Nach Abwasserkonferenz: Monschau „macht nicht mehr alles mit”

Von: hes
Letzte Aktualisierung:

Monschau. Nur noch bei einer sinnvollen Kosten-/Nutzen-Relation wird die Stadt Monschau in Zukunft weiter in den Abwasserbereich investieren. Dies hat der Monschauer Bauausschuss nun als Folge der Abwasserkonferenz in der vergangenen Woche beschlossen.

Einstimmig beauftragte der Ausschuss die Verwaltung, weitere Investitionen in diesem Bereich nur noch dann zu tätigen und umzusetzen, wenn der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit eindeutig erfüllt sei.

Für 27 Millionen modernisiert

Erneut verwies Bürgermeister Theo Steinröx darauf, dass man in den Jahren 1995 bis 2008 im Abwasserbereich eigene Investitionen in Höhe von rund 16 Millionen Euro getätigt habe, hinzuzurechnen seien elf Millionen Euro, die sich der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) in den Jahren 2006 und 2007 die Modernisierung der Kläranlage Konzen und die Netzüberleitung Imgenbroich/Mützenich habe kosten lassen.

„Wir haben einen Kanalisationsgrad von 98 Prozent im Stadtgebiet Monschau - damit sollte es dann auch einmal gut sein”, sagte Steinröx und verwies darauf, dass „Delegationen aus ganz Europa die hochmoderne Konzener Membranfiltrationsanlage besichtigen” würden.

Auch die mehrfach bescheinigte, hervorragende Wasserqualität der oberen Rur sei ein Indiz dafür, dass Monschau seine Hausaufgaben in Sachen Abwasser gemacht habe. „Deshalb sind weitere Investitionen vorerst nicht notwendig und zukünftige immer unter der Prämisse der Kosten- und Nutzenrelation zu sehen”, sagte der Bürgermeister vor allem mit Blick auf die Abwassergebühren und die schon auf sehr hohem Niveau befindlichen Belastungen der Bürger.

Theo Steinröx unterstrich, dass es der Stadt beim jüngsten öffentlichen Streit - Stichwort Schwäne auf dem Höfener Weiher - nicht darum gegangen sei, Recht zu behalten oder den Kreis bw. den Umweltdezernenten, der ja auch SPD-Kandidat für das Amt des Städteregionsrates sei, in Misskredit zu bringen. Vielmehr habe Monschau grundsätzlich zeigen wollen, „dass wir nicht alles mitmachen und irgendwo auch mal Schluss ist mit Verordnungen”.

Der „Schwäne-Streit” sei im übrigen beigelegt, „wir werden im Frühjahr Schilfgras pflanzen”, kündigte Steinröx an und ergänzte: „Aber dazu wird es nicht, wie gefordert, ein hochwissenschaftliches Gutachten geben und beim Pflanzen wird auch kein Diplom-Ingenieur daneben stehen”, ereiferte sich der Bürgermeister nochmals über die „Unsinnsverfügung” vom 19. Dezember.

Von der humorvollen Seite nahm Höfens Ortsvorsteher und CDU-Sprecher Peter Theißen den Streit um die Schwäne und kündigte an: „Ich werde unseren Höfener Schwänen Pampers anziehen - allerdings nur bis Karneval”, witzelte Theißen.

Schon ernster nahm die Sache sein Fraktionskollege Micha Kreitz: „Statt sich an solchen Dingen aufzuhalten, sollte der Kreis sich lieber mit anderen, dringenderen Dingen beschäftigen”, kritisierte Kreitz „fünfseitige Schreiben zu Baugenehmigungen, die kein Bürger versteht”.

Paul Hüllenkremer (FDP) stellte fest, dass die Stadt Monschau durch das zeitnahe Befolgen neuer Umweltauflagen auch Nachteile erfahren habe: „Unsere Nachbargemeinde Simmerath hat mit ihrer abwartenden Haltung letztlich mehr Fördergelder bekommen”, rechnete der Liberale vor und fand allgemeine Zustimmung.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert