Simmerath - Mysteriöse Steinformationen an der Kall bleiben weiterhin ein Rätsel

Mysteriöse Steinformationen an der Kall bleiben weiterhin ein Rätsel

Von: P. St.
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Über die neuen Hinweistafeln, die dank tatkräftiger Unterstützung von Siegfried und Alfons Nießen an der Kall bei Bickerath angebracht wurden, freut sich Hobby-Heimatforscherin Resi Röder. Foto: P. Stollenwerk
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Rätselhaft: Wo liegt der Ursprung der Steinsetzungen an der Kall? Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Zufällig stehen sie bestimmt nicht hier, die zum Teil tonnenschweren Steine, die aufrecht im Erdreich stehen und eine lange Reihe bilden. Zu finden sind solche Steinsetzungen im Kalltal bei Simmerath sowie zwischen Bickerath und Lammersdorf. Diese Steine, wenn sie denn überhaupt jemand wahrnimmt, gehören längst zum vertrauten Landschaftsbild. Was aber hat es damit auf sich?

Welche Bedeutung haben sie? Weshalb wurden sie im Raum Simmerath vornehmlich entlang der Kall aufgestellt? Handelt es sich um Menhire, alte Grabstätten oder magische Kraftorte?

Diese Fragen beschäftigen seit rund drei Jahren auch die Hobby-Heimatforscherin Resi Röder aus Simmerath. Mit Zähigkeit und Engagement arbeitet sie an diesem Thema. Bei einem Spaziergang im Kalltal nahe des Lammersdorfer Bergs waren ihr die Steinsetzungen plötzlich aufgefallen, die ihre Aufmerksamkeit hervorriefen und deren Herkunft sie unbedingt ergründen wollte. Sie fand weitere Mitstreiter, die ebenfalls dem Rätsel der Steinsetzungen in der Region auf die Spur kommen wollten

Denn mit der häufig angeführten Erklärung, dass Landwirte ihre Felder von schweren Steinen befreit hätten und diese am Rand der Wiesen aufschichteten, wollte sich Resi Röder nicht mehr zufrieden geben. Den Zweiflern an ihrer Theorie hält sie fachliche Betrachtungen entgegen. Später hinzugezogene Archäologen des Landschaftsverbandes Rheinland erschloss sich die Herkunft und Bedeutung der Steine im Kalltal zwar auch nicht, aber immerhin bestätigten sie, dass es sich, so Resi Röder, um „eine Besonderheit“ handele. Resi Röder ist überzeugt davon, dass die tief in den Boden eingelassenen Steine „für die Ewigkeit“ gesetzt wurden.

Ihre Erkenntnisse und Recherchen fasste sie in einem vor Jahresfrist erschienenen Buch zusammen. Auch wenn es vermutlich nie eine erschöpfende Antwort geben wird, ist für Resi Röder allein schon die Vielzahl der Fragestellungen faszinierend. Dienten die Steine als Opferstätten, um die Götter zu besänftigen? Handelt es sich um Grabstätten oder wurden hier Zeremonien abgehalten? Weshalb wurden die Steine in langen Reihen mit der Spitze nach oben aufgerichtet und mit einer Steinpackung als festigendes Fundament ausgestattet?

Die Steinbrücke über die Kall bei Bickerath am Spielplatz Kopperweg nahe der Grillhütte übt eine ganz besondere Faszination aus. Tonnenschwere Steinplatten ermöglichen die Überquerung des Flüsschens, und es dürfte ein beträchtlicher Aufwand erforderlich gewesen sein, um die Steinplatten zu platzieren. Resi Röder glaubt, dass diese Brücke dazu diente, zu einem Tempel, einem Kampfplatz oder einer Opferstätte auf der gegenüberliegenden felsigen Anhöhe zu gelangen.

Ebenso wirft eine rund 80 Meter lange Steinreihe, die ganz in der Nähe der Brücke beginnt und sich entlang des Kopperweges zieht, Fragen auf. Diese zum Teil bereits von der Natur überwucherte Reihe wurde inzwischen freigelegt und macht jetzt noch mehr deutlich, dass diese Steinsetzung gezielt angelegt wurde.

Resi Röder beklagt, dass sich bislang noch niemand bemüht habe, den Steinsetzungen, die es auch am Wolbertstein bei Lammersdorf in auffällig hoher Zahl gibt, auf den Grund zu gehen.

Zumindest hat sie inzwischen ein wenig Unterstützung von den Brüdern Siegfried und Alfons Nießen aus Simmerath erhalten, die an der Kall zwei Holzschilder montiert haben, die den Blick des Wanderers auf die rätselhaften Steine lenken. „Alte Steinbrücke, vermutlich aus der Urzeit“, ist hier zu lesen und ein paar Meter weiter heißt es: „80 m – Steinsetzungen vermutlich aus der Urzeit“.

Diese Hinweistafeln sollen bewirken, dass die Steine wahrgenommen werden und der Betrachter ihre Besonderheit erkennt, selbst wenn die hier gegebenen Informationen nur spärlich sind.

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