Würselen - MZ-Mitarbeiter streiken in Würselen

MZ-Mitarbeiter streiken in Würselen

Von: Ilona Rütten-Sieben
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Sie wollen mehr Lohn: Die Mitarbeiter der Servicegesellschaft des Medizinischen Zentrums in Würselen streiken und machen ihrem Unmut über ihre Bezahlung bei einer Demo durch Würselen Luft. Foto: Ilona Rütten-Sieben

Würselen. Die Stimmung ist emotionsgeladen. 6 Uhr morgens in der Früh: Mit Trillerpfeifen und Plakaten ausgerüstet harren bis zu 50 Angestellte der MZ-Tochtergesellschaft „Servicegesellschaft Medizinisches Zentrum Städteregion Aachen” vor den Toren des Krankenhauses am Betriebsteil Marienhöhe aus.

Die Gewerkschaft Verdi hat zum Streik aufgerufen (wir berichteten). Nach vier Stunden Aufenthalt in der Kälte kommt dann Bewegung in die Sache: Die Streikenden ziehen in einem Demonstrationszug durch Würselen.

„Gleicher Lohn für alle”, rufen die Servicemitarbeiter. „Arbeiten wir ein Pferd, bezahlt wie ein Pony”, ist aus den Reihen zu hören. Für den Bereich Reinigung bringt es Doris Begiebing auf den Punkt: „Bruttolöhne zum Beispiel von 7,62 Euro für die Küche und 8,15 Euro für die Reinigungskräfte, davon kann sich keiner selbst ernähren. Die meisten sind gezwungen, ein bis zwei Nebenjobs anzunehmen, um überhaupt über die Runden zu kommen.”

Ihre Kritik, dass es zudem noch unterschiedliche Gehaltstarife für die gleichen Arbeitsbereiche gibt, je nachdem ob die Knappschaft, MZ oder Servicegesellschaft Arbeitgeber ist, bestätigte Gewerkschaftssekretär Stefan Jungheim.

Sascha Helgers, ehemaliger Mitarbeiter der Küche, protestiert aus Solidarität mit, um auch seine Ehefrau zu unterstützen, die noch für die Servicegesellschaft tätig ist. „Es gibt Leute, die bringen ihre Teebeutel von zu Hause mit, weil sie es sich nicht mehr leisten können, etwas in der Personalküche zu kaufen”, erzählt er.

180 Leute sind bei der Servicegesellschaft derzeit beschäftigt, für sie fordert Verdi 8,65 Euro Stundenlohn, das Gegenangebot beläuft sich zurzeit auf 8,01 Euro. Das MZ will die Servicemitarbeiter künftig nach den Tarifen des Hotel- und Gaststättengewerbes bezahlen. Verdi fordert hingegen eine Bezahlung nach den Tarifen des Öffentlichen Dienstes. „Das ist der erste, aber sicherlich nicht der letzte Streiktag”, geht Jungheim von weiteren schwierigen Verhandlungen aus.

MZ-Geschäftsführer Falko Rapp sieht indes Verdi am Zug. Die Gewerkschaftsvertreter hätten den Verhandlungstisch verlassen und müssten entsprechend die Initiative ergreifen, damit die Tarifpartner wieder ins Gespräch kämen. Der Streik bringe in manchen Bereichen Einschränkungen, räumte er ein. „Wir konzentrieren die Arbeitstätigkeit auf den Patientenbereich”, sagte Rapp. Auch in der Küche wird weiter produziert, die Streikenden werden unter anderem durch Mitarbeiter des MZ ersetzt.

Weitere Streikstrategien wurden laut Jungheim noch nicht ausgearbeitet. Er sagt: „Wir sind jederzeit gesprächsbereit.” Das Tauziehen um mehr Lohn geht also weiter.
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