Muss Roetgen zweimal zur Urne gehen?

Von: P. St.
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So nahe wie auf dieser Gemeinschaftstafel waren sich die fünf Roetgener Bürgermeisterkandidaten zwar nicht in allen politischen Fragen, aber der Wahlkampf der Kandidaten war frei von unfairen Attacken. Foto: P. Stollenwerk

Roetgen. Roetgen wählt am Sonntag einen neuen Bürgermeister. Zumindest wird sich an diesem Tag, dem 13. September 2015, die Zahl der Bewerber lichten und von insgesamt fünf Kandidaten werden nur noch zwei übrig sein, denn: Beobachter rechnen mit einer Stichwahl.

Wenn man sich in der heißen Phase des Wahlkampfes unter den politischen Beobachtern in der Gemeinde Roetgen umhörte, so ging niemand davon aus, dass die Bürgermeisterwahl bereits im ersten Wahlgang entschieden wird, sondern erst bei einer Stichwahl, die dann zwei Wochen später, am 27. September, stattfinden würde. Damit müssten die Roetgener ein zweites Mal zu Urne schreiten.

In der 8200 Einwohner zählenden Gemeinde Roetgen sind am Sonntag 6915 Wahlberechtigte aufgerufen, ihre Stimme für den neuen Chef der Verwaltung abzugeben, nachdem Amtsinhaber Manfred Eis (SPD) sich nach 16-jähriger Amtszeit in den Ruhestand verabschiedet.

Fünf Bewerber wollen nun ein gutes Jahr nach der Kommunalwahl das Erbe des langjährigen Bürgermeisters antreten. Der Bürgermeister wird für eine Amtsperiode von fünf Jahren gewählt.

Für die SPD tritt Jorma Klauss (41) an, für die CDU geht Björn Schmitz (44) ins Rennen. Für die UWG wurde Silvia Bourceau (45) benannt, für die Grünen kandidiert Bernhard Müller (66), und für die FDP bewirbt sich Franz-Josef Zwingmann (66). In dieser Reihenfolge sind die Kandidaten auch auf dem Stimmzettel aufgeführt. Die Reihenfolge richtet sich nach den Ergebnissen der Parteien bei der letzten Kommunalwahl.

Normalerweise wird das Roetgener Gemeindegebiet in 13 Wahlbezirke eingeteilt, nicht so bei der anstehenden Bürgermeisterwahl. Die zum Teil recht kleinen Einheiten werden diesmal zu fünf Stimmbezirken zusammengefasst.

Drei Stimmbezirke gibt es für Roetgen und je einen für Rott und Mulartshütte. Das Wahllokal für Roetgen befindet sich in der Grundschule, in Rott wird im Jugendhaus gewählt, in Mulartshütte im Bürgerhaus. Die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

Dem Wahlamt der Gemeinde Roetgen stehen 48 Wahlhelfer zur Verfügung, weitere fünf Mitarbeiter der Verwaltung sind im Rathaus eingespannt.

Ein Großteil der Roetgener Bürger hat bereits per Briefwahl seine Stimme abgegeben. Dem Wahlamt lagen bis Donnerstagmittag 1428 Anträge für Briefwahl vor. Damit haben sich bereits über 20 Prozent der Wahlberechtigten entschieden.

Die Wahlberechtigten dürfen ihre Wahlbenachrichtigung, die sie als wahlberechtigt ausweist, am Sonntag ausnahmsweise wieder mitnehmen, da auch Wahlleiter Michael Linzenich vom Hauptamt der Gemeinde Roetgen nicht ausschließen möchte, dass es zu einer Stichwahl kommen könnte. So müsste die Verwaltung nicht erneut sämtliche Wahlbenachrichtigungen versenden, was zu einer erheblichen Kosteneinsparung führt.

Die Stimmzettel mit den Namen der Bewerber hat Linzenich diesmal besonders gewissenhaft geprüft, nachdem die Wahlzettel für die Oberbürgermeisterwahl in Köln wegen unterschiedlicher Schriftgrößen für Kandidaten und Parteien für ungültig erklärt worden waren und der Wahltermin verschoben werden musste.

Sollte es wider Erwarten nicht zu einer Stichwahl kommen, dann müsste einer der fünf Bewerber am Sonntag die absolute Mehrheit erreichen (d. h. er müsste 50 Prozent der abgegebenen Stimmen plus eine Stimme) auf sich vereinigen. Erreicht kein Kandidat die 50-Prozent-Marke, dann treten die beiden Bewerber mit den meisten Stimmenanteilen zwei Wochen später am 27. September zur Stichwahl an. „Vorsichtshalber haben wir auch bereits für diesen Termin alle organisatorischen Vorbereitungen getroffen“, sagt Linzenich.

Eine Stichwahl ist auch deshalb in aller Munde, weil das politische Spektrum im Gemeinderat Roetgen derzeit äußerst bunt und vielfältig ist und keine der Fraktionen auch nur annährend eine dominierende Rolle innehat.

Die SPD verfügt derzeit über acht Sitze, die CDU über sechs Mandate, die Grünen und die UWG verfügen über je fünf Volksvertreter, die von der CDU losgelöste neue Fraktion der Parteilosen Bürger Roetgens (PRB) zählt drei Mitglieder und die FDP kommt auf zwei Mandate. Hinzu kommt ein parteiloser Vertreter. Die Amtszeit von Manfred Eis endet offiziell am 20. Oktober 2015, 24 Uhr. Für den 21. Oktober ist bereits eine Ratssitzung terminiert worden, bei der der neue Bürgermeister vereidigt werden soll.

Bevor es aber soweit ist, wird zunächst einmal mit Spannung der Wahltag erwartet. Auch weil das Interesse in der Bevölkerung recht groß ist, findet ab 18 Uhr im Bürgersaal der Grundschule eine öffentliche Ergebnispräsentation statt.

In der Reihenfolge der eingehenden Ergebnisse werden die jeweils aktuellen Zahlen präsentiert. Mit dem ersten Ergebnis aus Mulartshütte ist gegen 18.30 Uhr zu rechnen. Die weiteren Ergebnisse aus den restlichen vier Stimmbezirken werden zwischen 19 und 19.30 Uhr erwartet.

Geplant ist im Rahmen der Präsentation auch, den Blick auf jene Nachbarkommunen zu werfen, in denen auch ein neuer Bürgermeister gewählt wird. In der Städteregion Aachen ist das nur in Baesweiler der Fall.

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