine Erfahrungen und die Einbruchsfolgen berichten. Sie können jedem nur dringend empfehlen, die nötigen Sicherheitsvorkehrungen aus Haus zu treffen, „bevor es zu spät ist.“

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